Die Fußstapfen sind sehr groß

Neuer Parcourschef Michael Terigi versucht sich beim Reitturnier in Kirchberg an der Nachfolge von Gerd Haiber

Beim Jubiläumsturnier der Vielseitigkeitsreiter in Kirchberg an der Murr wissen alle, welch große Fußstapfen der im vergangenen Jahr bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommene Gerd Haiber hinterlassen hat. Aber das notwendige Rüstzeug hat sein Nachfolger Michael Terigi, damit das Turnier der Pferdefreunde Obertorhöfe in seiner 25. Auflage ein Erfolg wird.

Michael Terigi verfolgt bei seinem ersten Turnier als Parcourschef die Wettbewerbe.Foto: A. Becher

Von Andreas Ziegele

Große Geschäftigkeit herrscht auf dem Gelände in der Kalkwerkstraße in Kirchberg schon weit vor Beginn der ersten Geländepferdeprüfung. Immerhin geht es um die Qualifikationen zum Bundeschampionat in den Klassen A und L. Während die Reiter zu Fuß oder zu Pferd die Strecke besichtigen, ist einer noch dabei, die letzten Vorbereitungen zu treffen: Michael Terigi, der als Parcourschef seine Premiere in Kirchberg gibt.

Neben ihm sind an diesem Tag rund 30 weitere Helfer im Einsatz, die dazu beitragen, dass die Pferdesportler beste Bedingungen vorfinden. „Zu den Aufgaben eines Parcourschefs zählen neben der Konzeption der Geländestrecke auch die Planung und Platzierung der Hindernisse“, erläutert der in Egenhausen bei Altensteig lebende Terigi. Das alles immer in enger Abstimmung mit den jeweiligen Veranstaltern. Beim Turnier in Kirchberg sind das die Pferdefreunde Obertorhöfe. Und die Qualifikation für diesen Posten ist auch nicht ohne. „Ein Parcourschef muss selbst ein Reitabzeichen besitzen, das von den Richtern abgenommen wird“, sagt Terigi. „Um zu einer Parcourschefprüfung zugelassen zu werden, muss man selbst in einer mittelschweren Klasse geritten sein.“ Mindestens zwei Jahre Erfahrung an der Seite eines erfahrenen Turnierchefs sind ebenfalls Voraussetzung.

Trotz seiner neuen Funktion ist Michael Terigi kein Anfänger im Reitsport und kann alle genannten Qualifikationen vorweisen. Mit seinen 27 Jahren hat er schon jede Menge Erfahrung. Zum einen hatte er beim verstorbenen Gerd Haiber in den vergangenen zwei Jahren Gelegenheit, von einem Meister des Faches zu lernen. Zum anderen war es die Beziehung zu Haiber und sind es die Kenntnisse der Anlage in Kirchberg, auf der er selbst schon geritten ist. Dies alle war mit ausschlaggebend dafür, dass Terigi nun in der Funktion als Parcourschef Verantwortung übernommen hat. „Durch den Tod von Gerd entstand bei den Kirchbergern eine große Lücke auf dieser Position“, sagt Terigi und man sieht ihm an, dass es ihn auch ein wenig stolz macht, dass er angesprochen wurde, in die Bresche zu springen. Nachdem er im vergangenen Jahr seine Prüfungen zum Parcourschef nach zwei Jahren Ausbildung abgelegt hat, ist die Veranstaltung in Kirchberg seine erste als verantwortlicher Parcourschef.

Als eine der wesentlichen Änderungen in Kirchberg beschreibt Terigi die Veränderung beim Start der Geländeprüfung. „Wir fangen dieses Jahr im hinteren Bereich der Anlage an und lassen die Pferde dadurch mehr Richtung Heimat ziehen“, erklärt er. Und mit Heimat sind die Anhänger gemeint, die sich auf den Parkplätzen im vorderen Bereich der Reitanlage befinden. „Dadurch tun sich die Pferde im Gelände etwas leichter“, ergänzt Terigi. Auch die Hindernisse wurden leicht verändert aufgestellt und durchgetauscht. Das höchste Hindernis am ersten Turniertag ist 1,10 Meter hoch, wie er weiter erläutert. „Ich hoffe, dass alle Kurse, die ich hier geplant und gebaut habe, auch gut zu reiten sind“, beschreibt er seine Erwartungshaltung ans Vielseitigkeitsturnier.

Der in Egenhausen wohnende und bei der Stadt Altensteig beschäftigte Forstwirt ist auch am Ende eines Turniertages gut beschäftigt. „Die Hindernisse müssen umgebaut werden, damit im nächsten Wettbewerb die Reiter wieder einen optimalen Absprung vorfinden.“ Ein wenig aufgeregt sei er schon, gibt der Parcourschef dann auch zu. Aber größer als seine Aufregung ist der Respekt, den er seinem Vorgänger zollt: „Die Fußstapfen, die Gerd hier hinterlassen hat, sind für mich noch lange nicht zu erreichen“, gibt sich der 27-Jährige demütig. Um auf dieses Level zu kommen, benötigt man nach seiner Aussage viele Jahre Erfahrung.

Seine nächste Aufgabe steht auch schon fest: Beim Turnier in Radolfzell, das über Ostern stattfindet, wird Terigi als Assistent an der Seite von Rüdiger Rau agieren, der in Kirchberg der technische Delegierte ist. Auf jeden Fall hat das Wetter am ersten Turniertag gehalten. Auch die Prognosen für den heutigen Samstag und den morgigen Sonntag stimmen die Veranstalter optimistisch, dass es guten Sport zu sehen geben wird.