Die Gesundheit des Teams im Blick

Diakonie ambulant setzt auf ganzheitliches Konzept – Flexible Arbeitszeitmodelle – Befragung alle drei Jahre

Das Steuerungsteam erarbeitet gemeinsam Verbesserungsvorschläge (von links): Thomas Nehr, Jasmin Scheib, Gabi Eden, Harald Schraut, Jasmin Arnold, Ruth Rokos, Silvana Seeh und Claudia Eisenmann. Foto: privat

MURRHARDT (pm). Der Bedarf an Personal in Pflege und Therapie nimmt stetig zu. Waren es noch vor zehn Jahren rund zwei Millionen Pflegebedürftige, so sind es heute schon knapp drei Millionen, lässt die Diakonie ambulant, Gesundheitsdienste Oberes Murrtal, in einer Pressemitteilung wissen. „In den kommenden zehn Jahren wird der Bedarf noch größer werden, da zirka 50 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Ruhestand gehen“, sagt Thomas Nehr, Vorstand der Diakonie ambulant. Um mit Blick auf diese Entwicklung selbst die Initiative zu ergreifen, hat das Diakonische Werk Württemberg vor acht Jahren ein Konzept entwickelt, das danach fragt, was das Team gesund erhält und alle in einer Firma miteinbezieht, von der Führungs- bis zur Fachkraft. Aus diesem Grund werden die Mitarbeitenden alle drei Jahre befragt und bei der Erarbeitung von Verbesserungsmaßnahmen durch ein Steuerungsteam unterstützt. Bei der aktuellen Befragung haben über 80 Prozent des Gesamtteams mitgemacht, das zeigt, wie wichtig den Mitarbeitenden die Beteiligung ist, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

„Bereits nach kürzester Zeit bekamen wir Initiativbewerbungen und können seitdem unsere Stellen sehr zeitnah besetzen“, sagt Thomas Nehr. Im Bundesdurchschnitt dauert die Wiederbesetzung einer freien Stelle 167 Tage, also fast ein halbes Jahr. Der Ansatz des Konzepts „Belev – Gesundes Arbeiten gestalten“ berücksichtigt neben individuellen und arbeitsorganisatorischen Aspekten auch die Themen der kollegialen Zusammenarbeit, des Führungsstils und der Unternehmensleitung. Da Faktoren auf diesen Ebenen Einfluss auf die Gesundheit haben, sind sie zu beachten. Die fünf Bereiche sollen so verbessert werden, dass die Mitarbeitenden ihre Arbeit leichter und besser bewältigen können.

Einige wertvolle Maßnahmen sind beispielsweise die Einführung einer Müttertour in der Pflege (8 bis 12 Uhr), keine geteilten Dienste, Lebensphasen orientierte Anstellungsdeputate in Fünfprozentschritten, ein Wunsch-frei-Buch und weitere 40 Blumen der Wertschätzung. Diakonie ambulant versorgt mit 70 Mitarbeitenden rund 1000 Patienten in Murrhardt, Sulzbach an der Murr, Großerlach und Spiegelberg mit Leistungen der ambulanten Pflege, Ergo- und Physiotherapie sowie Logopädie. Träger und Unterstützer von Diakonie ambulant sind die Krankenpflegevereine, Kommunen und Kirchen im Oberen Murrtal.