Über 6 Millionen Zuschauer

Andrea Berg empfing bei ihrer knapp dreistündigen 20-Jahre-Show in der ARD viele prominente Wegbegleiter und Freunde

6,39 Millionen Zuschauer verfolgten am Samstagabend in der ARD „Die-20-Jahre-Show“ von Andrea Berg , die damit laut Mediendienst Kress an diesem Tag „dritterfolgreichst“ war und einen Marktanteil von 19,7 Prozent erreichte. Die werberelevante Zielgruppe der Medien (14 bis 49 Jahre) war mit 7,5 Prozent (890ooo Zuschauern) vertreten.

Mit über 13 Millionen verkauften Tonträgern ist sie Deutschlands erfolgreichste Sängerin: Andrea Berg. Roland Kaiser verfolgte ihre Karriere von Beginn an. Foto: T. Roth

Von Ingrid Knack

ASPACH/OFFENBURG. „Es war ein unglaublich emotionaler Abend für mich und hat mich tief berührt“, ließ Andrea Berg (46) gestern in einer Pressemitteilung wissen. „Andrea hat wirklich sehr souverän durch die Sendung geführt und mit ihrer persönlichen Art begeistert“, so ihr Manager Oliver Mintzlaff. Durch den Erfolg sei sicherlich auch eine weitere TV-Sendung nicht völlig ausgeschlossen, wobei für diesen Gedanken momentan noch kein Platz sei. „Ausschlaggebend war das 20-jährige Bühnenjubiläum von Andrea Berg, und daher bleibt das vorerst auch eine einmalige Sache. Sie möchte in erster Linie Musik machen. Jetzt genießen wir zunächst einmal die tolle Quote und lassen alles sacken.“

Die Duette mit Kollegen gehörten zu den Höhepunkten der Show, die jeweils 4000 Besucher an zwei Tagen live in der Baden-Arena Offenburg mitverfolgt hatten. Die gebürtige Krefelderin performte mit Lionel Richie dessen Welterfolg „Angel“, mit Semino Rossi „Aber Dich gibt’s nur einmal für mich“, mit DJ Ötzi „Einmal Himmel und zurück“, mit DJ Bobo „What A Feeling“ und mit Roland Kaiser den Hit „Dich zu lieben“. Zudem schmetterte sie im „Trio Feminale“ (Moderator Kai Pflaume) mit Schauspielerin Simone Thomalla und Moderatorin Birgit Schrowange den Grönemeyer-Titel „Männer“. Die Songs sind bereits auf einer am 11. Januar veröffentlichten CD der Sängerin zu hören.

Wer die Schlagerqueen Deutschlands bis dato eher weniger kannte, bekam sozusagen im Schnelldurchlauf wichtige private und berufliche Stationen im Leben Andrea Bergs serviert. Angefangen mit einem ihrer ersten Auftritte bei der Krefelder Feuerwehr, bei der ihr Vater über 20 Jahre lang Mitglied war, über Gastspiele in Dieter Thomas Hecks ZDF-Hitparade, gewonnene Goldene Stimmgabeln und Echos (Florian Silbereisen: „In Aspach gibt es mehr Echos als in den Alpen“), ihre Hochzeit mit dem Aspacher Spielervermittler Uli Ferber 2007 bis hin zu Konzerten mit Tausenden von Zuschauern, die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes 2008 und ihr soziales Engagement. Das alles wurde durch Einspielungen auf einer riesigen LED-Wand, Moderationen und Gespräche mit den Gästen vermittelt. Da grüßte neben Sängerin Helene Fischer etwa Dr. Christian Prengel, bei dem Andrea Berg zur Arzthelferin ausgebildet wurde, aus Österreich und hob in dem Filmbeitrag die menschlichen Stärken Bergs hervor („ohne jegliche Stimmungsschwankungen“). Der Musikwunsch des Mediziners („Kilimandscharo“) wurde genauso erfüllt wie die Lieblingssongs der Fans, die durch ein Internet-Voting ermittelt worden waren (Platz 1: „Du hast mich tausendmal belogen“).

Zu den Bewunderern zählt auch Boxtrainer Ulli Wegner, was die Welt spätestens seit der Veröffentlichung seiner Biografie weiß. In der Sendung bekräftigte er: „Du bist seit Jahren neben meiner eigenen Frau die Tollste für mich.“ Daraufhin Andrea Berg augenzwinkernd: „Heute hältst Du mit mir bis zur letzten Runde aus.“ Ganz besondere Momente waren die Einblicke in das Kinderzentrum stups der DRK-Schwesternschaft Krefeld, das von Andrea Bergs Freundin Karin Meincke geleitet wird. Mit einem Lied bedankten sich die Kleinen bei Berg, die mit dazu beiträgt, dass schwerkranke und behinderte Kinder eine schöne Zeit zusammen erleben dürfen und die Eltern der Kinder entlastet werden.

Eine private Spende von Fußballtrainer Ralf Rangnick aus Backnang, Langstreckenläuferin Sabrina Mockenhaupt und Mario Gomez für das Projekt stups gehörte zu den Überraschungen des Abends. Gomez, der selbst nicht in die Baden-Arena kommen konnte, hatte für die Inszenierung der Preisübergabe fünf coole Mini-Kicker nach Offenburg geschickt, auf deren Shirts – bei korrekter Aufstellung des Teams – die Spendensumme 30000 abzulesen war. Und da waren noch weitere Kinder, die die Herzen der Menschen in der Baden-Arena und sicher auch zuhause vor dem Fernseher berührten: die 2006 in Nigeria als siamesische Zwillinge geborenen Mädchen Mercy und Goodness, deren Namen so viel wie Gnade und Güte bedeuten. 2007 waren sie ebenfalls auf Initiative der DRK-Schwesternschaft aus Krefeld in einer viereinhalbstündigen Operation getrennt worden – Andrea Berg unterstützte die OP finanziell und stellte sich sogar als Patin zur Verfügung.

Mit ihrer Mutter Cordelia waren die Zwillinge die rund 5000 Kilometer aus Nigeria angereist, um die Künstlerin aus dem fernen Land bei ihrer Show zu überraschen – das Team der Sängerin soll bis zu diesem Moment dicht gehalten haben. Seite an Seite hörten sie sich Peter Maffays Tabaluga-Song „Ich wollte nie erwachsen sein“ an, das der Kinderchor Talfinken aus Unterharmersbach mit Roland Kaiser, Bata Illic, Semino Rossi, Florian Silbereisen, Ute Freudenberg, Fantasy, Bernhard Brink und Höhner-Frontmann Henning Krautmacher sang. Die Höhner hatten übrigens eigens eines ihrer Lieder komplett umgetextet, um ihre Kollegin zu feiern („Du bist die Schlagerqueen in unserem Land“). Wie nah Freude und Leid beieinander liegen können, bewies obendrein ein Song von Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier: Es war das Mutmacherlied von Andrea Bergs Mutter, als diese nach einem Autounfall im Rollstuhl saß.

Auch ein lang gehegter Wunsch Andrea Bergs wurde Wirklichkeit: Mit Dieter Thomas Heck über eine große Showtreppe zu schreiten – davon hatte sie schon als kleines Mädchen geträumt. Und dass einmal ihre Lieblingsband Pur, der Sänger Johnny Logan oder Boxer Marco Huck ihre Showgäste sein würden, auch das hätte sie sich lange wohl kaum vorstellen können. Um brisante Geheimnisse ging’s bei den Interviews von Moderatorin Mareile Höppner. Obwohl sich Komiker Karl Dall zunächst wenig kooperativ zeigte, wurde am Ende doch verraten, was ihn mit Andrea Berg verbindet: Wenn sie sich vor Auftritten treffen, wird zusammen ein Kräuterschnaps getrunken – wenn auch gegen Lampenfieber kein Kraut gewachsen sein soll.