Ansturm auf Schulsachen erwartet

Hefte, Füller, Ordner & Co.: Beginn des neuen Schuljahrs ist umsatzstärkste Zeit für Backnanger Schreibwarenhändler

Kariert, liniert, mit oder ohne Rand, Borstenpinsel, Wasserfarben, Schnellhefter: Die Palette an Schulbedarf ist groß, die Listen für Einkäufe lang – dementsprechend lang auch die Schlangen an den Kassen, wenn das neue Schuljahr beginnt. Backnanger Geschäfte haben sich gut vorbereitet, um ein Chaos zu vermeiden.

Schüler decken sich mit den Schreibwaren ein, die sie nun im neuen Schuljahr brauchen. Foto: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Während bei den Kindern nach sechs Wochen die Schule wieder losgeht, kommt auf die Eltern der Einkaufsstress zu: neue Hefte, Stifte, Ordner, Blöcke. Für jedes Fach andere Utensilien und meist ganz genaue Vorgaben. Die Schreibwarenläden rüsten sich für die Zeit, bereiten sich schon lange im Voraus darauf vor. Denn gerade in dieser Woche wird ein richtiger Run auf die Geschäfte erwartet. Bernhard Kögel, der stellvertretende Filialleiter des Müller-Drogeriemarkts in Backnang, weiß: „Die kommenden vier Tage sind für die Schreibwarenabteilung die Spitzentage des gesamten Jahres.“ Die Umsätze gingen sprunghaft nach oben.

Um lange Schlangen an den Kassen zu vermeiden, wird vorgesorgt: Beim Schreibwaren- und Buchhandel Kreutzmann in Backnang ist alles an Personal im Laden, das derzeit verfügbar ist, beide Kassen können bei Bedarf geöffnet werden. „Dass die Schule beginnt, merkt man schon“, so Inhaber Bernhard Kreutzmann. Schon vergangene Woche sei mehr los gewesen, aber jetzt in der ersten Woche des neuen Schuljahres ginge es erst so richtig los.

Auch in Murrhardt bemerkte Christian Lätzig, Inhaber der Buchhandlung BücherABC, dass sich die Ferienzeit dem Ende neigte: „Ab dem 1. September hat man gemerkt, dass die Leute begonnen haben, vermehrt Schreibwaren zu kaufen.“ Während die Drogeriemarktkette Müller laut Kögel Tausende Artikel zum Teil auch reduziert habe, haben auch die kleineren Geschäfte wie BücherABC und Kreutzmann entsprechend eingekauft. „Wir haben die letzten Jahre angeschaut und geschaut, was da vor allem gekauft wurde“, erklärt Lätzig.

Zusätzliches Personal,

mehr Warenlieferungen

Bei Müller wurden zum Stammpersonal extra für die Zeit fünf Aushilfen eingestellt, sonst wäre der Ansturm nicht zu handhaben. Die Kassen glühen während der Hochphase. „Wir würden noch mehr Kassen öffnen, aber wir haben nicht mehr“, sagt Kögel lachend. „Vergangene Woche von Montag bis Samstag hat der Verkauf schlagartig angezogen.“ Doch das wird diese Woche noch gesteigert, sind sich die Inhaber einig.

Manche Schulen verteilen schon zum Ende des Schuljahrs die Listen fürs kommende. „Die Fleißigen kommen dann direkt“, weiß Kreutzmann. Oder diejenigen, die lange im Urlaub sind und erst kurz vor Ferienende nach Hause kommen. „Dann hat man alles erledigt, und muss sich um nichts mehr kümmern“, so Kreutzmann. Das seien aber eher weniger, erklären die Schreibwarenhändler, das merke man im Umsatz kaum. „Wir haben schon geschaut, dass wir die entsprechenden Sachen dann auch da haben – schon zu Beginn der Ferien“, erklärt Lätzig vom BücherABC.

Auch, wenn der ein oder andere Schüler mit einem weinenden Auge den Sommerferien nachtrauert, bedeutet der Beginn des neuen Schuljahrs nicht unbedingt für die Kinder, sondern vor allem für die Eltern Stress. An vieles muss gedacht, einiges besorgt werden. Deshalb bietet Kreutzmann einen besonderen und stressfreien Service an: Die Eltern können die Zettel mit benötigten Materialien im Laden abgeben, dort wird alles, was auf der Liste steht, zusammengerichtet und die Eltern holen dann die Sachen auf einmal ab, ohne mühsam durch die Regale zu tigern und nach den richtigen Produkten zu suchen. „Das ist für die Eltern entspannter und das Angebot wird auch sehr gerne in Anspruch genommen“, erklärt der Inhaber.

Doch blickt man auf die vergangenen Jahre zurück, haben kleinere Schreibwarenläden auch während der Hochsaison zum Schuljahresbeginn einen Rückgang zu vermerken. „Probleme machen die Großen“, so Lätzig aus Murrhardt. Denn Lidl, Aldi oder Rewe locken die Kunden mit günstigen Angeboten.

Nach der ersten Schulwoche ebbt der Ansturm dann ab, wissen die Schreibwarenhändler aus Erfahrung. Sie rechnen dann noch mit einzelnen Einkäufen, Nachzüglern oder mit Kleinigkeiten, die in der großen Aufregung zum Schulanfang vergessen wurden.