Vier neue Türen im Bahnhof

Keine verrammelte Tür mehr: Gestern wurden die Eingänge im Backnanger Bahnhof neu gestaltet

Es geschehen noch Zeichen und Wunder. Die linke Eingangstür des Backnanger Bahnhofs, die seit etwa anderthalb Jahren verrammelt war, gehört der Vergangenheit an. Gestern wurden in einer Hauruck-Aktion alle vier Flügeltüren der Eingangshalle ausgebaut und durch neue Türen ersetzt.

Neues Erscheinungsbild: Hell geht’s jetzt in der Eingangshalle im Bahnhof zu. Adam Wodniok muss nur noch einige Fugen abdichten. Foto: F. Muhl

Von Florian Muhl

BACKNANG. Gegen 7 Uhr ist gestern der Lieferwagen der Firma A+S Fenster aus Schorndorf angerückt. Drei Handwerker stiegen aus, darunter Firmenchef Adam Wodniok. Seit 18 Jahren hat er sein Unternehmen. Im ganzen Land ist er mit seinen Mitarbeitern unterwegs. Für die Deutsche Bundesbahn ist er seit vier Jahren tätig. Vor etwa zwei Monaten, wie er sagt, hat er den Auftrag von der Bahn erhalten, die vier Flügeltüren – zwei auf der Frontseite und zwei auf der hinteren Seite zu den Bahngleisen – auszutauschen. Die drei Handwerker legen los, packen richtig an. Gegen 16 Uhr ist (fast) alles fertig. Die vier Flügeltüren sitzen alle fest verankert in der Wand und lassen sich leicht betätigen. Das Trio gönnt sich im Bahnhofscafé noch eine schnellen Kaffee mit Erdbeerschnitte.

Wodniok muss heute noch mal kurz Hand anlegen, um Restarbeiten zu erledigen. An zwei Türen sind noch die Fugen mit Silikon abzudichten. Welches Ärgernis er mit seinen beiden Mitarbeitern für Backnang und seine Besucher beseitigt hat, das kann er sich gar nicht vorstellen.

Im Herbst 2017 war die linke Flügeltür von Mitarbeitern der Bahn verrammelt worden, mit zwei Kanthölzern und einer Eisenkette (wir berichteten). „Schon vorher hat diese immer geklemmt“, erinnerte sich Albert Dietz. „Insgesamt für alle, die dort regelmäßig vorbeikommen, ein Ärgernis erster Klasse“, schimpfte der Obmann und Wanderwart der Backnanger Ortsgruppe des Schwäbischen Albvereins (SAV) im vergangenen September. Dietz hatte damals beim Auskunftsbüro der Bahn nachgefragt. Ohne Erfolg. „Die haben auch nur resigniert abgewunken“, sagte der SAV-Vorsitzende. Unsere Zeitung wandte sich darauf hin an die Bahn: „Sind Ihnen diese Mängel bekannt?“ Die Antwort an unsere Zeitung kam am selben Tag: „Das Thema ist uns bekannt, momentan arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Mangel zu beheben. Insbesondere holen wir zurzeit Angebote zur Instandsetzung ein und beauftragen anschließend geeignete ausführende Unternehmen. Wir sind bestrebt, dies zeitnah umzusetzen.“

Nichts geschah. Unsere Zeitung wandte sich erneut im November an die Bahn. Was versteht die Bahn unter „Momentan arbeiten wir mit Hochdruck daran, den Mangel zu beheben“? Mitte November die Antwort der Bahn: „Inzwischen hat ein Termin mit einer Fachfirma zur Begutachtung dieser Türe stattgefunden. In den nächsten Tagen wird versucht, die Türe zu reparieren. Sollte diese nicht repariert werden können, muss diese ausgetauscht werden.“

Nichts geschah. Bis gestern. Hurra!