Abschiebestopp gefordert

Diakonie, Caritas und Flüchtlingsrat setzen sich im Landtag für Flüchtlinge aus dem Kosovo ein

BACKNANG/STUTTGART (pm). Einen sofortigen Abschiebestopp und ein humanitäres Bleiberecht von Roma aus dem Kosovo fordern Caritas, Diakonie und der Flüchtlingsrat Baden-Württemberg. Von der Abschiebung bedroht ist auch eine Familie aus Backnang. Bei der Übergabe einer Petition im Landtag sagte Oberkirchenrat Dieter Kaufmann: „Wir setzen uns damit für Menschen ein, die nicht selbst für sich sprechen können, deren Menschenwürde und Menschenrechte bedroht sind.“ Der Vorsitzende des Petitionsausschusses Jörg Döpper zeigte sich beeindruckt von der Vielzahl der Unterzeichner und versprach, von der Regierung eine Stellungnahme einzuholen. Betroffen sind 1200 Personen. Rechtsgrundlage ist ein Abkommen über die „Rückführung“ von kosovarischen Staatsangehörigen, insbesondere der bisher von Abschiebungen ausgenommenen Roma. Trotz vielfältiger Bemühungen sei aber weder die rassistische Atmosphäre in der Region entschärft noch die große wirtschaftliche Not der Roma-Minderheit gemildert worden, sagte Kaufmann. Berichte sprechen von Schikanierungen, Beschimpfungen, Bedrohungen und Gewalttaten. Besonders am Herzen liege den Unterzeichnern die Situation der Kinder: „Kindern, die hier verwurzelt sind und keinerlei Anknüpfungspunkte an das Herkunftsland ihrer Eltern haben, gebührt eine dauerhafte Perspektive in Deutschland. Roma erleben in unserer Gesellschaft vielleicht zum ersten Mal, dass ihre Kinder ohne Vorbehalte angenommen werden; sie sind Klassensprecher, engagieren sich in Jugendgruppen und Vereinen.“ Die 26-jährige Duda B. ist mit acht Jahren nach Deutschland gekommen und bekommt seitdem immer nur für drei Monate eine Duldung. „Wir haben immer Angst, dass wir im nächsten Flugzeug sitzen.“ Inzwischen hat sogar ihre 13 Monate alte Tochter einen Abschiebebescheid bekommen.