Strahlende Gesichter schon vor dem Fest

83000 Euro der Aktion „BKZ-Leser helfen“ wurden verteilt – Verleger Werner Stroh: Auf unsere treuen Spender ist Verlass

Strahlende Gesichter gab es gestern bei der Übergabe der Spenden von „BKZ-Leser helfen“. Über den größten Einzelzuschuss darf sich die Erlacher Höhe freuen. Ihr Projekt für Wohnindividualisten wird mit 25000 Euro unterstützt. Aber auch 15 weitere Institutionen, Projekte, Gruppierungen oder Einzelfälle erhalten Geld, sodass unterm Strich 83000 Euro verteilt werden konnten.

Können nicht zuletzt dank der Spendengelder von Herzen strahlen und ihre segensreiche Arbeit fortführen (von links): Heinz Franke, Hermann Witzig, Ruth Merz, Günther Flößer, Birgit Sendler-Koschel, Wolfgang Sartorius und Marius Hamann.Foto: E. Layher

Von Matthias Nothstein

BACKNANG. In schöner Regelmäßigkeit sorgt die Verteilung der Spendengelder am Tag vor Heiligabend für große Freude. So auch gestern, als BKZ-Verleger Werner Stroh die schöne Aufgabe hatte, den Zuschussempfängern die frohe Botschaft zu überbringen. Als Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „BKZ-Leser helfen“ sagte er: „Wir dürfen uns auf unsere treuen Leser und Spender verlassen und können wieder einen stattlichen Betrag verteilen. Das beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“ Stroh glaubt, dass viele Leser gerne spenden, weil sie wissen, dass das Geld sicher bei den Empfängern ankommt und vor Ort Gutes bewirkt. Er erklärte ferner: „Ich freue mich über 1000 Euro, die jemand gibt, ich freue mich aber auch über 10 Euro, die jemand gibt.“ Das Interesse der Leser ist groß, was die ellenlangen Listen mit Spendernamen beweisen. Und die Berichte mit den Spendernamen gehören in der Vorweihnachtszeit zu den meist gelesenen Spalten der BKZ, so lautete die einhellige Meinung.

Kurz umriss Stroh die jeweils geförderten Projekte. Den größten Einzelbetrag gibt es mit 25000 Euro für das Wohnindividualisten-Projekt der Erlacher Höhe. Dort hatte Vorstand Wolfgang Sartorius den Bedarf erkannt, zwölf Einzelapartments für Menschen zu bauen, die sich schwertun, mit anderen unter einem Dach zu leben. Öffentliche Zuschüsse gab es keine dafür, weshalb die Zimmer nach ihrer Fertigstellung erstmals mit gebrauchten Möbeln ausgestattet wurden. Es war aber klar: Das ist keine Lösung auf Dauer. Nun kann Sartorius langlebige und stark beanspruchbare Wohnungseinrichtungen anschaffen.

Unterstützt werden ferner die Beratungsarbeit des Arbeitskreises Asyl, verschiedene Projekte der Schulseelsorge, die Musikgruppe der Lebenshilfe, Trauergruppen der Diakonischen Bezirksstelle, der Backnanger Verein Nûr el Hayyah, der sich um ägyptische Waisenkinder kümmert, oder die seit Jahren aktive Initiative „Zukunft für uns“ in Sulzbach. Aber auch ein Einzelschicksal wird in diesem Jahr mit einem kleinen Betrag gefördert. Es geht um die fünfjährige Erika. Sie wurde bereits mehrfach in Paris operiert. Zuletzt wurden ihr mehrere Organe gleichzeitig transplantiert. Die Mutter betreut das Kind vor Ort, erhält aber nur eine geringe Unkostenerstattung von der Krankenkasse. Mit 1000 Euro sollen die Kosten, die die Familie zusätzlich zur Krankheit des Kindes drücken, ein wenig übernommen werden.

Traditionell bekommen auch die Diakonie- und Sozialstationen im Verbreitungsgebiet einen Fördertopf gefüllt, mit dem sie in all jenen Fällen unbürokratisch helfen können, in denen gesetzliche Hilfen nicht greifen. Wie in der Vergangenheit auch werden genauso das Kreisjugendamt und das Sozialamt der Stadt Backnang mit einem solchen Topf ausgestattet. Neu in dieser Auflistung kommt der Verein Kinder- und Jugendhilfe hinzu. Auch dort sind die Mitarbeiter oft mit Fällen konfrontiert, in denen solch eine schnelle Hilfe sehr sinnvoll ist.

Heinz Franke dankte Verleger Werner Stroh und Redaktionsleiter Reinhard Fiedler für deren Engagement als Vorsitzende des Vereins „BKZ-Leser helfen“. Franke berichtete von vielen Pflichtaufgaben, die von den verschiedenen Institutionen übernommen werden. Für die Kür sei da oft kein Geld übrig, zumal die Leistungen von allen Seiten gekürzt werden und so für existenzielle Engpässe sorgen. Umso dankbarer zeigten sich alle Empfänger für die Spenden. Dieses Geld ermöglicht laut Franke „kleine Highlights, die wir sonst nicht machen könnten“. Kritik äußerte er an der Politik. Gerade in jüngster Zeit würden die Zuschüsse oft gestrichen oder gekürzt mit der Begründung, die Hilfen „werden schon irgendwie weiterlaufen“.

Für die redaktionelle Unterstützung das ganze Jahr über dankte Wolfgang Sartorius. Nur durch die Präsenz in den Medien gebe es eine Präsenz in den Köpfen der Menschen. Und nur so komme es zur Spendenbereitschaft. Ohne Zeitung würden all die Helfer nur im Stillen wirken.