FC Bayern siegt weiter - 96 bei 0:4 chancenlos und Letzter

Hannover (dpa) - Fußball-Rekordmeister FC Bayern München hat seine Mini-Serie zum Jahresende in der Bundesliga mit einem klaren Sieg fortgesetzt. Bei Hannover 96 gewann das Team von Trainer Niko Kovac vollkommen ungefährdet und verdient 4:0 (2:0).

Joshua Kimmich (2. Minute), David Alaba (29.), Serge Gnabry (53.) und Robert Lewandowski (62.) schossen den dritten Bundesliga-Sieg am Stück für den Tabellendritten Bayern heraus, der immerhin zwei Punkte auf den Zweiten Borussia Mönchengladbach gutmachte und mit 30 Zählern zu den Rheinländern aufschloss.

Vier Tage vor dem zweitletzten Spiel des Jahres gegen RB Leipzig bekam der Titelverteidiger indes auch kaum Gegenwehr. Scheinbar mühelos setzten die Gäste den ersten Teil der Kovac-Forderung um. Der noch vor einigen Wochen schwer angeschlagene Bayern-Coach hatte aus den letzten drei Spielen im Jahr 2018 drei Siege gefordert. Nach dem Spiel am Mittwoch gegen Leipzig geht es für den Rekordmeister noch zu Kovacs Ex-Club Eintracht Frankfurt.

Für 96 wird es hingegen immer schwerer. Vor dem wichtigen Spiel am Mittwoch in Freiburg rutschte das Team von Trainer André Breitenreiter auf den letzten Tabellenplatz ab. Zunächst stark defensiv ausgerichtet mit einer Fünfer-Abwehrkette und erstmals seit dem 3. November wieder mit dem zuvor verletzten Abwehrchef Felipe ging für 96 offensiv kaum etwas.

Die Niedersachsen wirkten teilweise hilflos. Schon nach gut 60 Sekunden bekam Hannover einen entscheidenden Rückschlag. Mit einem Weitschuss schoss Nationalspieler Kimmich die Bayern früh in Führung. Danach sahen die 49.000 Zuschauer ein Spiel auf ein Tor. Die Halbzeit-Statistik war deutlich: Knapp 70 Prozent Ballbesitz und 15:2 Torschüsse für den FCB.

Vor allem Kingsley Coman sorgte immer wieder für Gefahr. Der 22 Jahre alte Franzose kam im Vergleich zum 3:3 bei Ajax Amsterdam am Mittwoch in der Champions League für seinen Landsmann Franck Ribéry in die Startelf. Zudem bot Kovac erstmals seit dem 2:3 bei Borussia Dortmund am 10. November wieder Mats Hummels in der Innenverteidigung auf. Der 29-Jährige spielte für den angeschlagenen Jerome Boateng, wurde aber nicht ernsthaft gefordert.

Zwar gab 96-Coach André Breitenreiter seinen Defensivstil zur Pause auf, wechselte Linton Maina für Felipe ein und stellte auf eine Vierer-Abwehrkette um. Gefährlicher wurde Hannover dadurch nicht. Stattdessen setzten die Bayern ihr gefühltes Heimspiel fort und erspielten sich auch ohne den verletzten Arjen Robben gegen die überforderten Gastgeber eine Chance nach der anderen. Selbst noch deutlich mehr Tore als der vierte Saisontreffer Gnabrys und das zehnte Tor von Lewandowski wären möglich gewesen.

Deutlichen Gegenwind gab es wieder für 96-Clubchef Martin Kind. Im ersten Heimspiel nach der vom Vereinsvorstand abgelehnten außerordentlichen Mitgliederversammlung reagierten die Fans mit etlichen Protestplakaten. Darauf stand unter anderem: «Wir wollen Demokratie» und «Martin lügt fleißig für ein neues sechsundneunzig».

Obwohl die Fans genug Unterschriften für den Antrag einer außerordentlichen Mitgliederversammlung vorgelegt hatte, lehnte die 96-Führung dies ab. Unter anderem, weil im März ohnehin eine turnusmäßige Versammlung ansteht. Die Kind-Kritiker hätten gerne zuvor den Aufsichtsrat des Club in Teilen neu gewählt, um den Clubchef absetzen und dessen Antrag auf mehrheitliche Übernahme des Vereins zurücknehmen zu können.