Fast die halbe Liga muss noch zittern

Großaspachs Fußballer reisen am sechstletzten Spieltag zum Kellerduell beim Ex-Bundesligisten Eintracht Braunschweig

Die Dritte Liga ist auf der Zielgeraden, hat 32 von 38 Spieltagen absolviert. Für die Fußballer aus Großaspach steht bis zum Saisonabschluss am 18. Mai wohl Abstiegskampf pur auf dem Plan. Auch morgen, wenn die SG ab 14 Uhr im Kellerduell beim Ex-Bundesligisten Eintracht Braunschweig gefordert ist. In Zugzwang sind aber nicht nur die beiden Mannschaften. Fast die halbe Liga zittert noch.

Von Uwe Flegel

Die Ausgangslage: 45 bis 46 Punkte werden allerorten als Zielmarke angegeben, um nicht zu den vier Absteigern zu zählen. Richtig eng kann das für die Vereine werden, die die 40-Punkte-Marke noch nicht überschritten haben. Selbst Unterhaching ist mit 41 Zählern nicht ganz raus. Erstens treffen die Bayern in ihren restlichen Spielen gleich viermal (Zwickau, Köln, Jena, Lotte) auf Vereine, die ums Überleben kämpfen. Zweitens ist Unterhaching mit nur neun Punkten das zweitschlechteste Rückrundenteam. Dennoch dürfte die Spvgg in den vier erwähnten Duellen sowie gegen Kaiserslautern und Tabellenführer Osnabrück die noch fehlenden vier, fünf Zähler zusammenklauben. Der FSV Zwickau, der 40 Zähler hat, muss schon ein klein wenig mehr aufpassen. Erst recht, wenn am Sonntag das Kellerduell in Unterhaching verloren geht. Richtig eng wird es ab Rang 14, den derzeit Großaspach einnimmt. Nur ein Punkt liegt zwischen Gut und Böse. Selbst dem Drittletzten Energie Cottbus fehlt lediglich ein Sieg, um über den Strich zu kommen. Ganz schwer in Sachen Nichtabstieg wird es für Carl Zeiss Jena und Schlusslicht VfR Aalen. Nimmt man die 45 oder 46 Punkte zum Maß, dann müssen eigentlich beide Klubs wenigstens vier, besser aber fünf ihrer noch sechs anstehenden Vergleiche gewinnen. Eine Herkulesaufgabe.

Das Restprogramm der SG-Konkurrenz: Den vielleicht leichtesten Weg hat der FSV Zwickau vor sich, der gleich viermal auf Mannschaften trifft, die weder mit dem Auf- noch mit dem Abstieg etwas zu tun haben. Zudem haben die Westsachsen nicht nur vier Zähler Vorsprung auf Rang 17, sondern weisen mit 37:38 Treffern auch die beste Tordifferenz der acht Kellerkinder auf. Ansonsten sieht das Programm bei fast allen gefährdeten Teams ähnlich aus. Auch weil einige Kontrahenten sich noch in direktem Duell gegenüberstehen. Mit vier Heim- und nur noch zwei Auswärtsspielen hat der VfR Aalen eigentlich einen Vorteil. Allerdings ist die Mannschaft bisher das schwächste Heimteam (14 Punkte). Und: Es gilt noch wenigstens sechs Zähler aufzuholen. Der VfR ist also morgen im Heimspiel gegen den Fünftletzten Lotte praktisch zum Siegen verdammt, soll das Fünkchen Hoffnung weiterglimmen.

Der bisherige Trend der Rückrunde: Von den acht meist gefährdeten Teams hat Ex-Bundesligist Eintracht Braunschweig mit 23 Punkten die meisten Zähler im zweiten Halbjahr geholt. Die Niedersachsen sind damit viertbeste Rückrundenelf. Mit ihren 17 Zählern nimmt die SG Sonnenhof immerhin Rang elf ein. Allerdings folgen auf den drei Plätzen direkt dahinter mit Köln (17), Zwickau (15) und Cottbus (14) gleich drei Kontrahenten im Abstiegskampf. Auf den fünf hinteren Rückrundenrängen: Schlusslicht Aalen, Lotte (beide 13), Jena (11), Unterhaching (9) und Uerdingen (7).

Aspachs Chancen und Risiken: Die Elf aus dem Fautenhau hat in dieser Saison bisher nur neun Niederlagen kassiert. Zwar gab es auch nur sieben Siege, doch die SG Sonnenhof ist der Unentschiedenkönig der Liga (16). Das bedeutet, dass Großaspach nicht gerade üppig, jedoch regelmäßig gepunktet hat. Im Schnitt waren es in den vergangenen 32 Begegnungen nicht ganz 1,16 Zähler. Hält die Mannschaft von Trainer Florian Schnorrenberg den Schnitt bei, dann kommt sie auf 44 Punkte und muss mächtig bangen. Legt die SG ein wenig zu, dann reicht es knapp. Zum Problem könnte werden, dass Großaspach noch vier Auswärtspartien bestreiten muss und nur gegen Halle und Zwickau noch daheim randarf. Zudem gastieren Kapitän Julian Leist und Co im letzten Saisonspiel bei der momentan punktgleichen Fortuna aus Köln, die in Sachen Ligaverbleib ebenfalls noch heftig strampelt und die Punkte aus dem direkten Vergleich vermutlich ebenso noch benötigt wie die SG Sonnenhof.

Die Prognose: Will die Elf von Florian Schnorrenberg einem Abstiegskampf auf Biegen und Brechen in Köln entgehen, dann muss sie in den fünf vorherigen Begegnungen kräftig Gas geben und punkten. Gelingt in Braunschweig wenigstens ein Teilerfolg, dann steigen die Chancen ein gutes Stück. Erst recht, wenn die SG die Woche drauf in Münster nachlegt. Gelingt das und liegt Aspach vor dem Heimspiel am viertletzten Spieltag gegen Halle auf einem Nichtabstiegsplatz, dann reicht es. Steht die SG nach Münster unterm Strich, dann wird es sehr, sehr eng.