Der Bädertempel ist eröffnet

Die Murrbäder Backnang Wonnemar wurden gestern feierlich übergeben – Betrieb beginnt am Montag

Der Badespaß kann beginnen: Gestern wurden die Murrbäder Backnang Wonnemar feierlich übergeben. Erste Eindrücke konnten geladene Gäste gestern bei der Eröffnungsgala sammeln. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper zog sich dem Anlass angemessen einen historischen Badeanzug an und ging baden.

Hier geht‘s lang: Das Schild an der Martin-Dietrich-Allee ist nicht zu übersehen.

Der Badespaß kann beginnen: Gestern wurden die Murrbäder Backnang Wonnemar feierlich übergeben. Erste Eindrücke konnten geladene Gäste gestern bei der Eröffnungsgala sammeln. Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper zog sich dem Anlass angemessen einen historischen Badeanzug an und ging baden.

Von Yvonne Weirauch

 

BACKNANG. Winterliche Atmosphäre vor der Tür, prickelndes Urlaubsfeeling drinnen: Von Palmen umgeben, in warmes Licht gehüllt und mit einem Gläschen Sekt in der Hand sammelten gestern Abend die Gala-Gäste ihre ersten Impressionen vom neuen Bädertempel in der Stadt.

„Es gibt drei wichtige Daten in der Backnanger Bädergeschichte: Den 15. Juni 1930, den 11. September 1965 und den 7. Dezember 2012“, sagte Oberbürgermeister Dr. Frank Nopper, der die zahlreich erschienen Gäste in einem historischen Badeanzug (Video) – rot-weiß gestreift – und mit einem Sonnenhut auf dem Kopf (Bilderstrecke) willkommen hieß. Am 15. Juni 1930 wurde das städtische Freibad Backnang als Licht-, Luft- und Sonnenbad mit Musik, Knabenchor und Ansprachen feierlich eröffnet. Am 11. September 1965 wurde das Backnanger Hallenbad mit Kunstspringern, Altersschwimmern und Rettungsschwimmern festlich eingeweiht und am 7. Dezember nun die Murrbäder Backnang Wonnemar.

„Das Jahr 2012 war und ist nicht nur ein olympisches Jahr, sondern auch ein ganz besonderes Jahr für die Sport- und Badestadt Backnang“, so Nopper weiter. Backnang rücke mit diesem Tag in den Sport- und Badeolymp vor.

Mit dem größten städtischen Bauprojekt in der Backnanger Geschichte entsteht laut Nopper ein Zukunftsprojekt für Schulen, Vereine, Sport und Familien. Zudem werden beiden getrennten Brüder Freibad und Hallenbad jetzt endlich vereint. „Man ist fast versucht, das berühmte Wort zu gebrauchen: Jetzt wächst zusammen, was zusammen gehört“, sagte der Oberbürgermeister.

Mit den Murrbädern werde die Murr noch mehr erlebbar und ein Vorhaben verwirklicht, dass die Stadt im wahrsten Sinne des Wortes zur Murr-Metropole mache.

„Mit den Murrbädern entsteht ein Badeparadies für Sportler und Familien, das jedenfalls, was die Betriebskosten anlangt, auch noch das Herz eines sparsamen Schwaben höherschlagen lässt“, witzelte Nopper. Die einmaligen Investitionskosten seien bei hohem Gegenwert zwar enorm, aber die jährlichen Betriebs- und Energiekosten werden deutlich geringer. „Wir erhalten also viel mehr Bad für viel weniger Betriebskosten – mit 360 Öffnungstagen im Jahr statt bisher 217 Öffnungstagen, mit 45 Murrbäder-Mitarbeitern statt bisher 15 Bädermitarbeitern, mit zukünftig 939 Quadratmetern Hallenbadwasserfläche statt bisher 300.“

Ein Fortschritt, der sich sehen lassen kann. Auf 6300 Quadratmetern bieten die multifunktionellen Murrbäder Backnang Wonnemar rund 3500 Quadratmeter Wasserfläche, inklusive Freibad. Unter den zahlreichen Wasserbecken findet sich im Sport- und Familienbad ein Erlebnisbecken mit Strömungskanal, ein 25-Meter-Schwimmbecken sowie ein Mineralsole-Außenbecken. Hier erwartet den Besucher Erholung pur mit Panoramablick über die Murr-Aue.

Und wer sich im Erlebnisbad ausgepowert hat, kann sich anschließend in den großzügigen Wellness- und Saunabereich zurückziehen. Stolz zeigten sich auch der Betriebsmanager Wilko van Rijn, Architekt Peter de Wit, Bernhard Hardick, Mitglied der Geschäftsleitung Pellikaan, sowie Volker Kurz, Geschäftsführer der Interspa-Gruppe. „Mit den Murrbädern wird die Lebensqualität der Bürger gesteigert. Sie bekommen in Backnang ein Bad der Extraklasse“, sagte Volker Kurz. Hier in Backnang habe man mit einem Bad der Wonnemar-Gruppe ein Schmuckkästchen erhalten.

Nach gut 19 Monaten Bauzeit ist auch der Bäderchef Wilko van Rijn froh, dass der Betrieb nun endlich losgeht. Der Niederländer und sein Wonnemar-Team haben sich mehr als nur gut vorbereitet: „Die 45 neuen Mitarbeiter haben sich bei einem Workshop kennengelernt, wir haben uns ein Wonnemar-Bad angeguckt und wollen nun in Backnang die Wonnemar-Philosophie umsetzen.“

Und die lautet: Ein Tag wie Urlaub. „Wir wollen erreichen, dass man nicht unbedingt weit weg fahren muss, um mal ein bisschen Urlaub zu haben“, fügte Volker Kurz hinzu. Ob das gelingt, wird sich zeigen müssen. Die Stadt Backnang erwartet vom neuen Bad mit 25-Meter-Becken und großzügiger Saunalandschaft deutlich mehr Besucher als im alten Hallenbad. „Wir rechnen mit etwa 220000 Besucher“, so van Rijn.

Das neue Familien- und Sportbad ist in Backnang nach Angaben der Stadtverwaltung eines der größten Bauprojekte überhaupt. Zwischen 17 und 18 Millionen Euro kostet das Hallenbad inklusive Erschließung, das in den vergangenen eineinhalb Jahren gebaut worden ist. Die Eröffnung des Bades liegt im Zeitrahmen, auch wenn es am Ende der Bauphase Auseinandersetzungen gab und ein Subunternehmen wegen eines Streits mit dem Generalunternehmer Material von der Baustelle abgezogen hatte. Betrieben wird das Familien-und Sportbad von der Gesellschaft Interspa, es trägt den Namen Murrbäder Backnang Wonnemar, worauf sich der Gemeinderat nach langer Debatte verständigt hatte.

An diesem Wochenende bleiben die Murrbäder Backnang Wonnemar wegen Reinigungsarbeiten noch geschlossen, bevor sie dann am kommenden Montag den Betrieb aufnehmen.