Powermoves fast wie die Profis

Workshops, Wettbewerb und Feier verwandelten die Stadthalle in einen Breakdance-Tempel

Hip-Hop around the clock: Die Breakdance-Gruppe der Volkshochschule hat zusammen mit ihrem Lehrer Heiko Becker die Stadthalle zum Breakdance-Tempel gemacht. Mit Workshops, einem Wettbewerb und den Discjockeys Cut Masta Reen und Heiko Becker alias Smurf gab’s für die Jugendlichen viele Möglichkeiten zum Abtanzen.

Sind mit Eifer dabei, außer Puste und ziemlich gelehrig: Die Schüler üben Powermoves, die ihnen Lehrer Pocket zuvor vorgetanzt hat. Foto: P. Neumann

Von Petra Neumann

MURRHARDT. Damit die Tanzfreudigen den richtigen Einstieg in diesen Stil finden konnten, gab es zunächst drei Workshops, die sich verschiedenen stilistischen Richtungen des Hip-Hop widmeten: Das Locking bezeichnet Gesten, die Comic- oder Marionettenfiguren imitieren. Es ist das Spezialgebiet von Alice Toon, die die erste Unterrichtseinheit leitet. Die Tänzerin ist Mitglied der Functastic Family. Genauso wie Domenico PoppinSnack Scalici, der Anweisungen im Electric Boogaloo gibt. Dieser Stil enthält Elemente des Locking, des Popping (kurze, mechanische Bewegung ähnlich einer Maschine oder eines Roboters) und des Boogaloo Styles. Pocket alias Alexander Andrejewitsch, der schon manchen bedeutenden Preis eingeheimst und die Backnanger Gruppe Streetlife gegründet hat, gibt sein Wissen in Sachen Breakdance weiter.

Es sind immerhin 15 Teilnehmer, die beim letzten Workshop noch immer die Puste haben, mitzumachen. Die schweißtreibende Anstrengung ist allen ins Gesicht geschrieben. Pocket erklärt die einzelnen Schritte und tanzt sie vor. Die Teilnehmer stellen sich ziemlich gut an und sind mit Feuereifer dabei, derweil die Musik in guter Lautstärke den nötigen Drive bringt. Nach einer Weile zitiert der Lehrer seine Schüler mit einem Fingerzeig zu sich. Sie bilden eine Traube um ihn und stieben kurz darauf wieder auseinander. Jeder soll seine Kunstfertigkeit den anderen vorführen. Die Stimmung ist entspannt. Die Darbietungen der Kleinsten werden ebenso beklatscht wie jene der weit Fortgeschrittenen. Und dann das Ganze nochmals: die Schrittkombination Six-Step als Basisschritt, dann einige Powermoves oder Drehungen um die eigene Körperachse, versucht werden Windmill und Downrock.

In der sich anschließenden Pause werden die Mitglieder der Jury für den Wettbewerb, der hier als Battle bezeichnet wird, erwartet: Nikola Cvetanovic A.K.A. Fresh NC, Fausan V-San Abouharia und Melody Adjdadi aus Saarbrücken. Als Conférencier fungiert Poppz. Klar, dass jeder, auch Heiko Becker, aufgefordert wird, eine Runde seines Könnens zu demonstrieren.

Zunächst wird das Popping beurteilt. Fünf Tänzer hatten sich angemeldet. Dimi, Joo, Jokeipop, Paul und PoppinSnack. Die Darbietungen sind gut, nach einigen Runden und einem spannenden Schulter-an-Schulter-Wettkampf gewinnt Jokeipop aus Frankreich knapp vor PoppinSnack. Beim Finale der Breakdancer geht’s fetzig zu. Die beiden Favoriten Pocket und Shorty machen Powermoves, das einem der Atem stockt. Hammermäßig. Wieder tun sich die Schiedsrichter schwer zu entscheiden. Pocket winkt schließlich ab und deutet auf sein Herz. Am Schluss gibt es ein Unentschieden, weil beide Tänzer ausgezeichnet sind.

Die Leiterin der VHS-Murrhardt, Birgit Wolf, kann sich eine Wiederholung der Veranstaltung durchaus vorstellen. Schließlich sollen die tanzfreudigen Jugendlichen bei der Stange bleiben – vielleicht sind sie in ein paar Jahren interessiert, an anderen Kursen teilzunehmen.