Ohne Acht ist der Erste nicht zu stoppen

HCOB-Handballer verlieren mit stark dezimiertem Team 21:29 gegen stark aufspielenden Drittliga-Primus HSG Konstanz

Einsatz und Moral stimmten, doch personell klemmte es bei den Drittliga-Handballern des HC Oppenweiler/Backnang. Und ohne Acht war der Traum, die Siegesserie von Tabellenführer HSG Konstanz zu beenden, bald vorüber, zumal sich dieser beim 29:21 in der Gemeindehalle von einer sehr guten Seite präsentierte.

Rubin Sigle (am Ball) erzielte schöne Tore aus der zweiten Reihe, unterlag aber mit dem HC Oppenweiler/Backnang.Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Benjamin Röhrle, Jakub Strýc und Johannes Csauth fallen in die Kategorie Langzeitverletzte. Kurzfristig mussten auch Thomas Fink und Evgeni Prasolov verletzt verzichten, Jonas Frank war krank. Weil auch die mit einem Zweifachspielrecht ausgestatteten Bietigheimer Nikola Vlahovic und Jonathan Fischer mit ihrem Bundesligateam nach Lemgo unterwegs waren, fehlte dem HCOB ein Oktett an Akteuren.

Die Sportler vom Bodensee stellten die Weichen in den ersten Minuten in Richtung Sieg, als sie konzentriert auftraten und schnell einen Vorsprung herauswarfen. Der HCOB hatte zu Beginn Pech: Philipp Schöbinger (4.) und Ruben Sigle (10.) erhielten Zeitstrafen, die als hart empfunden wurden oder – nimmt man eine strenge Linie an – zumindest die Frage aufwarfen, ob auf der Gegenseite nicht Vergehen ähnlicher Qualität zu sanktionieren gewesen wären. Dazu endeten ungewöhnlich viele HCOB-Angriffe mit Pfiffen aufgrund Stürmerfouls oder Schrittfehlers. Das hatte mehrere Nachteile. Erstens: Die Tore fehlten. Zweitens: Die HSG kam in Ballbesitz und erzielte Kontertore. Drittens: Fürs Selbstvertrauen der Angreifer war es schlecht. Ob es nach einer Viertelstunde auch – nur als Beispiel – 6:8 hätte stehen können, verbleibt spekulativ. Es zählten die Fakten, 10:4 für Konstanz.

Die Gastgeber versuchten konsequent, den Rückstand zu verkürzen. Sie kamen ab der 15. Minute besser ins Spiel, arbeiteten im Angriff hart und wurden nun öfter belohnt. Vor allem Kevin Wolf spielte stark. Die Gastgeber schafften nach 28 Minuten das 9:14, da kam kurzfristig so etwas wie Hoffnung auf. Auch HSG-Trainer Daniel Eblen spürte das, also nahm er eine Auszeit. Sein Rückraumspieler Tim Jud erzielte ein wichtiges Tor, und der Coach durfte sich deshalb freuen, dass sein Team den komfortablen 16:10-Vorsprung in die Kabine nahm.

Nach dem Wechsel pendelte sich der Rückstand zwischen fünf und sieben Treffern ein. Die Gastgeber mühten sich intensiv um eine Verbesserung. Ruben Sigle – er war unter der Woche krank und gerade so fit geworden – erzielte schöne Tore aus der zweiten Reihe. Das reichte, um die Partie nun ausgeglichen zu gestalten. Es reichte aber nicht, um näher heranzukommen. Die Gäste scheiterten mit ihren Würfen einige Male an Keeper Stefan Koppmeier, aber ihnen unterliefen beispielsweise so gut wie keine technischen Fehler. So kam der HCOB kaum in den Genuss von schnellen Gegenstößen und zu einfachen Toren.

Als die sechs Tore Rückstand auch nach 48 Minuten noch Bestand hatten, war die Partie so gut wie entschieden. Denn nun gingen den Gastgebern auch ein wenig die Kräfte aus. Das zeigte sich in der Schlussphase vor allem in der Chancenverwertung. Der sechs Minuten vor dem Ende ins Tor gekommene Konstanzer Maximilian Wolf musste keine Gegentreffer hinnehmen. Die HSG zog in der Gemeindehalle auf 29:21 davon.

HC Oppenweiler/Backnang: Merzbacher (n.e.), Koppmeier – Lenz (1/1), Sigle (5), Szilagyi (3), Wolf (5), Schöbinger (1), Kuhnle (1), Maurer (2), Raff, Koch (2), Köder (1), Sebastian Frank (n.e.).

HSG Konstanz: Maximilian Wolf, Tölke – Stotz, Schlaich (2), Portmann, Tom Wolf, Wiederstein (3), Kaletsch (8/5), Krüger (4), Braun (4), Jud (6), Keupp, Wendel (2).

Schiedsrichter: Schek/Wittemann (Böhl-Iggelheim/Neuhofen). – Siebenmeter: 1/2:5/5 (Lenz wirft an den Pfosten). – Zeitstrafen: 12:4 Minuten (Schöbinger/zweimal, Sigle/zweimal, Maurer, Szilagyi – Stotz, Krüger). – Zuschauer: 600.