Duell soll erneut der Wendepunkt sein

Die HCOB-Handballer stehen im Drittliga-Heimspiel gegen das Schlusslicht wie in der Hinserie in Baden-Baden unter Zugzwang

Der Druck auf die Drittliga-Handballer des HC Oppenweiler/Backnang hat zugenommen, nach vier Pleiten in Serie stecken sie wieder im Abstiegskampf. Im Heimspiel gegen Aufsteiger und Schlusslicht TVS 1907 Baden-Baden ist am morgigen Samstag (20 Uhr, Karl-Euerle-Halle Backnang) ein Sieg gefordert. Dabei hilft die Erinnerung ans Hinspiel, denn schon im ersten Duell landeten die Murrtaler einen Erfolg mit großer Symbolkraft.

Wurde bereits in Balingen und gegen Saarlouis schmerzlich vermisst und fehlt auch morgen: HCOB-Stratege Jonas Frank. Foto: A. Becher

Von Alexander Hornauer

Nach der 26:28-Heimniederlage gegen die HG Saarlouis war die Ernüchterung bei den HCOB-Handballern groß. Wie bewertet Trainer Matthias Heineke dieses Spiel mit ein wenig Abstand? „Das Ergebnis ist weiterhin als schlecht zu beurteilen“, aber die Leistung an sich sei zeitweise ganz in Ordnung gewesen: „Wir haben 50 Minuten gut und engagiert verteidigt. Zudem hatten wir ab der 15. Minute eine starke Qualität über das Tempospiel, wir habenuns im Angriff zu jeder Zeit gute Torchancen erspielen können.“ Umso ärgerlicher, dass das Team ohne Punktgewinn blieb. Entscheidend für die Schlappe war „ganz klar die mangelnde Chancenverwertung“, diese sofort nach dem Abpfiff abgegebene Einschätzung hatte auch nach der genaueren Analyse Bestand. Im Training arbeiteten die Handballer daher in dieser Woche sehr viel an der Angriffsleistung. Das Ziel sei, das Tempospiel weiter zu forcieren und „am Samstag viele Tore zum Sieg zu erzielen“ (Heineke). Dass die Abwehrarbeit dazu passen muss, versteht sich von selbst: Defensive Ballgewinne sind in aller Regel die Basis für schnelle Gegenstöße.

Die Ausgangssituation ist derzeit ähnlich wie vor dem Hinspiel. Im Herbst 2018 reisten die Murrtaler nach fünf Niederlagen am Stück in die Rheintalhalle nach Sandweier. Damals stand für beide Vereine viel auf dem Spiel. Oppenweiler/Backnang behielt die Nerven und setzte sich vergleichsweise souverän mit 35:31 durch. „Das hilft uns mental“, sagt Trainer Matthias Heineke, „das Hinspiel war für uns der Wendepunkt der Hinrunde.“ Nun hofft er auf einen ähnlichen Effekt in der zweiten Halbserie: „Wir haben es selbst in der Hand und wollen durch einen Sieg gegen Baden-Baden wieder in die Erfolgsspur kommen.“ Drei Punkte Vorsprung sind es momentan auf Rang 14 und damit auf den ersten Abstiegsplatz. So viele sollen es nach dem Wochenende auf jeden Fall weiterhin sein, im besten Fall sogar mehr. Voraussetzung: Ein Sieg gegen den Letzten.

Mit 3:37 Punkten ist der Rivale aus Baden-Baden zwar abgeschlagen, wird aber – so bescheinigen es ihm die Kontrahenten immer wieder – oftmals unter Wert geschlagen. Der TVS verliert selten deutlich, spielt oft um den Erfolg mit, wartet aber eben schon lange auf seinen zweiten Saisonsieg. Auch HCOB-Trainer Heineke hat festgestellt, „dass sie inzwischen viel besser in der Liga angekommen sind. Sie sind in der Abwehr fleißig und laufbereit, in der Winterpause haben sie ihr System verändert.“ Die Mannschaft aus der Kur- und Bäderstadt am Rande des Schwarzwalds sei auch im Angriff variabler geworden, die größte Gefahr geht unverändert vom linken Flügel um Jonas Schuster aus. Die Aufgabe der Hausherren wird es sein, den Gästen durch hartnäckige Abwehrarbeit die Freude an ihrem Angriffsspiel zu nehmen. Denn bei allem gebotenen Respekt: Am Ende des Abends zählt nur der Sieg.

Personell sieht es beim HCOB nicht optimal aus, einige Akteure sind angeschlagen. Trotzdem ist für Heineke klar: „Jetzt müssen alle voll da sein und ihre beste Leistung abrufen.“ Noch nicht wieder dabei ist der Rückraumspieler Jonas Frank.