Hitlergruß gezeigt, Kripo ermittelt

45-jähriger Mann aus Backnang ruft rechte Parolen vor Moschee

BACKNANG (sil/pm). Dem Polizeirevier Backnang ist am vergangenen Freitag gemeldet worden, dass ein Mann um 13.15 Uhr in der Wilhelmstraße vor der Türkischen Gemeinde den verbotenen Hitlergruß gezeigt habe. Das teilte gestern die Polizei mit. Die Ermittlungen führten zu einem 45-jährigen Mann aus Backnang, der bereits wiederholt polizeilich in Erscheinung getreten ist. Um 17.50 Uhr wurde erneut ein Vorfall gemeldet, wonach mehrere Personen in der Schlachthofstraße rechte Parolen gerufen hätten. Die verständigten Streifen konnten jedoch keine Personen mehr antreffen.

Die Türkisch-Islamische Gemeinde zu Backnang äußerte sich zu dem Vorfall. Mit großem Entsetzen und tiefer Trauer habe man miterlebt, „dass es leider auch in Backnang Menschen gibt, die nach dem schrecklichen Anschlag in Neuseeland keine Hemmungen haben, ihre rechte Gesinnung offen und provokativ auszuleben“, schreibt der Vorsitzende der Gemeinde, Akif Ataman, in einer E-Mail an unsere Redaktion. „Wir als Backnanger Muslime sind tief besorgt um unsere Sicherheit. Wer heute ohne Hemmung vor 40 bis 50 Menschen den Hitlergruß zeigt und diese aufs Übelste beschimpft, der wird nächstes Mal vielleicht seinen Hass anders zum Ausdruck bringen“, heißt es weiter.

Auch die BIG-Partei äußerte sich: „Wir haben Anrufe und E-Mails von etwa 30 Bürgern bekommen, die den Vorfall beobachtet haben und jetzt besorgt sind“, so der Kreisverbandsvorsitzende Murat Düven. „Wir dürfen nicht zulassen, dass solche Vorkommnisse bagatellisiert werden. Und wir treten denen entgegen, die das friedliche Zusammenleben in Backnang stören oder rassistisches oder extremistisches Gedankengut verbreiten.“

Die Ermittlungen dauern an. Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 07151/950-0 bei der Kripo zu melden.