...danach sieht man die Medien anders

Die ersten Medienscouts haben ihre Zertifikate erhalten – Ausbildung erfolgt zum Großteil über Lernen am Computer

Die ersten Medienscouts haben jetzt ihre Zertifikate erhalten. Das ist für Sarah Wagenvoorde aus Oberrot, 15 Jahre und selbst Medienscout-Auszubildende, Anlass, die Welt der Medien(scouts) zu beleuchten. Sie schreibt:

Haben den ersten Schritt geschafft: Medienscouts mit ihren Begleitern. Foto: privat

WINNENDEN. Die Spannung im Raum steigt. Einer der wichtigsten Augenblicke seit Anbeginn der Medienscout-Ausbildung ist da. Dieses kleine Stück Papier ist die Bescheinigung, dass der erste Teil geschafft ist. Jeder wird einzeln aufgerufen und bekommt das Zertifikat und eine Urkunde. Man hört Pfiffe, Rufe und Klatschen. Nachdem jeder Medienscout seine Unterlagen bekommen hat, setzt er sich zufrieden wieder auf seinen Platz.

Aber nun zu der Frage, was ist ein Medienscout überhaupt? Medienscouts sind auf eine gewisse Art mit den Scouts von den Pfadfindern verwandt. Sie versuchen, den Menschen die verschiedenen Möglichkeiten der Medien aufzuzeigen, die man zum Guten benutzen könnte.

Vor anderthalb Jahren entstand die erste Medienscoutgruppe mit ungefähr 15 Leuten. Heute sind es schon zirka 80, die derzeit noch in der Ausbildung stecken oder Referenten sind. Speziell für die Medienscouts wurde ein E-Learning-Server angelegt. Dort sind Texte, kurze Filme und vieles mehr zum Ansehen, Lernen und Benutzen. Aber der Spaß kommt auch nicht zu kurz. Jeder, der in diesem System ein Konto hat, hat gleichzeitig auch ein soziales Netzwerk, auf dem er sich mit den anderen Medienscouts austauschen kann.

Die Veranstalter der ganzen Institution sind Bojan Godina (IKU Institut, Ostfildern), Harald Grübele (Vimotion, Burgstetten) und Leo Keidel (Haus der Prävention, Waiblingen).

Die Medienscouts am Georg-Büchner-Gymnasium, die jetzt mit der Grundausbildung fertig sind, haben die Chancen auf weitere Modulblöcke und Themengebiete, auf die sie sich spezialisieren möchten. Ihr Weg in der Ausbildung war in viele verschiedene Disziplinen unterteilt, die man auf dem Server https:// www.lifetime-learning.de findet. Jeder konnte etwas anderes gut und war dann auch dementsprechend besser. Ein besonderes Event zum Beispiel war der Stopmotion Workshop mit der Filmakademie Baden-Württemberg und der Besuch bei ZDF wiso. Dort besuchten sie die Regieräume und die Studios. Das nächste große Ereignis wird der Besuch in einem Atelier eines Museumsplaners sein. Er hat das weltbekannte Glasgow-Museum in Schottland geplant. Danach vielleicht ein virtuelles Treffen mit einem Senior Technical Artist bei Sony Computer Entertainment aus San Diego.

Ja, die Medienscouts unternehmen interessante Sachen. Sie sind auch am 16. Präventionstag dabei und werden Vorträge halten, genau wie im Jahr davor.

Um das Zertifikat für die Grundausbildung zu bekommen, gibt es einige Aufgaben. Als Erstes sollte man die „Hausaufgaben“ bearbeiten und die zur Gruppe dazugehörigen Übungen machen. Wenn alles durchgearbeitet ist, sollte noch ein Vortrag gehalten werden, um das Zertifikat zu bekommen. Doch am Ende des ersten Abschnittes ist man schon ein Stück weiter den Weg entlanggegangen. Diese Ausbildung ist von mir persönlich zu empfehlen. Danach sieht man die Medien mit anderen Augen.

Die Hauptseite der Medienscouts findet man auf www.school-meets-media.de.