Ein neues Viertel mit 75 Wohneinheiten

Offizieller Startschuss für das Baugebiet Zur Fuchsklinge in Unterweissach – Erstes Areal mit Nahwärme für alle

Die Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Zur Fuchsklinge in Unterweissach sind angelaufen. Gestern fand ein symbolischer erster Spatenstich und Baggerbiss statt. Auf der Fläche zwischen Rombold-Areal und Edeka-Markt entstehen etwa 75 Wohneinheiten. Erstmals wird in der Gemeinde dort auch ein durchgängiges Nahwärmekonzept realisiert.

Auf Los geht’s los: Denise Kipf, eine der künftigen Bauherrinnen in der Fuchsklinge, und Baggerführer Jens Achtenberg in Aktion. Foto: A. Becher

Von Armin Fechter

WEISSACH IM TAL. „Wer will?“ – Bürgermeister Ian Schölzel, eben noch zusammen mit neun Helfern mit dem Spaten in Aktion, schaut sich um. Etliche künftige Bauherren haben sich zu den Gemeinde- und Firmenvertretern, Planern und anderen Offiziellen gesellt, um beim offiziellen Bauauftakt im 2,2 Hektar großen Gebiet Zur Fuchsklinge dabei zu sein. Nun geht es um den symbolischen ersten Baggerbiss. Schölzel muss nicht lange bitten: Denise Kipf, eine der künftigen Bewohnerinnen, schreitet zur Tat, klettert ins Führerhaus und setzt mit Unterstützung von Baggerführer Jens Achtenberg den Arm mit Schaufel in Bewegung.

Rund 75 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände entstehen. Es gibt elf Bauplätze für Ein- und Zweifamilienhäuser und vier für Mehrfamiliengebäude, davon zwei mit einem Anteil an bezahlbarem Wohnraum. Ferner sind vier Flächen für eine gemischte Nutzung mit Gewerbe und Wohnen reserviert. Nicht in den Bebauungsplan eingeschlossen, aber bereits angedacht ist eine Erweiterungsmöglichkeit für den Edeka-Markt.

Das neue Baugebiet hat, wie der Bürgermeister sagte, eine bewegte Geschichte hinter sich. Erste Konzepte aus dem Jahr 2016 wurden im Gemeinderat intensiv diskutiert und noch einmal gründlich überarbeitet, ehe im Jahr darauf die Planungen konkret wurden. Hauptziel sei es gewesen, den Bedarf speziell auch an bezahlbarem Wohnraum zu stillen. Für die nun anvisierten beiden Einheiten soll im Mai ein Konzept im Gemeinderat vorgelegt werden. Nach Stand der Dinge soll der eine Bau von einem privaten Investor errichtet werden, der andere auf genossenschaftlicher Grundlage, wobei es in der Gemeinde Überlegungen gibt, dafür eine eigene kommunale Wohnbaugenossenschaft aus der Taufe zu heben.

Eine Besonderheit des Gebiets stellt das Nahwärmekonzept dar: Alle Bauten werden über ein Blockheizkraftwerk mit Wärme versorgt – ein Novum in der Gemeinde, das die Versorgung der Mehrfamilienhäuser auf dem benachbarten Rombold-Areal noch toppt, und laut Bürgermeister das bis dato größte Energieprojekt in Weissach. Die Anlage wird, wie Reinhard Knüdeler, Vorstand der Energiegemeinschaft Weissacher Tal, sagte, auf dem Gelände in einem Gebäude untergebracht, das nur wenig größer als eine Garage sein soll. Neben Wärme produziert das BHKW auch Strom, der von den Bewohnern bezogen werden kann.

Der Backnanger Planer Jochen Roos erinnerte daran, dass das Gebiet auch zum Ziel hatte, verkehrstechnisch den Ringschluss zum Rombold-Areal zu ermöglichen. Außerdem ist auf einem Teil des Geländes erstmals ein urbanes Gebiet vorgesehen, das eine stärkere Verdichtung und eine freiere Mischung im Bereich Gewerbe/Wohnen ermöglicht.

Ulrich Zwink vom Backnanger Ingenieurbüro Frank steuerte einige Zahlen zum Umfang der Arbeiten bei. So werden im Zuge der Erschließung 12000 Kubikmeter Erde ausgehoben, 700 Meter Kanalrohre sowie 570 Meter Nahwärme- und 310 Meter Wasserleitungen verlegt.

Bei der Erschließung ist die Gemeinde, so Schölzel, preislich gut weggekommen: Die Kosten waren auf knapp 1,6 Millionen Euro veranschlagt, die Firma Klöpfer erhielt den Zuschlag für ein Angebot mit 1,3 Millionen Euro. Die Arbeiten, die bereits begonnen haben, sollen innerhalb von 15 Monaten erledigt sein. Der Abschluss ist für Ende April 2020 anvisiert.