Große Kokainmengen angeliefert

25-Jährige steht vor dem Stuttgarter Landgericht – Beschuldigte macht nur Angaben zur Person

Von Bernd S. Winckler

WAIBLINGEN. Eine 25-jährige Frau aus Rumänien soll im August vergangenen Jahres knapp zwei Kilogramm Kokain an einen in Waiblingen wohnenden Dealer angeliefert haben. Die Frau, die einen Tag später festgenommen wurde, ist jetzt wegen umfangreichen Rauschgifthandels am Stuttgarter Landgericht angeklagt.

Die Anklageschrift vor der 8. Großen Strafkammer ist kurz, hat es aber in sich: Von ihrem Wohnsitz in Nordrhein-Westfalen aus kommend, soll die Frau am Nachmittag des 15. August vergangenen Jahres als Kurierin mehrere Pakete mit der Droge Kokain nach Waiblingen ausgeliefert haben.

Die Staatsanwältin spricht von zunächst 2115 Gramm brutto, was bei dem festgestellten Reinheitswert einen Nettowert von 960 Gramm reines Rauschgift ausmacht. Wer aber der Empfänger des Rauschgifts in Waiblingen war, ist in dem gestern begonnenen Prozess noch nicht zur Sprache gekommen, da einer der beiden Verteidiger verhindert war, und das Gericht mit der Beweisaufnahme erst am nächsten Prozesstag beginnen möchte.

Nach der Auslieferung des Kokainpakets soll die Angeklagte am frühen Morgen des folgenden Tages mit ihrem Fahrzeug weiter zur offensichtlich nächsten Abgabestelle in Richtung Karlsruhe gefahren sein. Auf einem Autobahnrastplatz bei Pforzheim endete allerdings ihre Reise jäh: Beamte des Mobilen Einsatzkommandos des Landeskriminalamts waren ihr bereits auf der Spur und veranlassten auf dem Parkplatz der Raststätte eine umfangreiche Fahrzeug- und Personenkontrolle.

Dabei fanden sie in einem Hohlraum zwischen den beiden Vordersitzen des VW Passat ein Paket mit weiteren 630 Gramm Kokain bester Qualität. Wohin dieses Rauschgift geliefert werden sollte, ist nicht bekannt. Die heiße Ware wurde sichergestellt. Auch ist derzeit noch unbekannt, woher die Drogen stammen. Gleichzeitig stellten die Rauschgiftermittler in der Wohnung der Angeklagten nochmals 499,5 Gramm Kokain, mehrere Mobiltelefone, einen Computer und Bargeld sicher.

Bei Letzterem soll es sich um Drogengeld handeln. Die Fahnder waren der Lieferantin bereits seit Tagen auf den Fersen. Ihr Telefon wurde abgehört, bis schließlich der Zugriff dann an jenem 16. August erfolgte und damit der Polizei erneut ein großer Schlag gegen die Drogenszene im Rems-Murr-Kreis geglückt ist. Das sichergestellte Rauschgift hätte für rund 10000 Konsumeinheiten ausgereicht. Die in Waiblingen ausgelieferte Menge hingegen soll nach Streckung für 25000 Konsumeinheiten ausgereicht haben.

Am gestrigen ersten Verhandlungstag wurde vor der 8. Strafkammer am Stuttgarter Landgericht zunächst nur die Anklage verlesen, ehe dann am kommenden Freitag die Beweisaufnahme beginnt. Das Einzige, was die 25-jährige Angeklagte gestern sagte, waren ihre persönlichen Daten: Sie sei in Rumänien geboren und wohnte bis zur Festnahme in einem Ort in Nordrhein-Westfalen.