Mit Jamil Dem nach Unterhaching

Angespannte Personalsituation bei Aspachs Drittliga-Fußballern, aber es gibt einen Lichtblick

Von Steffen Grün

Für Großaspachs Drittliga-Fußballer hat sich die Situation im Tabellenkeller mit dem 2:3 gegen Wiesbaden und den Punktgewinnen der Rivalen wieder verschärft. Es war einerseits zwar die erste Niederlage nach zwei Siegen und drei Remis, andererseits aber auch schon wieder das vierte Duell am Stück ohne Dreier. Setzt sich der letztere Trend heute (14 Uhr, Stadion am Sportpark) bei der Spvgg Unterhaching fort, droht der SG Sonnenhof der Sturz auf einen der vier Abstiegsplätze.

Zehn Spieltage sind es in der Dritten Liga noch, vielleicht sogar bis hinauf zum Siebten aus Meppen mit 39 Punkten kann sich kein Verein in Sicherheit wiegen. Mit 30 Zählern steht Aspach als Fünftletzter über dem Strich, doch der punktgleiche Viertletzte aus Cottbus hat noch ein Nachholspiel in petto – und zwar am kommenden Mittwoch in Unterhaching und damit dort, wo heute bereits die SG gefordert ist.

„Das Wiesbaden-Spiel müssen wir jetzt schnell abhaken“, forderte Florian Schnorrenberg am Donnerstag, auch wenn er zugab: „Klar sind wir enttäuscht, vor allem weil wir nach dem Führungstreffer durchaus auch die Möglichkeit hatten, das Spiel zu entscheiden.“ Der Trainer schaute aber postwendend nach vorne auf die Partie bei der Spvgg Unterhaching. „Die zählt für mich zu den spielstärksten Mannschaften der Liga, auch wenn zuletzt nicht die besten Ergebnisse erzielt wurden.“ Sechs der vergangenen sieben Spiele verloren die Bayern, der einzige Lichtblick war vor knapp zwei Wochen das 1:0 in Würzburg.

Das Team aus der 25000-Einwohner-Gemeinde vor den Toren Münchens muss die Talfahrt stoppen, um mit 38 Punkten nicht doch noch in den Abstiegssumpf gezogen zu werden. Mittendrin: der Sonnenhof, auch wenn neun Zähler aus den letzten sechs Duellen eine ordentliche Ausbeute sind. Das Problem: Nach den überraschenden Erfolgen in Osnabrück sowie gegen Uerdingen und vor dem 2:3 gegen Wiesbaden taten die Aspacher das, was sie in dieser Runde am liebsten tun, nämlich unentschieden spielen – das 1:1 in Aalen, das 0:0 gegen Cottbus und das 0:0 in Rostock waren die Punkteteilungen 13 bis 15.

Auf Dauer bricht den Schwaben dieser Hang zu halben Sachen wohl das Genick, ab und zu sollte es mal wieder die volle Ausbeute sein, um in der Tabelle entscheidende Schritte nach vorne zu machen und sich nach unten ein Polster zu verschaffen – am besten bereits heute in Unterhaching. „Wir haben uns viel vorgenommen“, verrät Schnorrenberg, „und so gehen wir die Partie an. Dafür ist es unglaublich wichtig, dass wir sehr kompakt stehen und immer wieder auch den Weg nach vorne suchen.“

Nicht leichter wird es durch die Personalsituation. Wie schon gegen Wiesbaden fehlt neben den langzeitverletzten Nicolas Jüllich und Joel Gerezgiher auch Michael Vitzthum (Muskelfaserriss im Oberschenkel). Dazu gesellen sich nun noch Rechtsverteidiger Patrick Choroba, der sich einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zuzog, und Mittelfeldspieler Dominik Pelivan, der die fünfte Gelbe Karte erhielt. Eine gute Nachricht konnte der Trainer gestern aber auch verkünden: „Jamil sitzt im Bus und ist auch eine Option von Anfang an.“ Gemeint ist Jamil Dem, der vier der letzten fünf Spiele mit Sprunggelenksverletzungen verpasst hatte und als Teil der Doppelsechs im zentralen, defensiven Mittelfeld schmerzlich vermisst worden war. Er könnte an die Seite von Sebastian Bösel rücken. Zudem steht der seit November verletzte Marco Hingerl zum ersten Mal wieder im Kader und könnte zu einem Kurzeinsatz kommen, wenn es nötig ist.

Spannend ist auch die Frage nach dem Rechtsverteidiger. Yannick Thermann, der für den verletzten Choroba eingewechselt worden war, erwischte nicht seinen besten Tag, der im Winter geholte Niklas Sommer hat noch keine Minute für Großaspach auf dem Buckel. Schnorrenberg hält sich sehr bedeckt, denn „der Gegner liest auch Zeitung“, aber vielleicht ist es eine Option, Innenverteidiger Kai Gehring auf die rechte Seite zu ziehen, in der Mitte durch Korbinian Burger zu ersetzen und auf links dafür Dan-Patrick Poggenberg zu bringen.