Jäger will in diesem Jahr ein zweites Mal heiraten

Einziger Bürgermeisterkandidat hinterließ bei der Bewerbervorstellung einen sehr guten Eindruck – Diplomverwaltungswirt will engagierten Wahlkampf führen

Auch wenn er der einzige Kandidat fürs Bürgermeisteramt ist – Steffen Jäger will einen engagierten Wahlkampf führen. Das hat der Diplomverwaltungswirt bei der Bewerbervorstellung der Gemeinde am Freitagabend angekündigt.

Einziger Kandidat am 6. Dezember: Steffen Jäger.

Von Florian Muhl

OPPENWEILER. Sympathisch kam er rüber, selbstbewusst, souverän und auch schlagfertig. Ein junger Mann, dem man zutraut, ein guter Bürgermeister zu werden. Diesen Eindruck nahmen wohl die meisten der rund 450 Besucher der Bewerbervorstellung von Steffen Jäger mit nach Hause. 2009 wird ein sehr ereignisreiches Jahr für ihn sein, so Jäger. Im Juni heiratete der 30-Jährige seine Frau Martina. Und wenn er am 6. Dezember zum neuen Bürgermeister gewählt wird – und daran zweifelt wohl niemand ernsthaft – „dann werde ich gleich zweimal verheiratet sein – mit meiner Frau Martina und mit der Gemeinde Oppenweiler“, sagte Jäger und erntete damit gleich den ersten Lacher beim Publikum.

Er arbeitet in Stuttgart – ist persönlicher Referent der Ministerin für Arbeit und Soziales – seine Frau arbeitet in Schwäbisch Hall. Als das junge Paar vor vier Jahren ihren Wunsch, zusammenziehen zu wollen, in die Tat umsetzen wollten, schauten sie sich die beiden infrage kommenden Kommunen in der Mitte an – Backnang und Oppenweiler. „Oppenweiler ist schöner“, sagte Jäger, erntete einen weiteren Applaus, um anzufügen, dass sie sich inzwischen sehr gut eingelebt hätten und sich wohlfühlen würden.

Respekt habe er vor dem, was Bernd Brischke zusammen mit dem Gemeinderat die vergangenen 32 Jahre geleistet hat. Die Gemeinde sei sehr gut aufgestellt, die Rahmenbedingungen stimmen, er trete in große Fußstapfen. Trotzdem: Er traut sich dieses Amt zu, ist neugierig, will die vor ihm liegenden Aufgaben anpacken. An der seitherigen Ausrichtung der Gemeinde „gibt es nichts zu ändern – ohne Wenn und Aber“, sagt Jäger. Dennoch sieht er fünf Säulen, auf denen er sein Engagement ausrichten will. Zum einen will er die Stärke der ortsansässigen Wirtschaft erhalten, zum anderen den gesellschaftlichen Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde auch in Zukunft fördern. Darüber hinaus will der zukünftige Rathauschef, der bei seinem Amtsantritt am 1. März 31 Jahre alt sein wird, die Attraktivität der Gemeinde für junge Familien weiter steigern. Weitere Ziele sind, die gute Versorgung aller Generationen zu sichern sowie eine zukunftsfähige Infrastruktur zu erhalten und noch weiter auszubauen.

Ein Dauerbrenner sei die Ortsdurchfahrt (B14), die den Ort durchschneidet. Auch wenn die Entscheidung, daran etwas zu verändern, in Berlin getroffen werden würde, „mein Ziel ist die Verwirklichung der Ortsumgehung“, sagte Jäger. Die Erwartungen sollten diesbezüglich aber nicht zu hoch geschraubt werden. „Nicht, dass Sie denken, am 6. werde ich gewählt und am 7. rollen die Bagger an.“ Dennoch, er wolle alles dran setzen, „das Nadelöhr Oppenweiler“ zu beseitigen, damit es keinen Grund mehr dafür gebe, die Gemeinde weiterhin scherzhaft „Ampelweiler“ zu nennen.

Die erste Frage aus den Zuschauerreihen, warum sich der Gemeinderat nicht um weitere Bewerber bemüht habe, wurde mit Kopfschütteln und Raunen begleitet. Was soll Jäger darauf antworten, mögen sich viele Zuschauer gefragt haben. So war’s kein Wunder, dass eben dieser entsprechend antwortete: „Da kann ich jetzt nicht viel dazu sagen.“ Doch Jäger setzte schlagfertig nach: „Ich habe meine Bewerbung abgegeben und damit mein Möglichstes dazu beigetragen, dass es viele Bewerber gibt.“

Ein anderer Fragesteller, der wusste, dass Jäger vor Jahren bei der Landesversicherungsanstalt in Freiburg beschäftigt war, äußerte seine Hoffnung: „Hoffentlich haben Sie da von den Gelbfüßlern nicht zu viel mitbekommen.“ Dazu Jäger, der in Karlsruhe zur Welt kam: „Ich sehe mich als echten Baden-Württemberger.“