Bitteres Gegentor in der Nachspielzeit

Fußball-Drittligist SG Sonnenhof Großaspach gibt im Kellerduell bei Eintracht Braunschweig noch die 1:0-Führung aus der Hand

Die Fußballer der SG Sonnenhof Großaspach setzten den positiven Trend fort. Im Kellerduell der Dritten Liga hatten die Schwaben den so wichtigen Auswärtssieg nach dem Führungstor von Timo Röttger fast schon in der Tasche, doch in der Nachspielzeit glichen die Niedersachsen durch Julius Düker noch zum 1:1-Endstand aus.

Torhüter Kevin Broll und Kapitän Julian Leist (beim Kopfball) stemmen sich gegen einen der vielen Braunschweiger Angriffe.Foto: S. Hübner

Von Heiko Schmidt

„Wir hätten ein zweites Tor gebraucht, um zu gewinnen“, lautete das Fazit von Großaspachs Trainer Florian Schnorrenberg. Er schob auch gleich nach: „Der Ausgleich tut weh, weil dieser so spät gefallen ist.“ Dabei hatte der Coach vor dem Anpfiff der Partie beim Ex-Bundesligisten drei Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 1:0-Heimsieg zuletzt gegen den TSV 1860 München vorgenommen. Jamil Dem rückte auf die Position des rechten Außenverteidigers für Sebastian Bösel, der aufgrund eines Muskelfaserrisses passen musste. Niklas Sommer begann im offensiven Mittelfeld für den gesperrten Philipp Hercher. Timo Röttger hatte hingegen seine Gelbsperre abgesessen und spielte für Zlatko Janjic (Muskelfaserriss) in der Offensive. Und alle drei Umstellungen wirkten sich positiv im Spiel des Dorfklubs aus.

Dem, der in der Vergangenheit meist im defensiven Mittelfeld der Aspacher zum Einsatz kam, hinterließ hinten rechts einen starken Eindruck. „Er hat seine Sache sehr gut gemacht“, lobte Schnorrenberg. Jedoch musste Dem in der 63. Minute verletzt ausgewechselt werden. „Das sah nicht gut aus, er hat große Probleme im Oberschenkel“, schilderte der Trainer. Auch Sommer zeigte eine recht ansprechende Leistung bei seinem zweiten Startelf-Einsatz in dieser Saison für die SG. „Er ist aber besser in der Offensive als in der Defensive“, stellte Schnorrenberg fest.

Die Offensive belebte auch Röttger. Der Routinier sorgte schließlich dafür, dass die Großaspacher lange von einem Dreier träumen durften. Sein Treffer zum 1:0 für den Sonnenhof war viel Wert. „Ich habe den Ball mit der guten alten Pike reingemacht“, gestand der Stürmer. Für ihn war es um so ärgerlicher, dass seine Mannschaft am Ende lediglich mit einem Punkt nach Hause fuhr. „Das darf nicht passieren. Wir müssen die Führung über die Zeit bringen.“ Ähnlich sah es auch Makana Baku, der die Vorlage zum Führungstreffer gegeben hatte: „Das ist ganz bitter.“ Der wieselflinke Offensivmann gestand aber auch realistisch ein: „Wir hatten die drei Punkte aber auch nicht verdient gehabt und können durchaus mit dem einen Zähler leben.“

Damit meinte er die Feldüberlegenheit und die klareren Chancen für die Braunschweiger. Das spielte auch in der Analyse vom Eintracht-Trainer André Schubert eine entscheidende Rolle. „Wir sind enttäuscht, auch wenn wir spät den Ausgleich machen. Wir waren die dominante Mannschaft, einzig die Qualität im Torabschluss hat uns gefehlt.“ Genauso hat es auch Schnorrenberg gesehen. „Ballkontrolle und Passgenauigkeit haben bei uns in der ersten Halbzeit gefehlt. Nach dem Führungstor haben wir einen großen Fight geliefert, der nicht mit einem Sieg belohnt wurde“, skizzierte der SG-Trainer den Spielverlauf nach. Enttäuscht zeigte sich auch Niklas Sommer über den bitteren Spielausgang für sein Team. „Schade, dass wir zwei Punkte liegen lassen haben“, erklärte der 21-Jährige.

Alle Großaspacher sind aber erleichtert, dass ihre Mannschaft nach dem 33. Spieltag weiterhin auf einem Nichtabstiegsplatz steht. Die Schwaben fielen aber auf Rang 15 zurück. Sie befinden sich jedoch über dem Strich, obwohl die Mitkonkurrenten im Kampf um den Ligaverbleib aus Lotte, Cottbus und Jena punkteten. So müssen die Aspacher auch in den letzten fünf Saisonspielen weitere Zähler einsammeln, um eine weitere Saison in der Dritten Liga zu spielen. Am kommenden Samstag um 14 Uhr steht das nächste Auswärtsspiel bei Preußen Münster auf dem Programm. Vielleicht hat der Dorfklub dann mehr Glück und muss nicht in der Schlussphase des Spiels einen Gegentreffer hinnehmen.