Trotz Führung kein Punkt für Großaspach

Fußball-Drittligist aus dem Fautenhau verliert Kampfspiel gegen den Tabellenvierten Wehen Wiesbaden mit 2:3

Der Kampfgeist stimmte, die Ausbeute nicht. 2:3 verloren Aspachs Drittliga-Fußballer gestern Abend das Heimspiel gegen den SV Wehen Wiesbaden. Die SG Sonnenhof verpasste im Duell mit dem Tabellenvierten die Chance, im Abstiegskampf zu unerwarteten Punkten zu kommen. Denn nach einer 1:0-Führung gaben die Schwaben die Partie noch aus der Hand.

Erst obenauf, dann noch ausgerutscht: Timo Röttger und die SG Sonnenhof. 2:2 verlor das Kellerkind zu Hause gegen Wiesbaden.Foto: T. Sellmaier

Von Uwe Flegel

Großaspachs Trainer Florian Schnorrenberg war enttäuscht: „Wir haben besser gespielt als gegen Cottbus und in Rostock, stehen diesmal aber ohne Punkt da.“ Dabei war das Kellerkind drauf und dran auch die sechste Partie in Folge ohne Niederlage zu überstehen. „Wenn wir uns einen Vorwurf machen müssen, dann den, dass wir in den Minuten nach der Führung zu unsauber gespielt haben“, ärgerte sich der SG-Coach und spielte auf die Phase an, in der sein Team vorne Chancen hatte, um durch Timo Röttger (56.) und Dominik Pelivan (57.) den Vorsprung auszubauen. Das gelang nicht.

Dafür leisteten die Hausherren hinten bei allen drei Gästetreffern Schützenhilfe. Am Schluss wurde dann aus einer Partie, die in der ersten Halbzeit überschaubaren Unterhaltungswert hatte, noch ein spannendes Duell. Wehens Trainer Rüdiger Rehm war jedenfalls froh, vom Trip in die alte Heimat mit drei Punkten mitzunehmen. „Es war ein Kampfspiel. Eines, das von Momenten abhängig war.“ Dass sich seine Elf dabei cleverer anstellte und den entscheidenden Tick besser war, nahm der Ex-Aspacher gerne zur Kenntnis und fühlte gleichzeitig mit seinem früheren Verein ein wenig mit: „Selbstverständlich freue ich mich über den Sieg, er tut mir aber auch ein bisschen weh.“

Wobei die richtigen Schmerzen eindeutig die Hausherren verspürten. Die hatten sich in der ersten Halbzeit zwar zumeist auf die Defensive konzentrieren müssen, doch richtig dicke Möglichkeiten gestattete das Kellerkind dem Tabellenvierten nicht. Am ehesten war es die Direktabnahme von Manuel Schäffler (5.) aus 22 Metern, die für Gefahr sorgte. Auf der anderen Seite gab es einen 18-Meter-Schuss von Patrick Choroba (31.) und eine Strafraumszene von Dominik Pelivan (42.), die bei den SG-Fans ein wenig Hoffnung auf ein Tor aufkommen ließen.

Die zweite Halbzeit war wesentlich unterhaltsamer. Zwar gehörte den Hessen erneut die erste Chance, als Daniel Kofi Kyereh aus zwölf Metern an Kevin Broll scheiterte (49.), doch der erste Jubel gehörte der SG Sonnenhof. Nach einem fast schon abgewehrten Angriff, bei dem sich Makana Baku und Pelivan in die Quere kamen, gelangte der Ball doch noch auf den rechten Flügel zu Philipp Hercher. Dessen Flanke grätschte Wiesbadens Verteidiger Sebastian Mockenhaupt an Schlussmann Markus Kolke vorbei ins eigene Netz. 1:0 für Aspach.

Direkt nach Wiederanpfiff hätten die Gäste fast den Ausgleich erzielt, aber Broll rettete gegen Jules Schwadorf. Danach ließen Röttger (56.) und Pelivan (57.) Gelegenheiten aus, den Vorsprung auszubauen. Das wurde bitter bestraft. Denn mitten in die Euphorie platzte ein Konter der Gäste, den Nicklas Shipnoski mit dem 1:1 abschloss. (60.). Sieben Minuten später stand der starke Schwadorf im Blickpunkt. Erneut verlor Aspach den Ball im Vorwärtsgang, diesmal nach einem Abstoß, Manuel Schäffler legte auf den schnellen Mittelfeldmann ab und der schob den Ball zum 2:1 in die Maschen (67.). Wenig später patzte mit Broll ausgerechnet der zuverlässigste und beste SG-Akteur der vergangenen Wochen. Einen Flachschuss des kurz zuvor eingewechselten Agyemang Diawusie bekam er nicht richtig zu fassen, Kyereh staubte aus vier Metern zum 3:1 ab (73.).

Trotzdem wurde es noch einmal spannend. Denn nach einem guten SG-Angriff, stoppte Alf Mintzel den davon stürmenden Baku per Notbremse (83.). Rot für Wehens Routinier und Elfmeter. Den verwandelte Zlatko Janjic zum 2:3. Was danach folgte, war der Versuch von elf Aspachern gegen zehn Wiesbadener doch noch den Ausgleich zu erzielen. Für Spannung und Kampf reichten die Aktionen, zum dritten Tor jedoch nicht. Entsprechend groß war die Enttäuschung.