Der Coup soll einen Langzeiteffekt haben

SG-Trainer Schnorrenberg hofft, dass das 2:0 in Osnabrück seinen Drittliga-Fußballern Auftrieb für die nächsten Aufgaben gibt

Mit dem 0:0 gegen Jena im letzten Spiel vor Weihnachten waren Großaspachs Drittliga-Fußballer auf einen Abstiegsplatz abgerutscht, mit dem überraschenden 2:0-Erfolg in Osnabrück kletterte die SG Sonnenhof sieben Wochen später wieder auf den rettenden 16. Platz. Es ist nicht mehr als eine Momentaufnahme, aber eben eine, „die das nötige Selbstvertrauen für die nächsten Aufgaben gibt“, hofft Trainer Florian Schnorrenberg.

Zog sich in Osnabrück eine Muskelverletzung am Oberschenkel zu und droht deshalb auszufallen: SG-Stürmer Kai Brünker (vorne). Foto: Osnapix

Von Steffen Grün

Auf der einen Seite der souveräne Spitzenreiter aus Osnabrück, der die bislang einzige Saisonniederlage am 15. September 2018 gegen den Tabellenzweiten aus Karlsruhe kassiert hatte und den im Stadion an der Bremer Brücke über 10000 Fans zum 14. Sieg im 23. Saisonspiel treiben wollten. Auf der anderen Seite der Drittletzte aus dem Fautenhau, der seit dem 3:1 gegen Münster am 11. November keine Begegnung mehr gewonnen und in fremden Arenen in dieser Runde erst einen Dreier eingefahren hatte. Ein klarer Fall für alle Tipper, die auf vermeintliche Sicherheit bedacht sind: Sie setzten auf einen Heimsieg des Aufstiegsaspiranten. Und dann das: Aspach gewann am Freitagabend durch die Treffer von Michael Vitzthum (13.) und Zlatko Janjic (54.) mit 2:0. Die zweite Saisonniederlage für den VfL, der zweite Auswärtssieg für die SG Sonnenhof – wer hätte das gedacht.

„Das gibt meinen Jungs sicherlich Auftrieb“, glaubt der Trainer an einen Coup mit Langzeiteffekt. Wie es dazu kam, entlockte Schnorrenberg ein Lob: „Wir waren sehr kompakt und haben zum idealen Zeitpunkt unsere Tore gemacht.“ Ersteres war vielleicht noch irgendwie zu erwarten, stellen die Schwaben mit nur 23 Gegentreffern doch die fünftbeste Defensive der Dritten Liga. Zweiteres aber nicht unbedingt, war Kaltschnäuzigkeit in dieser Saison doch bislang kein Pfund, mit dem die Aspacher wuchern konnten. „Nach diesem Erfolgserlebnis war das Wochenende natürlich umso schöner“, verrät der SG-Trainer, der nach der Rückkehr in den Fautenhau am frühen Samstagmorgen gegen 4.30 Uhr eine gute Nachricht für die in Osnabrück eingesetzten Akteure hatte: Ihnen waren zwei freie Tage vergönnt, ehe es am heutigen Montag weitergeht. Die, die in Niedersachsen nicht zum Einsatz kamen oder überhaupt nicht zum Kader gehörten, hatten am Samstag einen individuellen Lauf zu absolvieren, ehe gestern auch sie die Beine hochlegen durften.

„Wichtig war vor allem, dass wir selbst gewonnen haben“, entgegnet Schnorrenberg auf die Frage, wie er die Ergebnisse der Konkurrenz im Tabellenkeller bewertet. An den Pleiten des Schlusslichts aus Aalen (1:2 gegen Meppen), des Vorletzten aus Braunschweig (2:3 gegen Wiesbaden) und des neuen Drittletzten aus Cottbus (1:2 gegen Würzburg) hatte der 41-Jährige trotzdem nichts auszusetzen. Sein Blick richtet sich schon wieder nach vorne aufs Heimspiel gegen Uerdingen am nächsten Samstag, das eine sehr hohe Hürde für die Aspacher darstellt. Deren Trainer bescheinigt den Krefeldern „eine unfassbare Qualität“ und denkt neben Weltmeister Kevin Großkreutz auch an Fußballer wie Dominic Maroh, Manuel Konrad, Adam Matuschyk, Maximilian Beister, Stefan Aigner oder Osayamen Osawe – eine Liste ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dagegen muss die SG auf den gelbgesperrten Kai Gehring verzichten. Bei Kai Brünker und Jamil Dem, die sich in Osnabrück verletzten, hat Florian Schnorrenberg wenig Hoffnung, dass sie dabei sein können, „auch wenn die genauen Diagnosen noch ausstehen“. Vielleicht noch wichtiger wäre ihr Mitwirken bei der Partie in Aalen am Freitag, 22. Februar, und beim Heimspiel gegen Cottbus am Samstag, 2. März, handelt es sich doch um zwei Duelle mit direkten Rivalen im Abstiegskampf.