Bizedonien existiert drei Tage lang

Premiere: Als erste Gesamtschule in Baden-Württemberg veranstaltet das Bildungszentrum die „Schule als Staat“-Aktion

Für drei Tage – Mittwoch bis Freitag – verwandelt sich das Bildungszentrum Weissacher Tal in den Staat Bizedonien. Erstmals in Baden-Württemberg findet das SMV-Projekt „Schule als Staat” damit in einer Schule mit drei Schularten statt. Bize-Schülerin Gudrun Bleyer erklärt, wie das Projekt funktioniert.

Wird am Freitag um 19 Uhr feierlich seine Macht an die Schulleitung zurück geben: Der Präsident Bizedoniens, Henrik Schreiber. Die Farben der Staatsflagge sind von den Farben der Klassenbücher abgeleitet, so steht grün für die Werkrealschule, gelb für die Realschule und rot fürs Gymnasium. Das Symbol mit den drei gelben Pfeilen lehnt sich an das Symbol des Bize an. Der grüne Strichcode ist ein Binärcode und steht für die Zahl 42, die laut dem Roman „Per Anhalter durch die Galaxis” die Antwort „nach dem Leben, dem Universum und dem ganzen Rest“ ist. Foto: privat

WEISSACH IM TAL. Vom 1. bis 3. Februar startet das Bildungszentrum nach eineinhalb Jahren Vorbereitung als erste Gesamtschule überhaupt das Projekt „Schule als Staat“. In diesen drei Tagen formen Schüler aller Schularten sowie Lehrer und Schulleitung im Rahmen des deutschlandweit bekannten Projekts einen Staat mit eigenem Parlament, Justizwesen, Währung und Geschäften.

Zweck dieses Projektes ist es, den Schülern näherzubringen, wie ein Staat überhaupt funktioniert und seine Problematiken zu erkennen. Der Beschluss zur Durchführung des Projekts fiel vor ungefähr eineinhalb Jahren. Seitdem arbeiten engagierte Schüler und Lehrer an einem Prinzip, nach dem in den drei Projekttagen eine möglichst funktionsfähige Projektion eines Staates bestehen kann. Dafür wurden schon früh Ausschüsse gebildet, um Grundlagen wie eine Verfassung und die Wahl des Parlaments auszuarbeiten und zu ermöglichen sowie Sponsoren zu finden und eine Art Wirtschaft im Staat zu ermöglichen.

Inzwischen hat Bizedonien, wie die Republik von seinen Bürgern und Bürgerinnen getauft wurde, seine eigene Währung, ein eigenes Parlament mit eigenen Gesetzen und schon über 200 Anmeldungen für Betriebe von Schülern und Lehrern, welche in dem Projekt absolut gleichberechtigt sind. Diese Betriebe bieten ein breites Band von Dienstleistungen wie Nagelstudios, Gamingzentren, Kinos, aber auch Gastronomiegeschäften wie Cafés, Imbissstände und alkoholfreie Cocktailbars.

Auch außerhalb des Marktes bietet Bizedonien durch Sportevents wie dem Fußball- und Volleyballturnier und der freien Künstlerbühne ein abwechslungsreiches Angebot.

Die bizedonische Regierung gibt sich bezüglich der bevorstehenden Projekttage optimistisch: „Die ganze Arbeit hat sich gelohnt, Bizedonien wird mit Sicherheit ein großer Erfolg“, sagt Justizminister Johannes Scheller.

Es wird eingeladen, den Staat während seiner Öffnungszeiten (Mittwoch und Donnerstag von 8 bis 16 Uhr, Freitag von 11 bis 21 Uhr) zu besuchen und an dieser Erfahrung teilzuhaben. Offizielles Ende des Projekts stellt eine Zeremonie mit der Machtübergabe des Präsidenten Bizedoniens Henrik Schreiber an die Schulleitung am Freitag um 19 Uhr dar.

Weitere Informationen zum Projekt und den Events gibt es unter: www.bizedonien.de.