Neue Sport-Kita entsteht aus 44 Modulen

Interimslösung hinter der Backnanger Sporthalle Katharinenplaisir kostet 450000 Euro – 80 Kinder können betreut werden

Aus 44 Modulen entsteht seit gestern hinter der Backnanger Sporthalle Katharinenplaisir eine Interimskindertagesstätte für insgesamt 80 Kinder in vier Gruppen. Sie ist die Übergangslösung für die sechsgruppige Sport-Kita, die in naher Zukunft einen Steinwurf entfernt neben der Sporthalle entstehen soll. Die Baukosten für das Bauwerk auf Zeit: mindestens 450000 Euro.

Dank der Vorarbeiten dauert es jetzt nur drei Tage, bis die einzelnen Bausteine auf den Fundamenten verschraubt sind. Wenn alles klappt, kann die neue Kita am 1. Oktober in Betrieb gehen. Foto: J. Fiedler

Von Matthias Nothstein

 

BACKNANG. Seit mehreren Wochen schon haben Arbeiter der Firma Knörzer Bau die Baustelle auf die Lieferung der Module vorbereitet. Alleine die Arbeiten für die Wasser- und Abwasserleitungen oder die Leerrohre für Strom und Kommunikationsleitungen dauerten drei Wochen. Zudem wurden in sechs Reihen jeweils ein Dutzend große Fundamente betoniert, auf denen Stahlträger verlegt wurden. Auf ihnen kommen nun die Module zum Liegen.

Gestern Morgen lieferten mehrere Sattelzüge die ersten Bauteile an. Die Montage erfolgte dann geradezu im Minutentakt. Immer wieder nahm der große Kran ein Element an den Haken. Kurz danach setzte der Kranführer die containergroßen Bauteile zentimetergenau am vorgegebenen Platz ab. Trotzdem rechnet Stephan Knörzer, der für die Planung zuständig ist und nun die Bauleitung innehat, mit insgesamt drei Tagen, bis die gesamte Anlage fertig montiert ist. Dann ist sie aber auch bald schon fertig für den Bezug, der für den 1. Oktober vorgesehen ist.

Die künftige Kindertagesstätte erhält einen besonderen Schwerpunkt im Bereich Sport. Aber auch in der Interimslösung wird das Sportprofil schon gelebt. Astrid Szelest vom Amt für Familie, Jugend und Bildung kündigt an: „Es wird bei jedem Wetter rausgegangen, auch wenn’s regnet, Natur und Bewegung spielen eine große Rolle und der Plattenwald liegt in der Nähe.“ Kooperationspartner im sportlichen Bereich ist die TSG Backnang. Wie genau die Zusammenarbeit aussehen soll, steht noch nicht detailliert fest. Die Leiterin der neuen Kita, Carmen Stradinger, wird gemeinsam mit ihrem Team und in enger Zusammenarbeit mit der Stadt zusammen mit den Verantwortlichen der TSG ein Konzept entwickeln, wie der tägliche Sport aussehen kann und welches Programm geboten werden kann.

Enge Kooperationen mit

der Plaisirschule angestrebt

 

Sehr wichtig ist auch die Nähe der Plaisirschule. Schulleiterin Annedore Bauer-Lachenmaier bietet ebenso eine enge Kooperation an. So können die Kita-Kinder den Bewegungs- und Gymnastikraum der Schule mitnutzen. „Auf diese Weise kommen die Kinder jetzt schon in Kontakt mit der Schule.“ Zudem können einige Kinder aus dem Hort der Plaisirschule am Nachmittag in der neuen Kita betreut werden. Insgesamt 14 Erzieherinnen wurden von der Stadt angestellt und haben ihre Tätigkeit zum Teil jetzt schon aufgenommen. So wurden bereits Elterngespräche geführt und Unterlagen zu den Kindern angelegt. Ferner wurden bereits Materialien für die Kita beschafft und beschriftet. Jetzt freuen sich alle darauf, wenn die neuen Räume fertig sind und eingeräumt werden können.

Die Interims-Kita ist jedoch nur eine Übergangslösung. In der Nachbarschaft soll in naher Zukunft die eigentliche sechsgruppige Sport-Kita entstehen. Dazu muss jedoch erst noch der Bebauungsplan geändert werden. Erst danach kann der Bauantrag eingereicht werden. Regine Wüllenweber, die Leiterin des Amts für Familie, Jugend und Bildung, möchte keine Angaben machen, bis wann es mit dem eigentlichen Bau losgeht. Sie ist jedoch erleichtert, dass mit den insgesamt zehn Gruppen, die demnächst neu im Stadtgebiet eröffnet werden, „der Druck aus dem Kessel raus ist“. Denn neben den vier Gruppen der Interims-Kita wurden auch die Kitas Heininger Weg und Heimgarten um je zwei Gruppen und die evangelische Kita Sachsenweiler um eine Gruppe erweitert. Zudem ist geplant, eine weitere Gruppe der Sport-Kita ab Januar zu eröffnen, eventuell in den Räumen der Talschule. Unterm Strich kann Wüllenweber jedoch derzeit jedem Kind einen Betreuungsplatz anbieten. „Zugegeben, nicht immer am gewünschten Platz oder direkt vor der Haustüre. Aber Dank der neuen Gruppen sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.“