Saisonal bedingt mehr Arbeitslose

Arbeitsmarkt im Januar: keine negative Entwicklung – „Nur witterungsbedingte Kündigungen“

WAIBLINGEN (aa). Mit sinkenden Temperaturen stieg die Arbeitslosigkeit im Rems-Murr-Kreis in den vergangenen vier Wochen um 579 auf 7267 Personen. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Prozentpunkte auf 3,1 Prozent zu. Diese Entwicklung ist laut Jürgen Kurz, Leiter der Waiblinger Arbeitsagentur, jedoch nicht auf eine negative Arbeitsmarktentwicklung, sondern auf saisonale Einflüsse zurückzuführen. „Witterungsbedingt kommt es in einigen Bauberufen zu vorübergehenden Kündigungen. Zusätzlich wirken sich das Auslaufen befristeter Verträge und der gängige Kündigungstermin zum Jahresende negativ auf die Arbeitslosenzahlen aus“, begründet er den jahreszeitlich üblichen Anstieg.

Zum Jahresbeginn meldeten sich 1139 Personen aufgrund der Beendigung ihres Beschäftigungsverhältnisses bei der Arbeitsagentur Waiblingen oder dem Jobcenter arbeitslos. Gleichzeitig konnten in den letzten vier Wochen lediglich 547 Arbeitsuchende ihre Arbeitslosigkeit durch die Aufnahme einer neuen Arbeitsstelle beenden. „Im ersten Monat des Jahres nehmen Arbeitgeber erfahrungsgemäß kaum Neueinstellungen vor. Wiedereinstellungen in den witterungsabhängigen Berufen erfolgen meist erst im Frühjahr, wenn die Temperaturen Außenarbeiten wieder zulassen“, sagt Kurz.

Da ein Großteil derjenigen, die sich Anfang Januar arbeitslos melden mussten, aufgrund einer vorangegangen Beschäftigung einen Anspruch auf ArbeitslosengeldI erworben haben, stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Männer und Frauen im vergangenen Monat insbesondere bei der Agentur für Arbeit (plus 436). Die Zahl derjenigen Arbeitslosen, die Leistungen zur Grundsicherung vom Jobcenter erhalten, nahm lediglich um 143 Personen zu. Derzeit werden insgesamt 49,1 Prozent der im Kreis arbeitslos Gemeldeten von der Agentur für Arbeit betreut, 51,9 Prozent erhalten Leistungen vom Jobcenter Rems-Murr.

Im Vergleich zum Januar vergangenen Jahres nahm die Zahl der arbeitslosen Personen zwischen Rems und Murr um 416 ab, die Arbeitslosenquote lag vor einem Jahr bei 3,2 Prozent. Mit der aktuellen Entwicklung der Arbeitslosigkeit liegt der Agenturbezirk im Landestrend. Auch baden-württembergweit nahm die Arbeitslosenquote von Dezember auf Januar zu (plus 0,3 Prozent) und liegt derzeit bei 3,3 Prozent.

Wie schon in den vergangenen Jahren, so waren Unternehmen auch 2019 zum Jahresbeginn bei der Suche nach neuen Mitarbeitern noch zurückhaltend. So ließ die Zahl der zur Besetzung angebotenen Stellen zum Vormonat um über 16 Prozent nach. „Die geringe Zahl an Neumeldung ist für einen Januar nicht unüblich und bewegt sich mit 803 insgesamt auf Vorjahresniveau“, teilt Kurz mit und geht von einer weiterhin robusten Arbeitsmarktlage aus.

Im Bezirk sind momentan knapp 2900 freie Stellen bei Arbeitsagentur und Jobcenter gemeldet, davon 1364 in der Region um Waiblingen, 825 in Schorndorf und 679 im Raum Backnang.