Frank Nopper mit 87 Prozent im Amt bestätigt

Herausforderer Dennis Damaschke erreichte 12,5 Prozent – Wahlbeteiligung lag bei 37 Prozent – In Strümpfelbach schnitt Nopper am schlechtesten ab

Dr. Frank Nopper bleibt Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Backnang. Knapp 87 Prozent der Wähler sprachen ihm gestern ihr Vertrauen aus. Sein Herausforderer Dennis Damaschke erreichte beachtliche 12,5 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag leider nur bei knapp 37 Prozent.

Faire Kontrahenten: Dennis Damaschke (links), Frank Nopper.

Von Renate Häussermann

BACKNANG. Es war keine Frage, ob Frank Nopper weiterhin an der Spitze der Stadtverwaltung bleibt. Fraglich war nur, mit welchem Ergebnis er nach seiner achtjährigen OB-Tätigkeit die zweite Amtsperiode antritt. Fraglich war auch, wie viele der 25730 Wähler tatsächlich ihre Stimme abgeben. Und fraglich war schließlich, wie viele Backnanger hinter den Namen des Mitbewerbers Dennis Damaschke ihr Kreuz machen.

Es ist 18 Uhr. Die Wahllokale schließen. Es ist 18.05 Uhr, als das erste Ergebnis über die Leinwand im Sitzungssaal des Rathauses flimmert. Es ist mucksmäuschen still. 94,7 Prozent für Nopper, 5,3 Prozent für Damaschke. Dann Gemurmel, Gekicher. Das erste Ergebnis kommt vom Wahlbezirk Staigacker. 166 Wahlberechtigte gibt es dort. 19 Bürger haben gewählt, 18 von ihnen gaben ihre Stimme dem amtierenden OB. 1 Stimme ging an Damaschke.

Das höchste Ergebnis mit 95,8 Prozent fährt Nopper im Wahlbezirk Gemeindezentrum Sachsenweiler ein. Sein schlechtestes Ergebnis mit 75,8 Prozent geben ihm die Strümpfelbacher mit auf den Weg. Möglich, dass die Bürger in Sachen Krematorium schon mal einen Warnschuss abgegeben haben. Damaschke erhält in Strümpfelbach sein mit Abstand bestes Ergebnis: 23,2 Prozent.

Es ist noch nicht einmal 19 Uhr, da steht das Ergebnis der Oberbürgermeisterwahl fest: Frank Nopper ist mit 86, 8 Prozent im Amt bestätigt. Dennis Damaschke hat immerhin 12,5 Prozent für sich verbuchen können. Ein strahlender Frank Nopper betritt mit Ehefrau Gudrun und den Söhnen Carl Alexander und Franz Ferdinand den Saal. Unters Publikum gemischt hat sich auch Dennis Damaschke. Diesmal in Freizeitkleidung und nicht in Begleitung seiner Ehefrau. Fast zeitgleich mit Nopper kommen sein OB-Kollege Jürgen Oswald aus Weinstadt und Bürgermeister Karl Ostfalk aus Auenwald in den Sitzungssaal. Die Bürgermeister der Umlandgemeinden lassen sich entschuldigen; sie sind in Kirchberg an der Murr, wo Frank Hornek erneut zum Bürgermeister gekürt wurde.

„Der Alte ist der Neue“, sagt Erster Bürgermeister und Vorsitzender des Gemeindewahlausschusses, Michael Balzer, durchs Mikrofon. Frank Nopper, etwas schmäler geworden in den vergangenen Wochen, ist „dankbar, froh und glücklich“ und bedankt sich für den „überwältigenden Vertrauensbeweis“. Er dankt auch Dennis Damaschke, der durch seine Kandidatur eine demokratische Auswahl ermöglicht habe. Er verspricht, dass das Wahlergebnis für ihn Ansporn und Verpflichtung sei. Er wolle ein Oberbürgermeister für alle Backnanger sein und einen breiten Konsens mit allen Bürgern anstreben. „Das war’s. Gibt’s auch etwas zu trinken?“ Mit Wasser und Saft kann angestoßen werden. Die Korken lassen Nopper und seine Fangemeinde in neutralem Rahmen knallen. Umso mehr Hände darf er schütteln und gute Wünsche für die nächsten acht Jahre entgegennehmen. Die Wahlbeteiligung, sagt er am Rande, finde er nicht schlecht. „Jeder Amtsinhaber muss mit einem gewissen Quantum an Ablehnung rechnen.“

Derweil steht Dennis Damaschke an ein Stehtischchen gelehnt. Er sieht etwas angeschlagen aus, hat sich wohl, so vermutet er, einen Virus eingefangen. Vielleicht war es aber auch der Stress des Wahlkampfes, überlegt er. Ist er enttäuscht? Na ja, mit 15 bis 20 Prozent hatte er schon gerechnet. Damaschke musste in den vergangenen Wochen erfahren, welch Neuling er in Sachen Kommunalpolitik ist. Gleichwohl hat es in ihm Interesse geweckt. Es könne durchaus sein, dass er bei der nächsten Kommunalwahl mitmischen werde, sagt er. Und auf welcher Liste? Das wisse er noch nicht. „Bei uns gibt’s noch Platz“, wirft da Grünen-Stadtrat Daniel Mouratidis ein.

Vielleicht findet Damaschke seine politische Heimat aber auch bei der CDU. Wenngleich die Stimmung für ihn momentan nicht ganz so gut ist. Die 12,5 Prozent, die er bekommen hat, kommentiert CDU-Stadtverbandsvorsitzender und CDU-Gemeinderatsfraktionsvorsitzender Dr. Volker Schwarze als „eindeutig zu viel“. Nicht überrascht gibt sich Heinz Franke. Der Vorsitzende der SPD-Gemeinderatsfraktion war sich „immer sicher“, dass Damaschke ein zweistelliges Ergebnis erreicht. Auch Ulrike Sturm, Vorsitzende der Grünen-Fraktion, hat nach eigenem Bekunden mit einem zweistelligen Ergebnis für Dennis Damaschke gerechnet.

Die Wahl ist vorbei, der Alltag kehrt wieder ein. Frank Nopper wird jetzt erstmal durchschnaufen. Die nächste Sitzung eines gemeinderätlichen Ausschusses ist schon am kommenden Donnerstag. Groß Urlaub macht er nicht. Nur am Rosenmontag und am Faschingsdienstag da habe er vor, mal zwei Tage lang auszuspannen.