Schienen, Schwellen und Schotter erneuert

Erste Bauphase auf der Murrbahn kommende Woche beendet – Umbauzug liefert Nachschubmaterial für zweiten Bauabschnitt

Rund 37 Kilometer Schienen und 30000 Schwellen werden im Moment auf der Murrbahn neu eingebaut. Für den Personenverkehr ist die Strecke deshalb gesperrt. Aber Ruhe an den Gleisen zwischen Backnang und Hessental? Von wegen, der Bauzug-Verkehr ist rege.

Schweres Gerät für schöne Schienen: Die Stopfmaschine (links) drückt den Schotter unter die Schwellen. Die Kehrmaschine richtet das Gleisbett gerade und reinigt die Anlagen.

Von Nicola Schneider

BACKNANG/SULZBACH AN DER MURR. Fließbandverfahren mit Umbauzug, Anlieferung im Schienenverzug-Zug, Weichenstopfmaschine, Spülwagen, Messwagen, Reinigungszug: Der Laie versteht erst mal Bahnhof am Sulzbacher Bahnhof, wo ein paar Gleis-Bauer die Zeit bis zu ihrem nächsten Arbeitseinsatz auf der Bank wartend verbringen und erklären, was genau sie bei den Baumaßnahmen auf der Murrbahn eigentlich tun.

Ende Juli hat die Deutsche Bahn AG die Strecke zwischen Backnang und Schwäbisch Hall-Hessental für den Personenverkehr gesperrt, um für rund 15 Millionen Euro Gleise und Weichen zu erneuern, Fahrdrähte auszuwechseln und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuziehen. Seitdem rollen bullige Maschinen und Zugkolosse auf der Strecke. Es rattert und quietscht, staubt und rumpelt, dröhnt und klopft. Berge an Schotter, Schienen, Schwellen werden angekarrt. Der Schotterzug, der an diesem Nachmittag im Sulzbacher Bahnhof steht, ist 400 Meter lang. In einen Wagen passen 25 Tonnen Steine. Auf der gesamten Strecke werden rund 40000 Tonnen neuer Schotter verbaut. Die gleiche Menge an herbeigeschafftem neuen Material muss an altem Material auch abtransportiert werden. In zwei Schichten wird Tag und Nacht auf der Murrbahn geschafft. Oft, so sagen die wartenden Gleis-Bauarbeiter vom bauausführenden Firmenkonsortium um Balfour Beatty, haben sie Zuschauer – Jogger, alte Menschen, junge Väter mit Babys. An diesem Nachmittag radelt ein kleiner Bursche, in Begleitung der Oma, auf dem Bahnsteig entlang und zählt die Waggons des Schotterzuges.

Der setzt sich dann behäbig in Gang gen Murrhardt – zum Nachschottern bei Schleißweiler, wie die Bauarbeiter erklären. Das heißt: Die Gleisanlagen wurden mittels einer 400 Meter langen Maschine gereinigt, an bestimmten Streckenabschnitten wurden Weichen, Schienen und Schwellen erneuert, frischer Schotter wurde ausgebracht und mittels Stopfmaschine unter die Schwellen gedrückt, der Messwagen hat die Höhe der Gleise ermittelt. Jetzt muss an den Stellen, an denen die Gleise noch nicht die korrekte Höhe haben, nachgeschottert werden.

Bis kommenden Montag sollen die Arbeiten zwischen Oppenweiler und Murrhardt abgeschlossen sein. Am frühen Dienstagmorgen liefert ein Umbauzug Schwellen-Nachschub. Ab dann ist der Abschnitt Murrhardt – Hessental bis zum 12. September gesperrt. Dabei werden die Gleise zwischen Fichtenberg und Hessental erneuert. Zwischen 9. September und 24. September werden außerdem 1280 Meter Gleise und 4 Weichen im Bahnhof Backnang erneuert.