Keinesfalls für liturgische Zwecke

Sanierung der Stiftskirche: Gemeinderat bewilligt Zuschuss in Höhe von 500000 Euro

Wer wünschte es sich nicht, dass sein Vorhaben von der ganzen Mehrheit getragen würde? Erst recht, wenn es um eine halbe Million Euro geht. Der Gemeinderat sprach sich jetzt einstimmig für den großzügigen Zuschuss aus.

Wird rundum saniert: Stiftskirche.Foto: J. Fiedler

Von Renate Häussermann

BACKNANG. Dekan Wilfried Braun hatte es am Donnerstagabend in der Sitzung des Gemeinderats nicht schwer, für sein Vorhaben zu werben. War es zuvor noch bei der Haushaltsverabschiedung um 2000 Euro gegangen, die der Oberbürgermeister verbissen zurückhält, stand jetzt die gewaltige Summe von 500000 Euro zur Debatte. Mit diesem Betrag soll die etwa 3 Millionen Euro teure Generalsanierung der ehrwürdigen Stiftskirche seitens der Stadt unterstützt werden.

Risse an den Türmen, Feuchtigkeit im herrlichen Kreuzrippengewölbe, abfallender Putz innen und außen – da passt es doch ins Bild, dass der Dekan im Gemeinderat offene Türen einrannte. Das Jahrhundertprojekt, wie Braun die Rundumsanierung nennt, könne nur gemeinsam gelingen. Gemeinsam heißt in diesem Fall, dass 900000 Euro an Spenden aufgebracht werden müssen, damit die Finanzierung klappt. „Stiftskirche erhalten, Zukunft gestalten“ ist das Motto der Sanierung. Die öffentliche Spendensammelaktion, an der sich auch Geschäfte, Banken, Unternehmen und viele Bürger beteiligen, hat am ersten Advent begonnen.

Wenn die Stadt das Signal gibt, sich darüber hinaus mit einem Zuschuss von 500000 Euro zu beteiligen, sei er guter Dinge, auch Zuschüsse durch die Landeskirche und den Kirchenbezirk an Land ziehen zu können, sagte der Dekan. Dabei handelt es sich um den Betrag von etwa 1Million Euro.

„Die Stiftskirche steht für die große christliche Tradition und Zukunft unserer Stadt; sie war, ist und bleibt ein ganz wichtiges Backnanger Wahrzeichen“, ließ OB Dr. Frank Nopper keinen Zweifel an der Beteiligung der Stadt. Und er stellte gleichzeitig klar, dass das ganze Projekt auf der Kippe stünde, wenn die Stadt den Zuschuss versage. So sah dies auch Dr. Volker Schwarze. Der Vorsitzende der CDU-Fraktion zeigte sich von der großzügigen Seite: „Die 500000 Euro sind gerechtfertigt.“ Da stand auch SPD-Fraktionschef Heinz Franke nicht nach: „Wir stimmen zu.“ Ebenso wenig Alfred Bauer (BfB): „Wir stehen hinter der Sache.“

Es kam zum einstimmigen Beschluss, dass der Gesamtkirchengemeinde aus städtischer Kasse maximal 500000 Euro für die Sanierung der Stiftskirche zufließen. Verteilt wird dieser Investitionskostenzuschuss auf die Jahre 2014, 2015 und 2016. Das städtische Geld darf nicht für liturgische Zwecke verwendet werden, sondern ausschließlich für Zwecke zur Förderung der Wahrzeichenfunktion und damit für Zwecke, die im Interesse der Allgemeinheit liegen. Nach intensiven Vorbereitungen soll es mit den Bauarbeiten im Jahr 2015 losgehen. Die Einweihung der sanierten Stiftskirche ist für 16. Oktober 2016 geplant. An dem Sonntag feiert die Kirche ihren 900. Geburtstag.