Der Kinosaal wird zum Klassenzimmer

Landesweiter Auftakt der Schulkinowoche im Backnanger Universum: Rund 200 Schüler sehen zwei Filme – Regisseur mit dabei

Ist einer der Filme, die zum Auftakt ausgestrahlt werden: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Sehr realistisch erleben die Zuschauer die Abenteuer der beiden Helden. Der Film nach dem bald 60 Jahre alten Kinderbuchklassiker von Michael Ende, der für Kinder ab sieben Jahren empfohlen ist, balanciert geschickt zwischen klamaukigen, spannenden und emotionalen Momenten.

BACKNANG (nis). Film ab: Morgen beginnt die landesweite Schulkinowoche in Baden-Württemberg, an der sich 101 Kinos von Aalen bis Waldshut-Tiengen beteiligen. Bereits heute tauschen rund 200 Backnanger Schüler das Klassenzimmer gegen den Kinosaal und wohnen der Eröffnungsfeier zur 13. Auflage der Veranstaltungsreihe im Kino Universum bei.

Die beiden Filme, die zum Auftakt ausgestrahlt werden, sind ausgebucht. Bereits bevor „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ sowie „Das schönste Mädchen der Welt“ über die Leinwand flimmern, finden filmpädagogische Aktionen für Grundschüler statt. Außerdem gibt es zwei besondere Gäste: Der Regisseur von „Das schönste Mädchen der Welt“ Aaron Lehmann und die Cutterin Ana de Mier y Ortuño stehen nach der Vorführung zum Filmgespräch bereit.

Das nächste Highlight im Rahmen der Schulkinowoche folgt schon morgen: Wenn um 10.30 Uhr das mehrfach prämierte Lowbudget-Kinodebüt „Landrauschen. Hier ist die Welt noch in Ordnung“ ausgestrahlt wird, sind auch Hauptdarstellerin Kathi Wolf und Regisseurin Lisa Miller mit dabei. Die Schüler können mit ihnen ins Gespräch kommen. „Landrauschen“ erzählt von der Freundschaft zweier Außenseiterinnen in einem Dorf in Bayerisch-Schwaben. Der Film wird ab 13 Jahren empfohlen und ist für die Fächer Deutsch, Sozialkunde, Religion, Ethik und Berufsorientierung geeignet. Er behandelt die Themen Jugend, Individuum und Gesellschaft, Identität, Toleranz, Homosexualität, Außenseiter, Liebe, Freundschaft, Zukunft, Familie, Werte, Erwachsenwerden, Diskriminierung und Crowdfunding.

Es wird deutlich: Die Schulkinowoche bedeutet nicht Popcorn statt Pauken. Wenn der Kinosaal zum Klassenzimmer wird, geht es darum, systematisch und altersgerecht Medienkompetenz zu vermitteln. Seit Einführung der neuen Bildungspläne ist Filmbildung ein Bestandteil des Unterrichts in Baden-Württemberg. „Die Schulkinowoche leistet dazu einen wesentlichen Beitrag“, heißt es vonseiten des Landesmedienzentrums Baden-Württemberg, wo das Projektbüro Schulkinowoche angesiedelt ist. Bei den 79 Spiel- und Dokumentarfilmen, Literaturverfilmungen und Animationsfilmen, die landesweit zur Verfügung stehen, handelt es sich um Filme, die wichtige Themen aus den Bildungsplänen aufgreifen und sich eignen, um Filmsprache und Filmwirkung zu thematisieren. Die Schüler lernen auf diese Weise international bedeutsame Filmproduktionen kennen und werden sich der Besonderheiten des Mediums Film, seiner Sprache, Ästhetik und Wirkung bewusst. So wird der Kinosaal zum spannenden Lernort.

Für einige Vorstellungen im Kino Universum können sich Schulklassen noch anmelden. Näheres auf der Homepage www.schulkinowoche-bw.de.