Votum für Hackschnitzelanlage

Schule, Kindergarten, Sporthalle und Vereinsheim sollen ab 2012 mit Nahwärme versorgt werden

Der Gemeinderat begrüßt das Konzept Nahwärmeversorgung Schule, Kindergarten, Sporthalle und Vereinsheim. Als Energieträger haben Hackschnitzel den Vortritt vor Pellets erhalten. Im Etat 2012 werden Finanzmittel dafür eingeplant.

Von Florian Muhl

ALTHÜTTE. Im Beschlussvorschlag der Verwaltung hieß es zwar: „Die Gemeinde wird die Variante 2 der Untersuchung (Pelletheizung) umsetzen“. Doch nachdem Wolfgang Schuler vom gleichnamigen Ingenieurbüro (IBS) aus Bietigheim-Bissingen sein Konzept in der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend vorgestellt hatte, sprachen sich die Volksvertreter ausnahmslos für Hackschnitzel als Wunsch-Energieträger Nummer eins aus. Schließlich sei man eine Waldgemeinde, der Rohstoff liegt vor der Tür und es gebe heimische Lieferanten, beispielsweise der Maschinenring, so Bürgermeister Reinhold Sczuka. Pellets sind zwar auch aus Holz gefertigt, doch die Produktionsanlagen liegen meist im Ausland, hieß es, und selbst die Öl-Multis mischten jetzt in diesem Markt mit.

Schuler rät dringend dazu, die beiden bestehenden und funktionstüchtigen Ölheizungen in der Grundschule (140 kW, Baujahr 2004) und in der Sporthalle (230 kW, Baujahr 2006) zu belassen. Einerseits als Sicherheit, andererseits, um den Spitzenbedarf abzudecken. Ziel und Grund für das Gutachten ist und war es, dass sich die Gemeinde bei der Wärmeversorgung von öffentlichen Gebäuden mittelfristig von fossilen Brennstoffen verabschiedet. Neben Schule, Kindergarten, Sporthalle und Vereinsheim soll später auch der Anschluss des Rathauses und des Gebäudes Rathausplatz 3 sowie des Feuerwehrgerätehauses und des möglichen Altenheims möglich sein. Je mehr Gebäude ans Netz angeschlossen sind, desto wirtschaftlicher arbeitet eine Hackschnitzelanlage.

Zunächst sah es während der Sitzung nicht danach aus, dass die Hackschnitzel eine reelle Chance haben. Zwar arbeiten die beiden Heizungen Hackschnitzel und Pellets, die jeweils in der Grundschule untergebracht werden würden, laut Schuler im Betrieb gleich wirtschaftlich, jeweils rund 38000 Euro pro Jahr. Doch bei den Baukosten liegen sie weit auseinander, so der Ingenieur. Während er die Investitionskosten für die Pelletheizung mit 250000 Euro angab, müsste die Gemeinde in die Hackschnitzelanlage knapp 400000 Euro stecken. Da meldete sich Reinhard Pfeil zu Wort. „Ich kenne mich beim Bau ein bissle aus“, sagte der Bauunternehmer. Den notwendigen Umbau in der Schule für Hackschnitzel könne er für die Hälfte anbieten. Damit sei diese Variante wieder konkurrenzfähig mit der Pelletanlage. Schuler gab zu, einen größeren Sicherheitsfaktor miteingerechnet zu haben.

Der Gemeinderat beauftragte die Verwaltung und das Büro IBS, zur Verfügung stehende Zuschussmittel fürs Vorhaben zu beantragen und die Maßnahme umzusetzen. Zudem wollen sich die Gemeinderäte verschiedene Hackschnitzelanlagen in der Umgebung ansehen.