Mal wieder Zeit für einen Dreier

Remiskönig Aspach will Heimspiel gegen Würzburg gewinnen

„Wir wollen total gerne Spiele gewinnen.“ Dass Trainer Florian Schnorrenberg diese Selbstverständlichkeit vor der heutigen Heimaufgabe gegen Würzburg (14 Uhr, Mechatronik-Arena) extra betonen muss, liegt an den vielen Unentschieden, die Großaspachs Fußballer in dieser Saison ansammeln. 16 Stück sind es bereits – kommen drei dazu, wäre es eine neue Drittliga-Bestmarke. Ein Rekord, von dem sich die SG nichts kaufen kann, wenn am Ende der Abstieg steht.

Hat seine Gelbsperre verbüßt und könnte im SG-Heimspiel gegen Würzburg ein Kandidat für die Startelf sein: Dominik Pelivan. Offen ist vor allem, wer als Rechtsverteidiger agiert. Foto: A. Becher

Von Steffen Grün

Mit ihrem 0:0 in Unterhaching rutschten die Aspacher wieder auf einen Abstiegsplatz. Nicht zum ersten Mal in dieser Saison, weshalb Schnorrenberg die Ruhe bewahrt: „Das gefällt uns natürlich nicht, aber wir sind schon einmal herausgekommen.“ Den Ernst der Lage kennt der SG-Trainer vor den letzten neun Partien aber sehr wohl und „wir wissen natürlich, dass noch einmal neun Unentschieden vermutlich nicht reichen würden. Wir müssen die Anzahl der Siege erhöhen“. Deshalb aber auf Teufel komm raus zu attackieren und dem Rivalen vielleicht ins offene Messer zu laufen, lehnt der 41-Jährige ab: Wennein Dreier nicht möglich sei, „ist ein Punkt besser als in letzter Minute noch zu verlieren. Jeder Punkt kann definitiv helfen, das Ziel zu erreichen“. Es geht nur darum, am Ende über dem ominösen Strich zu stehen.

Derzeit liegt der Klub aus dem Fautenhau mit 31 Zählern direkt darunter. Nun geht es darum, die punktgleichen Cottbusser sowie Jena (26) und Aalen (25) aus Distanz zu halten und mindestens einen Verein zu überholen. Braunschweig (32), Zwickau (34), Köln (35) und Lotte (36) scheinen am ehesten in Reichweite, die weiter oben platzierten Teams dürften nur noch im Falle einer ausgemachten Pleitenserie in Gefahr geraten. „Es ist alles sehr eng beieinander“, macht Schnorrenberg seiner Truppe Mut und richtet eine Kampfansage an die Konkurrenten: „Man darf nicht den Fehler machen, uns abzuschreiben.“

Dies tut ziemlich sicher auch niemand, trotzdem wäre es nach vier Unentschieden und einer Niederlage aus den vergangenen fünf Duellen mal wieder an der Zeit, einen Sieg einzufahren. Mit den Würzburger Kickers wird heute der Fünfte erwartet, der mit acht Punkten Rückstand auf den Dritten Wiesbaden mächtig unter Druck steht, wenn er noch ins Aufstiegsrennen eingreifen will. Eigentlich hilft den Unterfranken um die beiden Ex-Aspacher Daniel Hägele und Simon Skarlatidis nur ein Sieg, was wiederum den Hausherren in die Karten spielen könnte. Vielleicht bieten sich Möglichkeiten für schnelles Umschaltspiel.

Der zuletzt gelbgesperrte Dominik Pelivan steht dem Sonnenhof wieder zur Verfügung, sonst ändert sich personell nichts. Patrick Choroba, Michael Vitzthum, Nicolas Jüllich und Joel Gerezgiher fallen weiter aus. Die spannendste Frage ist die nach dem Rechtsverteidiger: Offensivkraft Philipp Hercher wurde in Unterhaching umfunktioniert, im Heimspiel könnte er wieder nach vorne rücken und den Platz mit dem gelernten Rechtsverteidiger Niklas Sommer tauschen. Eine andere Variante: Dominik Pelivan rutscht auf der Doppelsechs in die Startelf und Sebastian Bösel besetzt die rechte Seite in der Viererkette. Schnorrenberg lässt sich nicht in die Karten schauen, aber klar ist so oder so: „Wir wollen total gerne Spiele gewinnen.“

  Beim heutigen SG-Spiel können die Fans wieder den kostenlosen Shuttleservice nutzen. Los geht es am Busbahnhof in Backnang um 13 Uhr, über die Haltestellen Etzwiesenbrücke, Seminar, Rossbergstaffel und Schafhaus Kleinaspach geht es zur Mechatronik-Arena. Rückfahrt: 16.15 Uhr.