Deutschlands dienstälteste Fotojournalistin gestorben

Hamburg (dpa) - Deutschlands dienstälteste Pressefotografin, Erika Krauß, ist tot. Sie starb nach Angaben des Hamburger Senats am Mittwoch in der Hansestadt im Alter von 96 Jahren.

«Erika Krauß gehörte einfach zum Hamburger Rathaus dazu (...). Und dass sie noch sehr weit über übliche Ruhestandsgrenzen hinaus arbeitete, zeigt, dass ihre Tätigkeit für sie mehr als ein Beruf war», sagte Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) über die bis zuletzt arbeitende Fotografin.

Erika Krauß, die stets extravagant mit schwarzem Hut und schwarzer Kleidung auftrat, begleitete seit 1950 das politische Geschehen in der Hansestadt. Sie wurde zu ihrem 90. Geburtstag mit einem eigenen Empfang im Rathaus geehrt.

In ihrer Karriere hat Krauß nicht nur zahlreiche Politiker wie Michail Gorbatschow, Helmut Kohl und Jassir Arafat, sondern auch etliche Royals fotografiert. 1965 begleitete sie die noch junge Königin Elizabeth II., später folgten unter anderem Prinz Charles und Königin Silvia von Schweden.

Für ihre Verdienste um die politische Berichterstattung erhielt Krauß 1999 den Alexander-Zinn-Preis des Hamburger Senats. In der Begründung hieß es, sie habe sich «um das öffentliche Wohl Hamburgs verdient gemacht». Zu ihren Freunden zählten neben Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) mehrere ehemalige Bürgermeister und Senatoren.