Spätes Siegtor lässt TSG jubeln

Fußball-Oberligist aus Backnang landet gegen den SV Oberachern einen 3:2-Heimerfolg

Die Oberligafußballer der TSG Backnang robben sich an die Nichtabstiegsplätze heran. Mit einem etwas glücklichen, aber nicht unverdienten 3:2-Heimsieg gegen den SV Oberachern verkürzten die Backnanger den Rückstand auf das gesicherte Mittelfeld auf fünf Punkte.

Backnangs Torjäger Mario Marinic köpft in dieser Szene zum 1:0 ein.Foto: A. Becher

Von Dieter Gall

Schon nach drei Minuten brandete auf dem Kunstrasen in den Etzwiesen erstmals Jubel auf. Eine tolle Rechtsflanke des überragenden Julian Geldner brauchte TSG-Torjäger Mario Marinic aus fünf Metern nur noch zur 1:0-Führung einzunicken. Der Gegner war geschockt und musste wenig später den nächsten Tiefschlag einstecken. Wieder war es Marinic, der nach einem genialen Zusammenspiel zwischen Louis Wiesheu und Michele Varallo zum 2:0 vollstrecken konnte.

Ein beruhigender Vorsprung, dachte so mancher TSG-Anhänger. Eine Vorstellung, die sich aber als trügerisch herausstellte. Zwei Zeigerumdrehungen nach dem zweiten Backnanger Treffer verkürzte Nico Huber auf Vorarbeit des stets gefährlichen Evans Erius auf 1:2. Plötzlich spielte im Murrtal nur noch eine Mannschaft. Der SV Oberachern bestimmte das Spiel und hatte nach 20 Minuten Pech bei einem Lattenschuss von Huber. Die Bemühungen der Gäste wurden schließlich vier Minuten vor dem Wechsel belohnt. Wieder hatte Erius seine Finger im Spiel. Er leitete einen sehenswerten Angriff ein, den Cemal Durmus freistehend zum 2:2 vollenden konnte. Mit einem verdienten Unentschieden für die Gäste ging es dann in die Pause.

Dort fand TSG-Trainer Evangelos Sbonias offenbar die richtigen Worte und verordnete seinem Team mehr Konzentration in der Defensive. Klar war, dass Oberachern nun alles unternehmen wird, die drei Punkte aus Backnang mitzunehmen. Die Hausherren überließen den Gästen weitgehend das Terrain, wobei aber nur eine nennenswerte Chance für die Elf von Oberacherns Coach Mark Lerandy heraussprang. Nach einer Stunde rutschte Huber nur um Haaresbreite an einer Flanke von Durmus vorbei. Aber auch auf der Gegenseite sparten die Pro-tagonisten mit Torchancen. In der 69. Minute köpfte der aufgerückte Innenverteidiger Thomas Doser aus kurzer Distanz nach einer Ecke von Kapitän Oguzhan Biyik über das Gästetor.

Damit hatte es sich schon mit Tormöglichkeiten auf beiden Seiten. Oberachern versuchte, Struktur in sein Angriffsspiel zu bringen, doch die nun aufmerksame Backnanger Defensive erstickte jeden Versuch bereits schon im Keim. Mit der Zeit gaben sich die TSG-Fans mit der Punkteteilung zufrieden. Die Gäste aus Oberachern entpuppten sich als nur schwer zu bezwingbarer Gegner und den Gastgebern schwante zu jeder Zeit der entscheidende Gegentreffer.

Die Optimisten in den Reihen der Roten gaben aber die Hoffnung nicht auf, dass ihren Lieblingen doch noch das Tor des Tages gelingen sollte. Sbonias trat in der 77. Minute auf den Plan und brachte für Louis Wiesheu mit Loris Maier eine seiner Geheimwaffen. Ein gelungener Schachzug des TSG-Coaches, denn eine Minute vor dem Abpfiff glückte Maier nach einer feinen Vorbereitung von Jannik Dannhäußer der 3:2-Siegtreffer. Ob dieser verdient oder unverdient war, darüber ließ sich nach Spielende trefflich streiten. Das Glück hat bekanntlicherweise nur der Tüchtige auf seiner Seite und deshalb darf man den Dreier für die TSG durchaus als verdient bezeichnen. Auf jeden Fall werden die Backnanger nun am kommenden Mittwoch (Beginn: 19 Uhr) mit frischem Selbstvertrauen zum Viertelfinale im WFV-Pokal zum Ligarivalen SSV Reutlingen fahren.

TSG Backnang: Knauss – Michl Bauer, Doser, Kienast – Geldner, Biyik, Leon Maier, Wiesheu (77. Loris Maier), Jannik Dannhäußer – Varallo (88. Belobrajdic), Marinic (90. Maglica). – SV Oberachern: Pendinger – Feger, Fritz, Leberer, Sheron – Schwenk (89. Filkovic), Decherf, Huber – Erius, Muto (66. Armbruster), Durmus. – Tore: 1:0 (3.) Marinic, 2:0 (12.) Marinic, 2:1 (14.) Huber, 2:2 (41.) Durmus, 3:2 (89.) Loris Maier.

Schiedsrichter: Prigan (Deizisau). – Zuschauer: 250.