Was der Winter hergibt

Landwirtschaftsamt zeigt Kindern beim Kurs „Winterküche“, wie vielfältig das Kochen mit heimischem Gemüse ist

Chinakohl, Pastinake und Co.: Auch der Winter hat eine Menge an leckerem Gemüse zu bieten. Beim Kochkurs des Landwirtschaftsamts lernen die Kinder, mit heimischen Zutaten, die der Januar hergibt, leckere Gerichte zu zaubern.

Lara, Janina und Jayne (von rechts) sind für die Süßspeisen zuständig. Während sie die Bratäpfel zubereiten, duftet es aus dem Ofen herrlich nach Quarkbrötchen. Fotos: A. Becher

Von Sarah Schwellinger

BACKNANG. Aus dem Backofen duftet es herrlich nach süßen Quarkbrötchen, an den Herden köchelt es, dampft es, brutzelt es. Während Lukas und Alexander fleißig Karotten und Pastinaken schälen und in Würfel schneiden, bereiten David und Josua die Zutaten für den Chinakohleintopf vor. An vier Stationen wird gewerkelt, mit allem, was die Saison gerade hergibt: Kohl, Wurzelgemüse, nur beim Obst wird eine Ausnahme gemacht, denn es gibt Bratäpfel.

Beim Landwirtschaftsamt haben sich rund zehn Kinder zwischen acht und zwölf Jahren zu einem Kochkurs angemeldet, bei dem sich alles um Wintergemüse dreht.

Doch was ist eigentlich eine typische Winterküche? Darüber gibt der Saisonkalender des Bundeszentrums für Ernährung Aufschluss. Der zeigt, was gerade aus heimischem Anbau verfügbar ist. „Und dann sehe ich im Supermarkt Zucchini im Angebot“, beginnt Christa Schumacher, die den Kurs leitet, „da kann was nicht stimmen: Ein Sommergemüse im Angebot.“

Linea und Rammon haben es nicht leicht, sie müssen eine ganze Menge Karotten und Kartoffeln schälen und in kleine Würfel schneiden. Es ist gar nicht so einfach, mit dem Schäler die Schale vom Gemüse zu pellen. Und dann die Zwiebeln. Alles beginnt zuerst ganz harmlos, doch beim Schneiden entwickeln sich die Zwiebeln zu bissigen Tränen. Und die lassen sich gar nicht so einfach wegwischen, da hilft nur: Zähne zusammenbeißen und schnell die Zwiebeln zu Ende würfeln. Das Gemüse werfen die beiden in den Topf und flüchten ans Waschbecken – schnell die Hände waschen.

Josua und David schauen ganz konzentriert abwechselnd zwischen ihrem Topf mit Zwiebeln, Hackfleisch, Kartoffeln und Brühe und der Eieruhr hin und her. „Noch zwei Minuten“, sagt Josua und rührt mit dem Holzlöffel noch einmal um. Auch David ist ganz gespannt, wann es endlich weitergehen kann. „Kochen ist ganz einfach“, sind sie sich sicher. Aber später folgt der Chinakohl in den Topf. Kommt das an? „Ich mag das“, sagt Josua bestimmt. Er mag Gemüse gerne, am liebsten isst er Pilzauflauf.

Lukas und Alexander kämpfen mit dem Gemüse, das sich so schwer schneiden lässt. „Mit den Fingern einen Tunnel bauen und dann mit dem Messer immer schneiden, nicht drücken. Dann geht’s einfacher“, gibt Schumacher Rat. Haben die Jungs vorher schon mal Pastinaken gegessen? Und ob! „Das schmeckt lecker“, versichern die beiden und werfen das Gemüse in den Topf. Lukas ist schon ganz wild darauf, die nächsten Schritte zu gehen, holt bereits den Schnittlauch, der gegen Ende der Garzeit mit dazukommt. Die beiden Jungen kochen heute nicht zum ersten Mal, das merkt man. Und die Rezepte von diesem Tag wollen sie auch zu Hause einmal ausprobieren.

Für das Highlight des Kochkurses ist eine Gruppe von Mädchen zuständig: der süße Nachtisch. Es gibt Bratäpfel mit einer Mandelfüllung, außerdem Quarkbrötchen. „Da haben wir die Rosinen weggelassen“, erklärt Lara, denn die mögen die Kinder nicht.

Alexander und Lukas bereiten, während der Eintopf vor sich hin köchelt, eine weitere Süßspeise zu: Waffeln, in deren Teig sie einen Apfel hineinreiben. Beim Ausbacken im Waffeleisen sehen alle gespannt zu. „Die legen wir gleich auf ein Blech, sonst werden die so kätschig“, weiß Schumacher.

Zum Schluss geht’s dann endlich ans Wichtigste: den Genuss. Dafür deckt Janina den Tisch, dann kommen die Töpfe. Es duftet herrlich, die Kinder sind stolz und freuen sich auf ihre eigens gekochte Mahlzeit. Schmeckt’s auch? – Na klar!