Erinnerung an die ehemaligen Lichtstuben

Das Heimatmuseum in Gschwend-Horlachen thematisiert am Sonntag das Spinnen und Weben

Im 19. Jahrhundert gehörte das Spinnrad noch zur normalen Haushaltsausstattung. Foto: privat

GSCHWEND/KIRCHENKIRNBERG (pm). Im Heimatmuseum in Gschwend-Horlachen ist es zur Tradition geworden, dass am ersten Sonntag im Februar die alten Handwerkstechniken des Spinnens und Webens vorgeführt werden. Noch im 19. Jahrhundert liefen in fast jedem Haushalt die Spinnräder, wie das Museum in seiner Ankündigung schreibt. Auf vielen Bauernhöfen in der Gegend fanden sich zudem wuchtige Webstühle, meist von Männern im Winter betrieben, auf denen einfache Leinenstoffe hergestellt wurden. Die Verarbeitung von Flachs geht auf den in der Umgebung weitverbreiteten Anbau im 18. und 19. Jahrhundert zurück. Es wurde für die eigene Aussteuer genauso wie für den Markt – in Gschwend oder den umliegenden Städten – produziert.

Der Museumssonntag, 3. Februar, liegt zeitlich nah an Mariä Lichtmess (2. Februar). Mit diesem Tag endet nicht nur die Weihnachtszeit, sondern früher war mit ihm auch die relative, winterliche Arbeitsruhe auf den Höfen zu Ende. Mägde und Knechte wurden für ein weiteres Arbeitsjahr verpflichtet oder mussten sich eine neue Arbeitsstelle suchen. Mit Lichtmess endeten auch die gemeinsamen Spinnabende in den Lichtstuben. Sie waren Höhepunkte in den Winterwochen, bei denen sich vor allem die jungen Leute trafen und vergnügten.

An das Spinnen in den Lichtstuben erinnert das Heimatmuseum im alten Schul- und Rathaus in Gschwend-Horlachen am Sonntag in der Zeit von 14 bis 17 Uhr. Zum letzten Mal kann auch die Weihnachtsausstellung besucht werden. Viele Besucher bewunderten an den vergangenen Museumssonntagen die Miniaturläden von Helmut Altmann und die Dampfmaschinen, von denen zwei in Aktion vorgeführt werden.

In gemütlicher Runde kann man im Museumscafé mit anderen Besuchern ins Gespräch kommen. Kaffee und Kuchen werden vom Kirchenkirnberger Kindergarten angeboten.