„Es ist eine geile Herausforderung“

Steffen Kreft beerbt den nach Slowenien zurück gekehrten Benjamin Lah als Trainer der Judoabteilung der TSG Backnang

In dieser Woche sind nicht nur unzählige Schüler in ein neues Schuljahr gestartet, auch bei der Judoabteilung der TSG Backnang beginnt ein neues Kapitel. Steffen Kreft beerbt Benjamin Lah, der sich vor den Sommerferien in seine Heimat Slowenien verabschiedete. Der neue Trainer aus Bietigheim freut sich auf Erfahrungen in Backnang: „Es ist eine geile Herausforderung.“

Dem neuen TSG-Trainer Steffen Kreft liegt besonders der Nachwuchs am Herzen.Foto: A. Becher

Von Katharina Klein

Wenn man es so nennen will, ist Steffen Kreft eine sportliche Allzweckwaffe: ausgebildeter Sport- und Gymnastiklehrer, jahrelange Erfahrung als Personal- und Athletiktrainer sowie natürlich Judocoach mit Fleisch und Blut. Deshalb ist ihm auch die Backnanger Trainerriege um Jens Holderle und Daniel Strobel bestens bekannt: „Wir sind uns schon früher auf Wettkämpfen begegnet. Nach dem ersten Gespräch mit den beiden war ich total begeistert“, erzählt der 37-Jährige.

Bisher war er für den JC Bietigheim auf der Matte im Einsatz. Dort wurde Kreft 2017 mit der männlichen U10 nordwürttembergischer Meister, dieses Jahr folgte derselbe Titel mit den Mädchen. Den alten mit dem neuen Verein zu vergleichen, ist aber wie Äpfeln mit Birnen zu messen: „In Backnang gibt es die Bundesliga, eine starke U18 und U21, Nationalkaderathleten und eine dementsprechende Förderung der Jugend. So eine Möglichkeit hatte ich in Bietigheim nie. Ich bin froh, jetzt die Chance zu haben, hier mitzuwirken“, schwärmt Kreft.

Besonders der Nachwuchs liegt ihm am Herzen. Er will die nächste Generation an Topkämpferinnen und -kämpfern fit machen: „Es ist eine geile Herausforderung, die Jugend für die Bundesliga oder den Nationalkader auszubilden und ebenso das Niveau auch insgesamt weiter hoch zu halten. Ich möchte, auf jeden Fall an die bisherigen Erfolge anknüpfen.“

Neben Judo wird ihn aber noch eine andere Tätigkeit weiter beschäftigen. Seit einigen Jahren ist er bei der Bietigheimer Eishockeymannschaft, den Steelers, im Athletikbereich tätig und betreut auch den U-12- und U-15-Landeskader athletisch. Diese Aufgaben wird er nun einschränken müssen: „Ich mache im Athletikbereich weiter, allerdings reduziert. Mein Hauptaugenmerk wird das Judo in Backnang sein. Ich freue mich schon darauf, den ganzen Tag Judo machen zu können.“ Denn neben den regulären Trainings der Altersklassen U10 und U12 wird er auch die zehn Schul-AGs in und um Backnang übernehmen, die bisher Benjamin Lah unter seinen Fittichen hatte. Auch hier hat Kreft schon Erfahrung, da er für den TSV Schmiden ebenfalls schon AGs betreute.

Vor seiner sportlichen Karriere hat der neue Coach übrigens Geschichte und Englisch auf Lehramt studiert. Nach dem ersten Staatsexamen merkte er aber, dass die Tätigkeit als Pädagoge doch nicht so seins ist. Dennoch reiht sich Kreft vielleicht gerade deshalb ganz gut auf die Trainerbank um Holderle und Strobel ein, die tatsächlich Lehrer sind. Mit einem Neuanfang geht auch immer ein Abschied daher. Der JC Bietigheim trauert ihrem ehemaligen Mitarbeiter hinterher: „Sie sind natürlich traurig, aber ich wusste, dass in Bietigheim irgendwann Ende ist“, sagt Kreft. Über den Abschiedsschmerz hinweg tröstet den Neuen bei der Judoabteilung die Aufnahme mit offenen Armen bei der TSG: „Merkel würde Willkommenskultur sagen. Alle sind offen, herzlich und ohne Vorbehalte.“