Aspach lässt Morys ziehen

Stürmer wechselt vom Süd-Regionalligisten zu RB Leipzig, dem Ersten der Regionalliga Nordost

So richtig überraschen kann diese Nachricht nicht mehr. Fußball-Regionalligist SG Sonnenhof Großaspach lässt Matthias Morys mit sofortiger Wirkung ziehen. Der Torjäger streift sich nach der Winterpause das Trikot von RB Leipzig über und will den ambitionierten und finanzkräftigen Spitzenreiter der Regionalliga Nordost in die Dritte Liga schießen.

Von Steffen Grün

Auf den ersten Blick wirkt die Entscheidung der Verantwortlichen im Fautenhau, den zweifelsohne stärksten Offensivspieler mitten in der Saison gehen zu lassen, unverständlich. Immerhin kann die SG Sonnenhof selbst noch ins Rennen um die ersten beiden Plätze in der Regionalliga Süd eingreifen, die zur Teilnahme an den Aufstiegsspielen berechtigen. Außerdem wäre der Vertrag von Morys erst am 30. Juni 2015 ausgelaufen. Der Zeitpunkt, an dem für den 25-Jährigen ein letztes Mal eine Ablösesumme einzustreichen gewesen wäre, war also längst noch nicht gekommen.

Warum erteilte der Aspacher Klub dem Stürmer, der in dieser Runde in 15 Spielen 11 Treffer erzielte und damit für fast ein Drittel aller SG-Tore verantwortlich war, trotzdem die Freigabe? Die Erklärung liefert Sportdirektor Joannis Koukoutrigas: „Für uns ist das natürlich ein großer Verlust. Aber: Wir sehen uns weiter als Aus- und Weiterbildungsverein. Matthias Morys hat mit seinen starken Leistungen auf sich aufmerksam gemacht. Wir wünschen ihm jetzt für seine neue Aufgabe viel Erfolg.“ Jedoch muss man nicht einmal ein besonders profunder Kenner der Szene sein, um vermuten zu können, dass RB Leipzig eine erkleckliche Summe auf das Konto der SG Sonnenhof überweist, um den Süd-Regionalligisten über den Verlust seines Angreifers hinwegzutrösten. Matthias Morys unterschreibt bei den sogenannten Roten Bullen, bei denen er mit Großaspachs Ex-Trainer Alexander Zorniger nach nur einem halben Jahr wieder vereint ist, einen langfristigen Vertrag bis zum 30. Juni 2016. „Ich hatte bei der SG eine sehr schöne und auch erfolgreiche Zeit“, sagt der gebürtige Stuttgarter, der im Sommer 2011 vom VfR Aalen in den Fautenhau gewechselt war, zum Abschied. Er fügt hinzu: „Ich möchte allen noch einmal für ihre Unterstützung danken und wünsche der Truppe eine erfolgreiche Rückrunde.“

Damit daraus etwas wird, will Aspach nach Manuel Fischer von Drittligist Spvgg Unterhaching (wir berichteten) noch mindestens einen weiteren Offensivspieler holen. Das Interesse an Fabian Weiß vom VfR Aalen wurde bereits bestätigt. Mittlerweile ist Koukoutrigas auch sehr zuversichtlich, dass der 20-Jährige in der Rückrunde tatsächlich das SG-Trikot trägt. „Zu 95 Prozent“ werde es mit einem Leihgeschäft bis Saisonende klappen, sagt der Sportdirektor. Er begründet seinen Optimismus: „Der Spieler will unbedingt zu uns kommen, alle drei Parteien wollen es.“ Nur noch ein paar Details seien in den kommenden Tagen zu klären. Wenn alles perfekt ist, kann es trotzdem sein, dass Aspach ein weiteres Mal auf dem Transfermarkt zuschlägt und noch einen Stürmer verpflichtet.