Grau enttäuscht, Reisch hält sich wacker

Unter dem Strich verpassen beide Judokas der TSG Backnang bei den deutschen U-21-Meisterschaften die Medaillenränge

Ohne Medaillen kehrten die beiden Vertreter der TSG-Judokas von den deutschen U-21-Meisterschaften in Frankfurt an der Oder nach Backnang zurück. Helena Grau musste sich in der Klasse bis 48 Kilogramm mit dem für sie enttäuschenden fünften Rang begnügen. Für Elias Reisch sprang in der Klasse bis 60 Kilogramm der siebte Platz heraus.

War nur in ihrem ersten Kampf obenauf und über den fünften Platz sehr enttäuscht: Helena Grau von der TSG Backnang. Archivfoto: A. Becher

Von Katharina Klein

Nach ihrer Bronzemedaille bei den nationalen Titelkämpfen der Erwachsenen in Stuttgart im Januar war Helena Grau mit großen Erwartungen in die Stadt an der polnischen Grenze aufgebrochen. „Helena ist hingefahren, um mindestens mit einer Medaille heimzukommen“, verrät Trainer Jens Holderle, der seine Talente vor Ort betreute: „Die Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat, war deshalb groß bei ihr.“

Weil sie zwei Freilose bekommen hatte, startete die Backnangerin direkt im Viertelfinale, in dem sie Sarah Ischt vom MTV Vorsfelde mit einem Armhebel bezwang. Im Halbfinale zog Grau aber gegen Laila Göbel (Judo-Team Hannover) den Kürzeren, die sie mit einem O-Soto-Gari (große Außensichel) schmiss. „Die beiden haben einen heißen Kampf hingelegt. Der Sieg wäre machbar gewesen, das Finale war zum Greifen nahe“, schildert Holderle die Dramatik. Nun galt es für Grau, eben das Duell um Platz drei zu gewinnen, was ihr allerdings nicht gelang. Ihre Kontrahentin Leonie Bahle (Asia-Sport Neubrandenburg) kassierte zu Beginn eine Wertung für einen Sode-Tsuri-Komi-Goshi (Ärmel-Hebezug-Hüftwurf). Zwar schaffte es die Backnangerin anschließend noch, ihrer Rivalin eine Strafe aufzubrummen, doch ein innerer Schenkelwurf (Uchi-Mata) von Bahle brachte die TSG-Kämpferin endgültig zu Fall. „Helena musste sich mit dem unglücklichen fünften Platz zufriedengeben. Es hat leider nicht für eine Medaille gereicht, aber so ist das manchmal. Jetzt gilt es, konzentriert weiterzumachen, dranzubleiben, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen und so wieder zurück in die Spur zu kommen“, rät ihr der Trainer.

Auch Elias Reisch kam als Siebter nicht in die Medaillenränge, obwohl er mit zwei Erfolgen in die Titelkämpfe gestartet war. Zu Beginn legte er David Meier vom PSV Berlin mit einem Würgegriff das Handwerk, danach brachte ihm ein Tai-Otoshi (Körperwurf) den Triumph über Christian Krüger vom JC Petersberg. Nun aber war es Kevin Müller vom JC Leipzig, der den Backnanger vorzeitig besiegte und damit in die Trostrunde zwang. Hier folgte das Duell mit Finn Paulus (JC Ahrensburg), in dem es wiederum ein Tai-Otoshi war, der dem Murrtaler den Sieg verschaffte. Was dann kam, war laut Holderle „ein heißer Fight“ mit Tobias Harter vom Judo-Team Ansbach: „Es ging lange Zeit hin und her zwischen den beiden. Letztendlich ist Elias mit einem Seoi-Nage geflogen. Das ist etwas ärgerlich, er hätte gewinnen und im Kampf um Platz drei stehen können.“ Der Trainer sieht aber trotzdem die positiven Aspekte des Starts von Reisch: „Ich denke, es war ein gutes Erlebnis für ihn. Platz sieben bei den Junioren ist ein ordentliches Ergebnis. Auf der anderen Seite ist es schade, dass es nicht zumindest Rang fünf geworden ist“. Einen Grund zur Freude hatte Backnangs Bundesliga-Trainer aber noch. Die ab dieser Saison für die TSG-Erstliga-Mannschaft startende Carolin Fritze (bis 57) wurde deutsche Meisterin.