Positive Eindrücke beim Debüt

Turnerin Emelie Petz verpasst aber mit Deutschland das Finale

Emelie Petz hatte sich ihr Debüt in der Frauen-Nationalmannschaft anders vorgestellt. Die 15-jährige Turnerin der TSG Backnang verpasste gestern mit der deutschen Riege beim DTB-Pokal den Sprung ins Finale der Team-Challenge mit den besten vier Mannschaften. Die Gastgeberinnen kamen in der Porsche-Arena in Stuttgart lediglich auf Rang fünf.

Emelie Petz turnte gestern im deutschen Nationaltrikot bei den Frauen. Foto: G. Hrivatakis

Von Heiko Schmidt

 

Die positiven Eindrücke überwogen bei Emelie Petz bei ihrem ersten Einsatz fürs deutsche Nationalteam. „Es war eine tolle Erfahrung und cool, vor einem so großen Publikum zu turnen“, fasst die 15-Jährige aus Allmersbach im Tal zusammen. Ihre Fußverletzung war überstanden und sie hatte keine Schmerzen. Petz saugte die Atmosphäre in der gut gefüllten Porsche-Arena in Stuttgart auf. Allerdings stieg dadurch auch etwas anderes. „Ich war ganz schön nervös“, berichtet die Sportlerin der TSG Backnang.

Deshalb gelang der Nachwuchshoffnung im deutschen Gerätturnen nicht alles, was sie sich vorgenommen hatte. Petz ging an drei der insgesamt vier Geräte an den Start. Ihre Leistung am Sprung stuft die Bundesliga-Turnerin des MTV Stuttgart als „gut“ ein. Mit 13,5 Punkten landete die Schwäbin in der Einzelwertung auf Rang 18 unter 38 Starterinnen. Am Barren lief es recht gut, aber nicht optimal. Gerade bei der schwierigsten Passage, dem Hindorff-Element, stürzte die Lokalmatadorin. „Das war schade, denn die Übung war ansonsten nicht schlecht“, bedauert Petz. Trotzdem reichten ihre 12,85 Punkte zu Rang 16 in der Einzelwertung unter 29 Teilnehmerinnen. Am Balken war die Nervosität bei der Allmersbacherin deutlich zu sehen. „Ich musste gleich zweimal das Gerät verlassen“, zeigt sich Petz enttäuscht. Mit 10,85 Punkten reihte sie sich lediglich auf Platz 27 unter den 39 Turnerinnen ein.

Am Boden kam die TSG-Sportlerin nicht zum Einsatz. Trotz der fehlenden Punkte an diesem Gerät landete sie in der Mehrkampfwertung aller vier Geräte mit 37,2 Zählern auf Rang 32 unter 47 Starterinnen. Etwas besser waren jedoch ihre Teamkameradinnen in der deutschen Riege. Lisa Zimmermann vom TuS Chemnitz-Altendorf wurde mit einem kompletten Vierkampf mit 50,45 Zählern Achte. Isabelle Stingl von der KRK Karlsruhe kam bei drei geturnten Geräten mit 37,9 Punkten auf Rang 28. Leah Grießer von der TG Neureut belegte mit 37,55 Zählern den 31. Platz, während Pauline Schäfer vom TuS Chemnitz-Altendorf 25,7 Punkte und Rang 40 erzielte. In der Summe machte dies 152,25 Zähler für das deutsche Team. Und diese reichten nur zum fünften Rang. Somit wurde das Finale der Team-Challenge mit den besten vier Vertretungen am heutigen Samstag knapp verpasst.

Deutschlands Cheftrainerin Ulla Koch sagt zur Teamleistung: „Wir haben noch zu viele Fehler gemacht. Für die Jüngeren war es der erste Wettkampf bei den Seniorinnen, da fehlte teils auch das Selbstvertrauen.“ Auch Emelie Petz äußert sich in die gleiche Richtung: „Die Enttäuschung ist groß, dass wir es nicht ins Finale geschafft haben. Ich bin nicht zufrieden.“ Hingegen dürfen heute noch einmal die Teams aus Brasilien (160,4 Punkte), Russland (159,25), Frankreich (154,55) und Niederlande (153,35) ran. Petz wird sich das Finale dann in Stuttgart anschauen. „Auch am Sonntag werde ich in der Porsche-Arena sein“, sagt die 15-Jährige. Sie hofft nun darauf, vielleicht ein Ticket für die Europameisterschaft im Einzel, die vom 10. bis zum 14.April im polnischen Stettin stattfindet, zu bekommen. „In der nächsten Woche sollen wir es erfahren“, blickt die Allmersbacherin voraus. Vielleicht darf sich die TSG-Sportlerin dann erneut vor einem großen Publikum präsentieren.