Kreis macht Geld für Echtzeit-Anzeiger locker

Förderprogramm soll Kommunen bei der Beschaffung von elektronischen Informationstafeln an Bushaltestellen unterstützen

Zwei Varianten der Fahrgastinformationsanzeiger sind angedacht. Grafik: VVS

Von Armin Fechter

WAIBLINGEN. Der Landkreis hat ein Förderprogramm für Fahrgastinformationsanzeiger an Bushaltestellen aufgelegt. Insgesamt 600000 Euro stehen bereit, um die Städte und Gemeinden bei der Beschaffung der elektronischen Tafeln zu unterstützen. Voraussetzung dabei ist jedoch, dass die Kommunen der entsprechenden Rahmenvereinbarung mit dem Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart (VVS) beigetreten sind. Der VVS hat an Rems und Murr insgesamt 243 Haltestellen und damit fast 30 Prozent aller 862 Haltestellen identifiziert, für die er die Ausstattung mit den „dynamischen Fahrgastinformationsanzeigern“ (DFI) mit Echtzeit-Informationen empfiehlt.

„Ich find die Geschichte gut“, bekundete unlängst im Umwelt- und Verkehrsausschuss des Kreistags der SPD-Fraktionsvorsitzende Klaus Riedel (SPD). Damit könne man „manchem noch auf den Gaul raufhelfen“. Auch Christoph Jäger (CDU) lobte, dass die Kreisverwaltung einen entsprechenden Antrag seiner Fraktion umgesetzt hat. In den Gemeinden sind die Reaktionen bislang aber unterschiedlich, teils verhalten bis ablehnend: In Burgstetten hat man das Ganze rundweg verworfen, und in Aspach hat man sich nur zu einem Beitritt zur Rahmenvereinbarung durchringen können, wollte aber vorerst keine weiteren Verpflichtungen eingehen. Angezweifelt wurde zum einen der praktische Nutzen solcher Systeme, zum anderen gab es Kritik daran, dass noch nicht einmal klar sei, was die Teile überhaupt kosten.

Aktuelle Informationen über Störungen und Verspätungen seien ein Qualitätsmerkmal des öffentlichen Personennahverkehrs, argumentiert dagegen die Kreisverwaltung. Auch im Busverkehr werde die stetige Versorgung der Fahrgäste mit Echtzeit-Informationen über die Pünktlichkeit und Erreichbarkeit von Anschlüssen immer wichtiger. Ziel sei, einem modernen und kundenfreundlichen ÖPNV gerecht zu werden. Der Kreistag hat deshalb bereits im Dezember vergangenen Jahres beschlossen, die Anschaffung von DFIs finanziell zu fördern. Es sollte eine möglichst unbürokratische Förderrichtlinie ausgearbeitet und dem Umwelt- und Verkehrsausschuss zur Abstimmung vorgelegt werden.

Der Landkreis geht davon aus, dass pro Anzeiger Anschaffungskosten von 3000 bis 5000 Euro entstehen, und pro Haltestelle werden in der Regel zwei Anzeiger benötigt, in jeder Fahrtrichtung einer. Die dabei vom VVS empfohlene Variante mit DFI-Light-Anzeigern sei für mittelstark frequentierte Haltestellen abseits von zentralen Knoten- und Anknüpfungspunkten geeignet. Der Zuschuss des Landkreises soll 25 Prozent der Beschaffungskosten decken. Pro Haltestelle beträgt der Höchstbetrag allerdings 3000 Euro. In Kraft tritt die Förderrichtlinie am 1. Juli dieses Jahres.

„Die Technik ist besser und der Preis günstiger geworden“

Zweifel an der Zuverlässigkeit der Anzeiger versuchte Landrat Richard Sigel zu zerstreuen. Nur in den Anfangszeiten seien die Tafeln sehr störungsanfällig gewesen, inzwischen sei die Technik aber besser geworden. Zudem seien die früher sehr teuren Anlagen heute günstig zu haben. Bedenken gab es im Ausschuss auch mit Blick auf die Beteiligung der Kommunen. Verkehrsdezernent Peter Zaar erwartet, dass etwa die Hälfte der Städte und Gemeinden im Kreis der Rahmenvereinbarung beitritt.

Eine andere Sorge betrifft möglichen Vandalismus. „Das werden wir auch die nächsten dreißig Jahre nicht in Griff kriegen“, befürchtet Sigel, sprich: Dass es zu Zerstörungen an den Geräten kommt, ist nicht auszuschließen. Was es hilft, die Tafeln hoch aufzuhängen, wie Peter Zaar einwarf, wird sich weisen. Lesbar sollen sie ja dennoch bleiben. Am Ende segnete der Kreistagsausschuss die Förderrichtlinie bei einer Gegenstimme ab.