Stark geschwächt und dennoch guten Mutes

Vor dem Abstiegskampf bei der wiedererstarkten Eintracht aus Braunschweig hat Aspachs Fußball-Drittligist große Personalsorgen

Mit dem Schwung vom Heimsieg gegen 1860 München, jedoch ohne die eine oder andere Stammkraft muss Fußball-Drittligist Großaspach heute (14 Uhr) bei Eintracht Braunschweig ran. Der personelle Engpass ändert allerdings nichts am Ziel von Trainer Florian Schnorrenberg: „An die gute Leistung aus dem München-Spiel anknüpfen und unbedingt punkten.“

Hat gegen 1860 München seine Gelbsperre verbüßt und ist heute in Braunschweig für die SG wieder im Einsatz: Der erfahrene Angreifer Timo Röttger. Großaspachs bester Torschütze wird im offensiven Mittelfeld die Position des verletzten Zlatko Janjic einnehmen. Foto: A. Becher

Von Uwe Flegel

1860 München, Eintracht Braunschweig, Preußen Münster. Fußball-Traditionalisten schnalzen mit der Zunge. Denn alle drei Vereine zählten 1963 zu den Gründungsmitgliedern der Fußball-Bundesliga. Für die SG Sonnenhof bedeutet das Trio aber vor allem eins: drei Möglichkeiten in Folge, im Abstiegskampf zu punkten. Beim 1:0 gegen die Münchner Löwen gab es bereits eine große Beute. Die soll bald wieder präsentiert werden. Und das nicht erst am Ostersamstag in Münster, sondern schon heute, wenn sich die Schwaben erneut als Löwendompteur versuchen. Diesmal sollen die aus Braunschweig gezähmt werden. War am Montag der deutsche Meister von 1966 ein Aspacher Opfer, soll mit Braunschweig nun der Titelträger von 1967 erlegt werden.

Wobei das schwer wird. Zwar hatte der Traditionsverein aus Niedersachsen nach seinem Abstieg vergangenen Sommer in Liga drei große Anlaufschwierigkeiten, doch in der Rückrundentabelle nimmt er Rang vier ein. Dass er als Viertletzter dennoch in Abstiegsgefahr schwebt, liegt am katastrophalen ersten Halbjahr. Das ist aber nur schwer wettzumachen. Entsprechend bedeutend ist das heutige Duell für Braunschweig und Aspach. Für beide ist es Abstiegskampf pur.

SG-Trainer Florian Schnorrenberg weiß das. Er sagt: „Wir fahren mit Respekt zu einem direkten Konkurrenten.“ Angst vor dem Gegner sei aber nicht angebracht, so der Coach. Er verspricht: „Jeder unserer Spieler wird alles geben. Wir wollen an die München-Partie anknüpfen und unbedingt punkten.“ Der 41-Jährige kennt allerdings auch die Stärken des Gegners, der im Winter personell noch mal nachgelegt hat. Unter anderem mit dem starken Offensivmann Marcel Bär vom ebenfalls abstiegsbedrohten Aalen. Für Schnorrenberg kann die Eintracht deutlich mehr als der viertletzte Platz besagt: „Braunschweig ist gut im eigenen Ballbesitz, stark im Gegenpressing und hat ein schnelles Umschaltspiel nach Ballgewinn. Hinzu kommt eine hohe individuelle Qualität im Kader.“

Von einem „breiten Kader“ sprach Aspachs Trainer diese Woche, als es um seine Mannschaft ging. Gefragt worden war der Coach zuvor, wie er denn die vielen Ausfälle auffangen will, die der Erfolg gegen München gekostet hatte. In Braunschweig fehlen mit Sebastian Bösel und Zlatko Janjic (beide Muskelfaserriss) sowie Patrick Choroba und Philipp Hercher (beide gelbgesperrt) vier Stammkräfte. Entsprechend stark wird gehofft, dass Jamil Dem (Sprunggelenk) noch fit wird. Seine Zweikampfstärke im zentralen Mittelfeld würde dem Klub aus dem Fautenhau gut zu Gesicht stehen. Zudem könnte der vielseitige Dominik Pelivan dann vom Mittelfeld zurück und die rechte Defensivseite übernehmen, da dort Bösel und Choroba ausfallen. Das Fehlen des erfahrenen Winterzugangs Zlatko Janjic, der es in den bisher elf Einsätzen für die SG bereits auf fünf Tore und drei Vorlagen brachte, soll vom anderen Routinier im Sturm aufgefangen werden. Denn Timo Röttger hat gegen die Münchner Löwen seine Gelbsperre abgesessen und darf nun im Abstiegskampf gegen die Löwen aus Braunschweig wieder ran.