Strategien gegen Rechtsextremismus abgesegnet

Nachwuchs der Grünen wählte gestern in Backnang neuen Landesvorstand – Über 100 junge Politiker in der Freien Waldorfschule
Spannung in der Freien Waldorfschule: Nach einem Wahlgang werden die Stimmen ausgezählt. Foto: J. Fiedler

BACKNANG (me). Am Wochenende traf sich die Grüne Jugend Baden-Württemberg zu ihrer Landesmitgliederversammlung in der Freien Waldorfschule in Backnang. Im Vordergrund der dreitägigen Veranstaltung standen die Diskussion und Verabschiedung der Resolution zum Thema Rechtsextremismus und die Wahl des gesamten Landesvorstandes.

Am Samstag beschloss die Nachwuchsorganisation der Grünen mit großer Mehrheit die Resolution „Strategien gegen Rechtsextremismus und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit“. – „Der Brandanschlag, der im April in Winterbach auf eine Gruppe Jugendlicher mit Migrationshintergrund verübt wurde, zeigt die Brisanz des Themas. Wir machen deutlich, dass rechtsextremistische und faschistische Ideologien keinen Platz in der Gesellschaft haben“, erklärt Jessica Messinger, Landessprecherin der Grünen Jugend Baden-Württemberg.

Gestern wählten die Mitglieder den gesamten Landesvorstand neu. In das achtköpfige Gremium wurden Nina Pfuhl aus Leutenbach-Nellmersbach, Dora Streibl aus Gerlingen, Daniel Bernau aus Mannheim, Patrick Klaiber aus Reutlingen und Florian Ruf aus Freiburg als Beisitzer gewählt. In den geschäftsführenden Landesvorstand wurden Julia Mies aus Göppingen als Landesschatzmeisterin, Jessica Messinger aus Tübingen als Landessprecherin und Marcel Emmerich aus Reutlingen als Landessprecher gewählt.

Auch der Regierungsstart war am Rande der Veranstaltung in aller Munde. Somit bewerteten die beiden frisch gewählten Landessprecher die ersten Regierungswochen der grün-roten Landesregierung. „Die grün-rote Landesregierung befindet sich noch in der Orientierungsphase, doch der Politikwechsel beginnt jetzt schon. „Die Aufbruchstimmung ist landesweit zu spüren“, sagte Messinger. „Die Umsetzung grüner Ideen – besonders die sozial gerechte Erneuerung des Bildungssystems und die Gleichberechtigung von Lesben und Schwulen im Land – muss jetzt zügig angepackt werden. Zudem warnen wir die Landesregierung davor, dem Innenminister Reinhold Gall in seiner Law-and-Order-Mentalität zu folgen“, erklärte Emmerich ergänzend.