Im Osten was Neues

Zurück zu alten Kennzeichen – Hoffnungsschimmer für das BK (auch) in Backnang

Die Kennzeichen-Diskussion geht in eine neue Runde. Während viele Menschen sagen, dass Deutschland wichtigere Themen zu lösen hätte, hoffen andere, ihr altes Kürzel fürs Nummernschild zurückzubekommen. Neue Hoffnung keimt auf, weil der Bundesrat alte Kennzeichen wieder zulassen will.

„Es ist ein schöner Farbtupfer, der Identität und Heimatverbundenheit schafft“: OB Frank Nopper zum BK-Kennzeichen.

Von Florian Muhl

LEO für Leonberg, GD für Schwäbisch Gmünd und NT für Nürtingen. All das wird wohl bald wieder tausendfach auf Kennzeichen zu lesen sein. Und noch viel mehr. „Der Bundesrat hat mit seiner Entscheidung vom vergangenen Freitag für das Bürgerwahlmodel das Tor für die Wiedereinführung alter Kennzeichen aufgestoßen, alter Kennzeichen aus den Zeiten vor der Gebiets- und Verwaltungsreform der 70er Jahre“, sagt Backnangs OB Dr. Frank Nopper.

Doch im Falle des BK-Kennzeichens, das bis 1973 für den Landkreis Backnang stand, sieht es anders aus. Zum 1. November 2007 wurden in Sachsen-Anhalt die Kennzeichen BÖ für Bördekreis und OK für Ohrekreis gestrichen und für den Landkreis Börde die einheitliche Kombination BK eingeführt (wir berichteten mehrmals). Die Einführung von BK erfolgte auch deshalb, um zum Zusammenwachsen des Landkreises und zur bundesweiten Identifikation mit einer Wirtschafts- und Tourismusregion beizutragen. So kann Börde-Landrat Hans Walker „grundsätzlich die Bemühungen von Städten und Gemeinden nachvollziehen, durch geeignete Marketingideen die eigene lokale Identität zu stärken“. Allerdings sei nach seiner Meinung die Wiedereinführung der Altkennzeichen und eine generelle Kennzeichenliberalisierung aus mehreren Gründen wenig dazu geeignet. „Das sieht übrigens auch der Deutsche Landkreistag so“, sagt Walker. Sollten die Altkennzeichen tatsächlich eingeführt werden, „stehen in Zeiten knapper Kassen auch Kosten und bürokratischer Aufwand in keinem vertretbaren Verhältnis“, schimpft der Börde-Landrat.

Doch die Mehrheit der Kommunalpolitiker in Sachsen-Anhalt sieht das wohl anders. So freut sich Haldenslebens Bürgermeister Norbert Eichler über die Entscheidung des Bundesrats: „Es geht um ein wenig mehr Identifikation und Heimatgefühl für viele Orte in Sachsenanhalt“, sagte er gestern auf BKZ-Anfrage.

Eichler ist gleichzeitig Präsident des Städte- und Gemeindebunds Sachsen-Anhalt. In dieser Funktion hatte er in den betreffenden Kommunen eine Umfrage gestartet. Das Ergebnis: „Die überwiegende Mehrheit war dafür, das alte Kennzeichen wieder zu bekommen.“ Gemeint ist damit nicht unbedingt ein Zurück zu den Kürzeln BÖ und OK, die ab 1994 vergeben wurden. Denn im Jahr 1991 wurden für die damals existierenden Landkreise HDL für Haldensleben, OC für Oschersleben, WZL für Wanzleben, WMS für Wolmirstedt und KLZ für Klötze eingeführt.

Derzeit sind im Landkreis Börde von insgesamt rund 157000 Fahrzeugen knapp 87000 mit BK-Kennzeichen unterwegs. Wie Pressesprecher Uwe Baumgart mitteilt, sind gut 40000 mit OK registriert und fast 25000 auf BÖ. Auch die noch älteren Kennzeichen gibt es noch im Straßenbild, und zwar 2202 Fahrzeuge mit HDL, 1784 mit OC, 1440 mit WMS, 1083 mit WZL und 182 mit KLZ.

Und BK? – „Nach einem der Stadtverwaltung vorliegenden Rechtsgutachten soll der Weg zur Wiedererteilung des BK-Kennzeichens für Backnang (...) offen sein“, sagt Backnangs OB. In der aktuellen Fassung der Anlage I zur Straßenverkehrszulassungsordnung aus dem Jahre 2012 werde Backnang nach wie vor mit BK geführt und der Bördekreis mit BÖ. Nopper: „Mit dieser rechtlichen Bewertung im Rücken werden wir alles daran setzen, das BK-Kennzeichen für Backnang wieder zu ermöglichen.“