SG erkämpft sich einen wichtigen Punkt

Fußball-Drittligist aus Großaspach übersteht den stürmischen Beginn von Hansa Rostock und erzielt ein torloses Unentschieden

Im Kampf um den Verbleib in der Dritten Liga gelang den Fußballern der SG Sonnenhof Großaspach ein wichtiger Punktgewinn. Und mit dem torlosen Remis beim FC Hansa Rostock kann der Dorfklub gut leben, schließlich besaß der letzte DDR-Meister des Jahres 1991 die hochkarätigeren Möglichkeiten.

In der Anfangsphase hatten die Aspacher um Kai Gehring (am Ball gegen Pascal Breier) einige brenzlige Situationen zu überstehen. Foto: S. Gelhot

Von Heiko Schmidt

Bei der Hinfahrt im Bus ins über 800 Kilometer entfernte Rostock machten die Großaspacher Fußballer in Leipzig eine Zwischenstation und absolvierten auf dem Gelände des Bundesligisten RB Leipzig eine Trainingseinheit. Dann ging es weiter an die Ostseeküste. Und dort wehte den Schwaben ein rauer Wind ins Gesicht. Drei Großchancen der Hanseaten in den ersten fünf Minuten machte der wieder einmal starke SG-Schlussmann Kevin Broll zunichte. „In der Anfangsphase habe ich zum Glück für uns die eine oder andere Chance gehalten“, gab sich der 23-Jährige recht bescheiden. Eine Möglichkeit davon besaß Pascal Breier. „Uns fehlte im Abschluss die letzte Konsequenz“, sagte der Stürmer, der auch schon für die Aspacher am Ball war.

Dabei stand der Sonnenhof in der ersten Halbzeit ganz schön in der Defensive. Das lag aber mit Sicherheit nicht an den drei Veränderungen in der Startelf, die Trainer Florian Schnorrenberg gegenüber dem torlosen Unentschieden zu Hause gegen Energie Cottbus vorgenommen hatte. Kai Brünker stürmte für Timo Röttger, der zunächst auf der Bank Platz nahm. Michael Vitzthum begann im defensiven Mittelfeld für den verletzten Jamil Dem. Dan-Patrick Poggenberg rückte für den gesperrten Korbinian Burger auf die Position des linken Außenverteidigers. Trotzdem lief bei den Schwaben im ersten Durchgang nicht viel zusammen. „Wir hatten anfangs einige Probleme gehabt“, gestand Schnorrenberg ein. Doch er konnte sich auf seinen Schlussmann verlassen. „Wir haben zu null gespielt, dank Kevin Broll.“ Auf der Gegenseite wäre den Schwaben fast sogar der Führungstreffer gelungen, wenn Zlatko Janjic in der 35. Minute die Großchance der Großaspacher genutzt hätte.

Nach dem Seitenwechsel zeigten die Gäste ein anderes Gesicht und waren gleichwertig. Dabei mussten sie den Ausfall von Vitzthum, der in der Pause aufgrund muskulärer Probleme im linken Oberschenkel ausgewechselt wurde, verkraften. Mit mehr Mut gestaltete der Sonnenhof das Geschehen ausgeglichen. „Wir haben uns in der zweiten Halbzeit gesteigert“, stellte Schnorrenberg fest. Er schob aber nach: „Wenn wir unsere Konterchancen zu Ende spielen, wäre sogar mehr möglich gewesen.“ Der Coach spielt damit die Möglichkeit vom eingewechselten Timo Röttger an, der acht Minuten vor dem Abpfiff scheiterte. Doch es blieb beim torlosen Remis. „Alles in allem bin ich zufrieden“, sagte Schnorrenberg. Das war sein Pendant Jens Härtel nicht. „Wir müssen in den ersten fünf Minuten in Führung gehen. Ich habe uns als aktivere Mannschaft gesehen“, resümierte der Rostocker Coach unzufrieden.

Mit dem erkämpften Punktgewinn stehen die Großaspacher in der Tabelle weiterhin auf Rang 16 und somit auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Allerdings beträgt der Abstand zum dahinter liegenden Team aus Braunschweig, das ebenfalls punktete, weiterhin zwei Zähler. Für den Sonnenhof war es bereits das 15. Unentschieden in 27 Saisonspielen. Damit bleibt der Dorfklub seinem Ruf als Remiskönig in dieser Runde treu. Positiv ist, dass die Großaspacher im fünften Drittliga-Spiel hintereinander unbezwungen sind. Damit konnte die Rückreise angetreten werden. Diese war aber nicht so lang, denn die Spieler und Verantwortlichen fuhren lediglich bis nach Berlin mit dem Bus, stiegen dann in Tegel ins Flugzeug um und landeten anschließend in Stuttgart. So verkürzte sich die Reisezeit von zehn bis zwölf Stunden im Bus nun auf etwa sechs Stunden. Damit haben die Großaspacher etwas mehr Zeit zur Regeneration. Schließlich steht schon am Mittwoch die nächste Aufgabe für den Sonnenhof an. Um 19 Uhr geht es dann in der Mechatronik-Arena gegen den Tabellenvierten SV Wehen Wiesbaden, der am Wochenende gegen den TSV 1860 München eine hauchdünne 0:1-Heimniederlage hinnehmen musste.