Waldschrat-Wahl geht in die zweite Runde

Facebook-Gruppe kürt neuen inoffiziellen Repräsentanten des Schwäbisch-Fränkischen Waldes – Sieben Kandidaten treten an

Vor etwa einem Jahr hat die Facebook-Gruppe „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ das männliche Pendant zur Schwäbischen Waldfee, den Waldschrat, gekürt. Der Backnanger Sven Vollbrecht machte damals das Rennen. Die Zahl der Gruppenmitglieder hat sich seitdem fast verdoppelt. Nun soll der Titel erneut vergeben werden.

Der Schwäbisch-Fränkische Wald steht im Mittelpunkt der Facebook-Gruppe.Foto: A. Becher

Von Lorena Greppo

BACKNANG/GROSSERLACH. Die Resonanz auf die Waldschrat-Wahl und damit verbunden auf die Facebook-Gruppe sei „gigantisch“ gewesen, sagt Initiator Jan Vogel. Vor einem Jahr haben die Mitglieder von „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ als männlichen Gegenpart zur Schwäbischen Waldfee den Waldschrat gekürt. Seitdem hat sich einiges getan. Anfangs habe es noch ein paar Reibungspunkte mit der Fremdenverkehrsgemeinschaft und in manchen Rathäusern gegeben. „Das war, als noch keiner so richtig gewusst hat, wo es hingeht mit dem Waldschrat“, erklärt Vogel. In einem Gespräch mit den Verantwortlichen sei aber alles geklärt worden. Schließlich sei der Waldschrat keine Konkurrenz für die Fee – er soll die Facebook-Gruppe vertreten und für den Schwäbischen Wald eintreten. „Das ist eine private Initiative, ohne Gewinnorientierung“, sagt der Großerlacher. Deswegen äußert er sich auch recht verhalten in Bezug auf die Idee mancher Gruppenmitglieder, einen Sponsor für den Waldschrat zu suchen. „Ich will es nicht ausschließen, stelle es mir aber schwierig vor. Schließlich ist es ja keine offizielle Position. Und wir haben auch nicht vor, das Ganze so professionell zu betreiben.“ Alles solle seinen natürlichen Verlauf nehmen, „wir drängen uns nicht ins Rampenlicht“.

Welche Feste und Events der Waldschrat besucht, steht ihm frei

Dass aber der Waldschrat wie auch die Facebook-Gruppe sich wachsender Popularität erfreuen, lässt sich nicht von der Hand weisen. Die Zahl der Mitglieder in der Gruppe hat sich seit der ersten Waldschrat-Wahl verdoppelt, auf mehr als 1200 Personen. Das hänge stark mit der Person des Waldschrats zusammen. Der Backnanger Sven Vollbrecht sei „eine richtige Rampensau“, so Vogel. Er habe mit seiner sympathischen, offenen Art die Gruppe bisher sehr gut vertreten. Aber auch das Interesse der Anwohner für die Natur vor der Haustür sei gewachsen, findet Vogel. „Der Naturpark wird mehr wahrgenommen.“ Das Naherholungsgebiet habe schließlich auch viel zu bieten.

Wie es mit der Rolle des Waldschrats weitergeht, hänge in starkem Maße davon ab, wer am Sonntag gewählt wird, räumt Jan Vogel ein. „Wir werden sehen, ob es sich etabliert.“ Sieben Männer kandidieren für das inoffizielle Amt, darunter auch der „Amtsinhaber“. Neben Sven Vollbrecht stellen sich auch Timo Schif, Sven Rauert, Volker Dyken, Ricky Haag, Gerald Markert und Steffen „Rudolfson“ Brolich zur Wahl. Sie alle haben sich in einem Post in Bild und Text vorgestellt und werben noch bis zur Wahl am Sonntag für sich. Allein schon mit der Aktivität in der Facebook-Gruppe, dass sie sich nicht vor dem Kontakt mit der Öffentlichkeit scheuen, doch wie der dann ausfällt, sei jedem selbst überlassen. „Den einen trifft man wahrscheinlich eher auf Konzerten an, der andere fühlt sich vielleicht auf Dorffesten wohler.“ Einen Pflichttermin hat der Initiator der Wahl aber schon angekündigt: Zum historischen Handwerkermarkt am Limes, den Jan Vogel als Vorsitzender des Vereins für historisches Handwerk und lebendige Geschichte mit organisiert, erwartet er den Waldschrat als Gast. „Der Rest ist freiwillig.“

  An diesem Sonntag, 27. Januar, können alle Mitglieder der Facebook-Gruppe „Rund um den Schwäbisch-Fränkischen Wald“ an der Wahl des neuen Waldschrats teilnehmen. Die Abstimmung ist von 10 bis 20 Uhr möglich.