Urwald, Schluchten und bizarre Felsen

Naturparkführer stellen ihre Lieblingstouren vor (10 und Schluss): Auf Naturpfaden über Bäche und Bäume

Diese kurze Tour überwiegend auf Naturpfaden repräsentiert die Besonderheiten des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald. Die Strecke geht, so Naturparkführerin Petra Kuch, durch urwaldartige Schluchten zu bizarren Felsen und aussichtsreichen Höhen.

 Wartet mit spektakulärer Natur auf: Wanderung bei Vorderbüchelberg.
Wartet mit spektakulärer Natur auf: Wanderung bei Vorderbüchelberg.

Schräg gegenüber der Hinweistafel am Parkplatz Seewiese zwischen Großhöchberg und Vorderbüchelberg führt ein schmaler Trampelpfad in das Naturschutzgebiet Bodenbachschlucht. Zunächst führt der Weg leicht links durch dichten Wald. Bereits nach ein paar Metern stehen Sie direkt oberhalb am Beginn der steilen Schlucht. Der Weg folgt nach links und führt über große Felsbrocken, dann geht es rechts weiter hinunter. In diesem Bereich kann man sehr gut sehen, wie die Erosionskräfte in dieser Schlucht wirken, immer wieder stürzen Felsbrocken, oder es rutschen ganze Hänge in die Schlucht hinunter. Unten liegen kreuz und quer große alte Fichten- und Buchenstämme, die mit den Erd- und Steinmassen in die Tiefe gerutscht sind, und lassen den typischen Urwald-Charakter dieses Naturschutzgebietes erkennen. Folgen Sie weiter dem schmalen Pfad, der Sie immer wieder in engen Kehren über kleine Seitenklingen und Rinnsale führt. Die Stege und Geländer sind in den letzten Jahren ein Opfer der Witterung geworden. Aber man kommt mit dem richtigen Schuhwerk gut über die Felsen, Baumwurzeln, nassen Stellen und kleinen Bäche hinüber.

Der Weg führt an drei großen alten Fichten vorbei weiter hinunter in die Schlucht. Dann kommt eine größere Rutschung, über die Sie aber gut hinwegwandern können. Danach windet sich der Weg wieder serpentinenartig weiter nach unten. Halten Sie sich immer auf dem Pfad dicht über dem linken Schluchtenrand. Der Weg führt nun geradeaus ins Tal des Dentelbachs. Es geht noch einmal links um den Hang herum. Der Weg führt über den Dentelbach und steigt zu einer befestigten Forststraße an. Dieser folgen Sie nach links. Nach etwa 50 Metern kommt eine Gabelung. Sie wählen den linken Weg, bis Sie zu einer scharfen Linkskurve gelangen. In der Kurve biegen Sie rechts ab zu einem Brunnen und einer Bank. Hier können Sie kurz Rast machen und dem gemächlichen Gurgeln des Baches lauschen.

Nach etwa 50 Metern geht es an einer seichten Stelle über den Bach. Ein schmaler Trampelpfad führt links steil hoch und führt durch frei geschnittene Brombeerhecken. Sie folgen dem Weg weiterhin aufwärts über Baumwurzeln und halten sich rechts. Der Weg führt geradeaus und dann rechts. Sie marschieren steil die Klinge hinunter und dann auf der anderen Seite die in die Erde gegrabenen Stufen steil nach oben. Der Weg geht über Wurzeln von großen Fichten und führt durch Heidelbeeren und Moose weiter steil bergan, bis Sie zu einer geschotterten Forststraße gelangen. Sie laufen links ungefähr 150 Meter die Forststraße entlang. In der Linkskurve gehen Sie rechts hinter zum Naturdenkmal Hohler Stein, das sich nach etwa 120 Metern vor Ihnen auftürmt. Sie stehen dann vor einem Erosionsdenkmal auf 485 Metern Meereshöhe. An diesem Denkmal kann man gut erkennen wie „steter Tropfen höhlt den Stein“ wirkt. Der Stubensandstein wird seit Tausenden von Jahren mit geringer, aber stetiger Wasser- und Frostkraft ausgehöhlt. Nach einer kurzen Verschnauf- und Besichtigungspause am kleinen Wasserfall gehen Sie dann rechts am Naturdenkmal vorbei über Steine, steil nach oben. Der Weg führt über Stufen, erst links, dann rechts. Dann geht es ein paar große Stufen hinunter und über eine große Steinplatte hinüber zum Eingang des Naturdenkmals Tobelschlucht.

Es sind noch ein paar Stufen zu überwinden, bevor Sie zum nächsten sehenswerten Erosionsdenkmal blicken. Rechts, links und vor Ihnen sehen Sie beeindruckende Felsformationen. Erst vor kurzer Zeit gab es hier wieder einen Felssturz. Die massiven Blöcke liegen unberührt zwischen exotischen Zedernbäumen.

Sie gehen nach vorne zum Beginn der Schlucht, hier führt der Weg rechts aus der Schlucht heraus. Baumwurzeln und in Fels gehauene Stufen sind zu überwinden, und Sie müssen eine jüngst umgestürzte Buche überqueren, was aber keine Probleme bereitet. Zahlreiche Wanderer vor Ihnen haben schon einen Weg frei gemacht. Dann haben Sie es fast geschafft: Sie stehen direkt vor der schmalen Fahrstraße nach Großhöchberg. Rechts vom Weg liegt ein Grillplatz, der zur Rast einlädt. Direkt neben dem Grillplatz befindet sich ein weiteres Naturdenkmal, ein kleiner Teich. Nach der erholsamen Rast gehen Sie links die asphaltierte Straße etwa 20 Meter entlang und biegen dann rechts in den geschotterten Forstweg (Fischbachweg) ein. 10 Meter nach dem Forststraßen-Schild verlassen Sie die Fahrstraße und biegen links in einen schmalen Naturweg ein (blaues Kreuz). Etwa 30 Höhenmeter geht es noch einmal steil nach oben, immer geradeaus geht es dann auf die Hochfläche Greut, die auf 563 Höhenmetern liegt. Nun sind Sie oben angelangt und gehen den schmalen Pfad links am Waldrand entlang für etwa 200 Meter, dann folgen Sie geradeaus den geschotterten und nach ein paar Metern asphaltierten Weg. Genießen Sie hier den herrlichen Ausblick auf den nördlichen Naturpark. Vor Ihnen liegen die Löwensteiner Berge und der Mainhardter Wald. Weiter rechts erkennen Sie im Hintergrund die Waldenburger Berge mit dem großen Sendemast sowie die Ortschaften Kleinerlach und Neufürstenhütte. Schön erkennt man auch das Mosaik aus Wald und offenen Wiesen- und Ackerflächen sowie die weit verstreuten Weiler, ein typisches Merkmal des Naturparks Schwäbisch-Fränkischer Wald.

Nach der grandiosen Aussicht gehen Sie immer geradeaus den Berg hinunter, durch ein kleines Wäldchen und stoßen auf die kleine Fahrstraße nach Großhöchberg. Der Parkplatz Seewiese, Ihr Ausgangspunkt, liegt nun vor Ihnen.