Der Friedhof soll moderner werden

Sanierungspläne der Gemeinde Oppenweiler sehen mehr Urnengräber, Barrierefreiheit und einen Behindertenparkplatz vor

Seit geraumer Zeit haben Verwaltung und Gemeinderat sich mit einer Sanierung des Friedhofs beschäftigt. Nun wurde in der jüngsten öffentlichen Sitzung die Rahmenplanung hierfür vorgestellt. Sie sieht mehr Raum für Urnengräber, einen Behindertenparkplatz, barrierefreie Zugänge sowie einen zusätzlichen Weg auf dem Gelände vor.

Unter anderem im Bereich rund um die Aussegnungshalle soll der Friedhof in Oppenweiler neu gestaltet werden. Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

OPPENWEILER. Eine Friedhofssanierung ist nicht unbedingt eine attraktive Aufgabe. „Das tragen wir schon ein bisschen vor uns her“, hatte Wilfried Klenk 2017 noch in seiner Funktion als stellvertretender Bürgermeister im Gemeinderat gesagt, als dem Gremium die Möglichkeiten zur künftigen Gestaltung vorgestellt wurden. Dennoch führe kein Weg dran vorbei, hieß es damals. Nun nimmt das Unterfangen konkrete Züge an: In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats wurde die Ausführungsplanung sowie die Beauftragung der nächsten Leistungsphasen beschlossen. Weil vieles diesbezüglich in nicht öffentlichen Sitzungen besprochen wurde, plant die Gemeinde außerdem eine Informationsveranstaltung, bei der die Pläne den Bürgern vorgestellt werden.

Für den Sanierungsbedarf nannte der Bürgermeister gleich drei schwerwiegende Gründe. „Wir müssen und wollen uns neuen Grabformen öffnen und ein möglichst großes Angebot schaffen“, sagte er. Denn Urnengräber werden hierzulande immer beliebter und auch die Gemeinde Oppenweiler verzeichnet eine steigende Nachfrage. „Den Bedarf müssen wir decken“, befand Bühler. In diesem Zuge gestalte man den Friedhof auch moderner. „Wir müssen auf Verwesungsprobleme reagieren“, benannte der Bürgermeister den zweiten Grund für eine Sanierung. Und schließlich gelte es, die Zugänglichkeit des Friedhofs zu verbessern.

Alte Soldatengräber sollen in den mittleren Bereich verlegt werden

Dem Entwurf, der in der Gemeinderatssitzung präsentiert wurde, liegt eine Rahmenplanung des Landschaftsarchitekten Thomas Struchholz zugrunde. Besonders im alten Friedhofsteil liegen vermehrt Flächen frei. Hier soll im Hinblick auf den Bedarf an weiteren Urnengräbern umgestaltet werden. Struchholz’ Planung definiert drei Bereiche: Der Vorbereich der Aussegnungshalle (von der Friedhofstraße aus gesehen rechts) soll mit Urnenwahlgräbern ausgestattet werden. An dieser Stelle soll an der Friedhofstraße ein Behindertenparkplatz errichtet werden, der Gehweg soll dann künftig entlang einer Mauer um diesen herum führen. Die Kosten hierfür liegen bei voraussichtlich etwa 275000 Euro.

Der Bereich B bezeichnet das Gebiet nordöstlich der Trauerhalle. Hier seien aktuell noch drei Gräber in Betrieb. „Wir haben Gespräche mit allen Nutzungsberechtigten geführt und viel Verständnis für unser Vorhaben erfahren“, berichtete Bühler. Auch in diesem Bereich sollen weitere Urnengrabmöglichkeiten geschaffen werden. Außerdem sieht die Planung Sitzbänke vor sowie neue, nach Möglichkeit barrierefreie Zugänge. Jene Arbeiten kosten die Gemeinde voraussichtlich 115000 Euro.

Östlich hiervon schließt sich der Bereich C an – flächenmäßig der größte Teil der geplanten Sanierung. Hier soll ein neuer Verbindungsweg in Richtung der alten Sturmfedergräber entstehen. Zudem ist geplant, in jenem Bereich Grabkammern zu installieren. Änderungen soll es auch bezüglich der alten Soldatengräber geben. Diese sind derzeit noch recht verstreut, das soll künftig anders werden. „Wir wollen die etwa 30 alten Soldatengräber auflösen und gesammelt in den mittleren Bereich verlegen“, erklärte Bühler. So komme ihnen auch mehr Bedeutung zu. Die älteren Grabsteine, die entlang der Friedhofstraße stehen, könnte man darin integrieren. Die Kosten hierfür belaufen sich auf etwa 352000 Euro.

Nachdem er die Rahmenplanung dargelegt hatte, warf der Bürgermeister die Frage auf, wie die Arbeiten durchgeführt werden soll: zeitlich gestaffelt oder en bloc. Er gab dabei zu bedenken, dass es womöglich mehr Sinn mache, mit dem Eingangsbereich noch etwas zu warten. „Die Arbeiter werden voraussichtlich mit großem Gerät dort durchfahren müssen“, erklärte er. Gudrun Rauh, Fraktionsvorsitzende der Freien Gemeindeliste, sprach sich dafür aus, alle drei Bereiche sogleich anzugehen. Sie merkte an, dass die geschätzten Kosten höher seien, als noch in der Klausurtagung des Gemeinderats angenommen. „Aber das sind wohl ehrliche Zahlen. Barrierefreiheit kostet einfach.“ Auch Gerlinde Stahl von der Freien Wählervereinigung sprach sich dafür aus, die Arbeiten en bloc anzugehen. „Wir machen schon so lange mit dem Thema rum, da wird es Zeit“, befand sie. Holger Scheib (FWV) machte darauf aufmerksam, dass im Haushalt für 2019 400000 Euro für die Sanierung des Friedhofs eingeplant sind und fragte, welche Auswirkungen das hat. „Noch sind die Arbeiten ja nicht vergeben“, erklärte Bühler daraufhin. Erst zum Zeitpunkt der Vergabe müssten ausreichend Mittel zur Verfügung stehen. Oppenweiler habe ja eine ausreichende Rücklage, zudem seien für 2020 weitere Mittel in Höhe von 300000 Euro eingeplant. „Wir können ja nicht sicher sein, dass das alles in einem Jahr machbar ist.“ Zumal man nicht drumherum kommen werde, in Etappen vorzugehen. „Sonst ist der ganze Friedhof eine Baustelle.“ Erhard Friz (FWV) schlug vor, sich vom Planer eine Terminschiene geben zu lassen. „Und dann sehen wir weiter.“

  Die Gemeindeverwaltung Oppenweiler
stellt am Montag, 21. Januar, um 19 Uhr
die Pläne zur Sanierung des Friedhofs im Rahmen einer Informationsveranstaltung
im Julius-Zehender-Haus vor.