Der Wille zu einem Gemeinde-Stromnetz ist da

SPD spricht sich dafür aus, dass die Versorgung im Weissacher Tal in kommunale Hand übernommen wird

WEISSACH IM TAL (pm). Die SPD im Weissacher Tal will sich dafür einsetzen, die Stromversorgung im Täle Schritt für Schritt in die Verantwortung der Gemeinden zu übertragen. Darauf verständigten sich die Täles-Genossen bei einer Mitgliederversammlung. Die SPD unterstütze damit das zentrale Anliegen des örtlichen Solarvereins, informiert der Ortsverein in einem Pressebericht.

Martin Lang vom Solarverein Weissacher Tal, Backnanger Bucht und Welzheimer Wald erläuterte dessen Konzept. Danach soll zunächst eine Netz-GmbH gegründet werden, die das Stromnetz übernimmt. Daran beteiligt werden sollen die Gemeinden, die Energiegenossenschaft Weissacher Tal und einzelne finanzkräftige Bürger.

Dafür müssten, so Martin Lang, acht Millionen Euro für die drei Tälesgemeinden aufgebracht werden. Jeder, der Strom durch das Netz leiten wolle, müsse dann dafür Gebühren zahlen. So könnte die Netz-GmbH Gewinne machen und die Einstiegskosten refinanzieren. In einem zweiten Schritt soll dann eine Betreibergesellschaft gegründet werden, die das Stromnetz von der Netz-GmbH pachtet und ins Stromgeschäft einsteigt. Dafür könne sich jeder bewerben, von der Süwag über die Stadtwerke bis zu neugegründeten Dorfwerken. Eine solche Firma könne mit Strom handeln, Strom produzieren und so Einfluss nehmen auf die Energiegewinnung und die Tarifgestaltung.

Für den SPD-Vorsitzenden Jürgen Hestler ist dies ein gangbarer Weg. Er warnte aber davor, dies im Alleingang machen zu wollen: „Wir sind hier nicht in Schönau. Wir haben keine Sladeks. Deshalb brauchen wir starke Partner. Eine Gemeinde allein kann das nicht stemmen.“ Er spielte damit auf die Energiewerke Schönau und deren Initiatoren, das Ehepaar Sladek, an. Die aus Murrhardt stammenden Stromrebellen hatten in einem langen juristischen Kampf eigene Dorfwerke für die kleine Schwarzwaldgemeinde Schönau durchgefochten und damit den großen Energiekonzernen Zugeständnisse abgerungen. Michael Sladek hat auf dem Roten Stuhl über diesen Kampf berichtet. „Schönau lässt sich nicht eins zu eins auf das Weissacher Tal übertragen. Aber es macht uns Mut, vom eigenen sauberen Tälesstrom zu träumen“, so Hestler. Die anwesenden Gemeinderäte wurden gebeten, in einem ersten Schritt für eine eigene Netz-GmbH im Verbund mit anderen Gemeinden in der Backnanger Bucht und im Murrtal einzutreten.