Fünfsatzkrimi mit gutem Schluss

Backnangs Oberliga-Volleyballerinnen gewinnen Verfolgerduell

Es war ein richtiger Volleyballkrimi. Einer, bei dem am Ende die TSG Backnang jubelte. 3:2 gewannen die Murrtalerinnen das Oberliga-Verfolgerduell bei der TG Biberach und wahrten damit ihre Titelchancen. Bis es so weit war, brauchte es aber viel Stehvermögen und beste Nerven, galt’s doch, in einem der spannendsten Duelle seit Langem zu bestehen.

Bejubelten mit Backnangs Volleyballerinnen nach der nervenaufreibenden Partie ein 3:2: Milana Schroeder (links) und Anne Pötzl. Mit dem Sieg blieb die TSG am Spitzenreiter dran. Foto: A. Becher

Von Franziska Schlipf

Die Vorzeichen für den Vergleich des Tabellenzweiten beim Dritten waren nicht die besten, mussten Trainer Raphael Käfer und sein Team ohne die beiden verhinderten Diagonalangreiferinnen Caroline Schwiertz und Iva Maglica die Fahrt nach Oberschwaben antreten. In den ersten Satz startete Käfer auf dieser Position mit Lisa Sipple, die all ihre Erfahrung einbrachte. Ansonsten war es die gewohnte Aufstellung mit Leonie Maaß und Milana Schroeder auf der Mitte, Vanessa Maglica und Franziska Schlipf auf Außen und McKenna Poynter als Libera. Der Start war vielversprechend, dann konterten die Gastgeberinnen aber mit sieben Aufschlägen in Folge und brachten die TSG total durcheinander. Zudem machte der starke Biberacher Block den Backnanger Angreiferinnen am Netz das Leben schwer. Trotz eines großen Rückstands kämpften die Murrtalerinnen weiter und arbeiteten sich Punkt für Punkt ran. Gute Aufschläge von Leonie Maaß brachten die Gäste zurück ins Spiel. Die gut aufgelegte Milana Schroeder punktete immer wieder mit cleveren Lobs sowie harten Angriffe über die Mitte. Dennoch lag die TG noch 19:16 vorne. Dann wendete die TSG das Blatt endgültig und holte sich den Satz mit 25:21.

In den zweiten Durchgang starteten die Murrtalerinnen mit Jugendspielerin Kim Prade auf der Diagonalen. Wieder begann Backnang gut. Bis Biberach den Annahmeriegel der Gäste in Bedrängnis brachte. Beim 3:7 nahm Käfer bereits die erste Auszeit. Wieder rannte die TSG einem Rückstand hinterher, versuchte mit Kampfgeist dagegenzuhalten. Franziska Schlipf hielt die Gäste mit starken Aufschlägen im Spiel. Mehr ging nicht, war der Rückstand doch zu groß. Am Ende glich Biberach mit dem 25:18 aus.

Der dritte Satz war von langen spektakulären Ballwechseln geprägt. Beide Mannschaften gaben alles. TSG-Libera McKenna Poynter kratzte Bälle heraus, die bereits verloren gegangen schienen. Dadurch konnte die eingewechselte Zuspielerin Jacqueline Klenk die Angreiferinnen in Szene setzen. Vanessa Maglica, spielte einige clevere Bälle. Dennoch lag Backnang mit vier Punkten erneut hinten, kämpfte aber weiter und machte mit guten Aufschlägen Druck. Beim 15:15 war alles wieder offen. Die Spannung stieg, die Emotionen kochten hoch. Biberachs Trainer sah nach einer Verwarnung wegen zu vieler Beschwerden gegen die Schiedsrichter gar die Rote Karte. Bis zum 24:24 ging das Duell hin und her, dann gewann die TSG mit 26:24. Damit hatten die Murrtalerinnen bereits einen Punkt. Sie wollten aber alle drei Zähler.

Doch daraus wurde nichts. Der vierte Durchgang lief ähnlich wie der zweite. Backnang kämpfte zwar bis zum Schluss, doch der Satz ging an Biberach (25:22).

Im Tiebreak ging es nun darum, wenigstens zwei Punkte aus Biberach mitzunehmen. Die Ansage war klar: „15 Punkte lang volle Konzentration.“ Das gelang den Backnangerinnen, die sofort in Führung gingen und sie nicht mehr hergaben. Hier war es Jugendspielerin Kim Prade, die mit mutigen Angriffen sowie einem starken letzten Aufschlag den Sack zum 15:12 und damit zum 3:2-Erfolg im Verfolgerduell zumachte.

Ein Ausruhen auf den Lorbeeren gibt’s für die TSG nun aber nicht. Das nächste Topspiel wartet schon. Nächsten Sonntag gastiert Spitzenreiter SV Fellbach, der nur einen Punkt Vorsprung hat, ab 16 Uhr (Mörikehalle) beim Tabellenzweiten.

TSG Backnang: Klenk, Maaß, Vanessa Maglica, Poynter, Pötzl, Prade, Schlipf, Schroeder, Sipple.