Jeder Vierte wegen Rückenschmerzen in Behandlung

AOK meldet: 2017 gab es im Rems-Murr-Kreis 42762 Betroffene – Vorbeugend hilft regelmäßige körperliche Aktivität

WAIBLINGEN (pm). Wer im Freundes- oder Kollegenkreis über Schmerzen an der Wirbelsäule oder Bandscheibe redet, findet sofort Gesprächspartner, die aus eigener Erfahrung berichten. Etwa jeder zweite Erwachsene in Deutschland leidet an Rückenschmerzen und etwa 25 Prozent befinden sich laut Robert-Koch-Institut (RKI) deshalb in ärztlicher Behandlung. Die Zahlen des RKI spiegeln sich auch in den aktuellen Daten der AOK-Bezirksdirektion Ludwigsburg/Rems-Murr wider: Im vergangenen Jahr waren im Rems-Murr-Kreis 42762 AOK-Versicherte wegen Rückenleiden beim Arzt. Die Zahlen der AOK gelten als repräsentativ, da sie mit gut 44 Prozent aller Versicherten die mit Abstand größte Krankenkasse im Land ist.

Im Jahr 2017 wurden in Baden-Württemberg über 1,09 Millionen AOK-Versicherte wegen diagnostizierten Rückenschmerzen behandelt. Dies entspricht einer Quote von 25,12 Prozent aller Mitglieder. Im Rems-Murr-Kreis waren 27,1 Prozent betroffen.

Nach Auskunft des Robert-Koch-Instituts sind gut 20 Prozent der Arbeitsunfähigkeitstage auf Rückenleiden zurückzuführen. Dies verursacht in Deutschland Kosten von etwa 17,5 Milliarden Euro jährlich. Frauen sind von Rückenschmerzen häufiger betroffen als Männer (28,60 Prozent aller Frauen und 21,44 Prozent aller Männer). Bei beiden Geschlechtern nimmt die Häufigkeit von Rückenschmerzen mit dem Alter zu. Bei der telefonischen Gesundheitsstudie „Gesundheit in Deutschland aktuell“ (GEDA) des Robert Koch-Instituts gaben 20 Prozent der Frauen im Alter von 18 bis 29 Jahren an, fast täglich über einen Zeitraum von mindestens drei Monaten unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Im Alter von 60 bis 69 Jahren waren es mehr als 40 Prozent der befragten Frauen. Arzt Jan Paulus: „Zu den Hauptursachen für Rückenschmerzen zählen einseitige Belastung in Beruf und Alltag sowie die zu schwache Ausbildung der den Haltungsapparat stützenden Muskeln. Folge ist häufig eine verminderte Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf.“ Für diese Patienten seien mehr Bewegung und Entspannung meist die beste Medizin. Sei der Rückenschmerz akut, helfe Wärme. Wichtig sei, dass der Patient schnell wieder in Bewegung komme, um so an der Ursache des Schmerzes ansetzen zu können. Daher sei es auch sinnvoll, für maximal zwei Wochen ein entzündungshemmendes Schmerzmittel einzunehmen, um den Teufelskreis aus Schmerzen und Schonung zu durchbrechen. Wirksame Unterstützung im Kampf gegen Rückenleiden ermöglichen die kostenfreien Kurse der AOK Ludwigsburg/Rems-Murr, die an zahlreichen Orten der Region stattfinden. Informationen über Termine bietet die neue Broschüre „AOK-Gesundheitsangebote Frühjahr/Sommer 2019“, die es in allen Kunden-Centern gibt. Paulus: „Wer einmal Rückenprobleme hatte, sollte unbedingt aktiv werden, denn die Schmerzen werden mit größter Sicherheit wieder kommen.“